Thema Lippesee "durch" - Farbenspiele im Rathaus

HAMM - Der Wahltag hat in Hamm so manches Fragezeichen hinterlassen. Ungeklärt blieb die künftige Koalition im Rathaus. In einem Herringer Wahllokal gab es Unstimmigkeiten. In Pelkum gab es einen Rücktritt. Alles Wichtige haben wir erneut in einem News-Ticker zusammengefasst.

Hier gibt es die News von Montag zum Nachlesen - mehr zum Thema finden Sie am Dienstag in der Printausgabe des Westfälischen Anzeigers:

News-Ticker am "Tag danach"

19.11 Uhr: Das soll es für heute mit unserer Nachberichterstattung zur Wahl gewesen sein, wir wünschen Ihnen noch einen schönen Abend.

19.05 Uhr: Die schwarz-gelbe Koalition ist nach zehn Jahren Geschichte. Und nicht nur die: Auch der Lippesee hat sich für Hamm endgültig erledigt. Zwar äußerte Thomas Hunsteger-Petermann am Wahlabend die Einschätzung, dass die Lippesee-Kampagne den Liberalen eher genutzt als geschadet habe, am Ende reichten den Liberalen 4,1 Prozent aber nicht für eine Regierungsbeteiligung. Ein erneuter Antrag würde bei den neuen Kräfteverhältnissen aber keine Mehrheit mehr finden.

Michael Pricking

18.48 Uhr: Michael Pricking, Fraktionsgeschäftsführer der Hammer CDU-Ratsfraktion, hatte als OB-Kandidat der CDU in Bottrop deutlich das Nachsehen. Mit 19,9 Prozent der Stimmen musste er sich Amtsinhaber Bernd Tischler (SPD) geschlagen geben. Tischler erhielt 66,1 Prozent der Stimmen.

18.28 Uhr: Ein 48-jähriger Hammer Bürger mit türkischer Staatsangehörigkeit wurde am Sonntag von drei Landsmännern in der Arnold-Freymuth-Schule mit Fäusten angegriffen Dabei verletzte er sich leicht. Er wohnte aus eigenem Interesse als Wahlbeobachter der Stimmauszählung zur Integrationsratswahl bei. Gegen 18.50 Uhr betrat ein ihm bekannter 49-Jähriger das Wahllokal. Dieser attackierte den 48-Jährigen unvermittelt und handelte sich von ihm einen Faustschlag in das Gesicht ein. Daraufhin sollen die beiden Söhne des Angreifers ebenfalls auf den Geschädigten eingeschlagen haben. Anschließend verließ das Trio die Örtlichkeit. Der 48-Jährige konnte keinen Grund für den Übergriff nennen. Ein direkter Zusammenhang mit der Integrationsratswahl besteht nach jetzigem Kenntnisstand laut Polizei Hamm nicht. Die Ermittlungen dauern an.

18.25 Uhr: Rechnerisch wäre es möglich, dass die SPD in Verhandlungen für eine bunte Koalition mit Grünen, Pro Hamm, Piraten und Linken einsteigt. Das ergäbe mit 30 Stimmen eine hauchdünne Ratsmehrheit von einer Stimme. Es ist unwahrscheinlich, dass es zu derartigen Verhandlungen kommt. Die Linken gelten als realpolitisch nicht tragbar.

18.15 Uhr: Erste Koalitionsverhandlungen sollen in der kommenden Woche beginnen. Der OB hat zugesagt, dass es keine Parallelverhandlungen mit SPD und Grünen geben wird.

18.01 Uhr: Wir haben eine Fotostrecke mit allen Gesichtern im neuen Rat der Stadt Hamm erstellt. Klicken Sie sich durch die Gesichter, die künftig Politik für und in Hamm machen.

Das ist der neue Rat der Stadt Hamm

18 Uhr: Vor fünf Jahren profitierte Roland Koslowski davon, dass eine Frau, die vor ihm auf der Reserveliste stand, verzichtete. Und auch diesmal scheint der Linken-Politiker auf diesem Umweg in den Rat zu kommen. „Das ist eine Entscheidung, die Frau Zill fällen wird“, sagte Koslowski auf Anfrage. Bei der Listenaufstellung habe Simone Zill gesagt, dass sie nur dann das Mandat annehmen werde, wenn die Linken vier Sitze belegen, nun sind es aber nur drei. Koslowski steht auf Platz 4. Am Dienstagabend soll die Entscheidung fallen.

15 Uhr: Martin Kesztyüs, der für die Piraten in den Rat einzieht, zeigt sich einer bunten Koalition gegenüber offen. Mit Pro Hamm überlegt der Pirat eine Fraktion zu bilden. Grünen-Ratsherr Karsten Weymann schloss eine Koalition mit den Linken indes aus. Deren Parteivorsitzender Alisan Sengül kann sich auch nur eine punktuelle Zusammenarbeit vorstellen.

14.30 Uhr: Anders als in Hamm stehen die Zeichen nach der Kommunalwahl im Ruhrgebiet tendenziell klar auf Rot. Lesen Sie hier den Artikel in unserem NRW-Ressort.

14.10 Uhr: Bei Interesse haben wir hier ein paar Ergebnisse beziehungsweise Eindrücke aus Nachbarstädten von Hamm: Soest/Werl, Werne, Bergkamen, Drensteinfurt, Welver.

14 Uhr: Mit Blick auf kleine Erfolge in Hamm ist die Meldung interessant, dass Rechtsextremisten im NRW-Schnitt weniger Sitze geholt haben als vor fünf Jahren. Lesen Sie die ganze Nachricht dazu hier in unserem NRW-Ressort.

Jörg Stefan

11.50 Uhr: Jörg Stefan verzichtet auf sein Mandat als FDP-Bezirkvsvertreter in Pelkum. Der Schritt erfolgte aus Enttäuschung über das Wahlergebnis vom Sonntag. Dort sackte die FDP um 2,5 auf nur noch 3,2 Prozent ab. Nachrücker ist Oliver Plötz.

11.30 Uhr: In unserer WA.de-Berichterstattung fehlten bislang noch Ergebnisse aus den Bezirksvertretungen. Hier holen wir das Wichtigste in Kürze nach:
Mitte: Mit 41 Prozent wurde die CDU erneut stärkste Kraft. Sie verliert im Vergleich zu 2009 aber mehr als sechs Prozent und dadurch einen Sitz, kommt nur noch auf acht Mandate. Dieser eine Sitz wandert an Pro Hamm. Die Wählergemeinschaft kam aus dem Stand auf 3,4 Prozent.

Bockum-Hövel: Hier bleib es besonders spannend. Zwar erreichte die CDU mit 46,7 Prozent fast das Ergebnis von 2009 (46,0 Prozent), muss aber einen Sitz in der Bezirksvertretung an Pro Hamm abgeben. Der Neuling im Stadtbezirk holte gleich im ersten Jahr 3,4 Prozent der Stimmen, so dass Edith Meinike den Sprung in das Gremium schaffte. Sie könnte damit auch Zünglein an der Waage bei der Wahl des Bezirksvorstehers werden.

Heessen: Hier gab es eine große Überraschung. Newcomerin Erzina Brennecke (SPD) hat beste Aussichten, neue Bezirksvorsteherin zu werden. Die CDU hat ihre absolute Mehrheit verloren, rettete zwar einen knappen Wahlsieg von 42,8 Prozent gegenüber 39,5 Prozent der SPD ins Ziel, dennoch wird Heinrich Josef Klockenbusch wohl nicht weiter Bezirksvorsteher bleiben, da die SPD (acht Sitze) auf die Stimmen der Grünen und Linken hoffen darf.

Uentrop: Alles bleibt beim alten. Die Sitzverteilung im Gremium wird nach dem vorläufigen Wahlergebnis identisch mit der in der abgelaufenen Legislaturperiode sein. Björn Pförtzsch, seit 1999 Bezirksvorsteher, wird sein Amt weiter ausüben können. Mit 53,2 Prozent verfehlten die Christdemokraten zwar knapp das Ergebnis von 2009 (54,9), behielten aber souverän die absolute Mehrheit mit zehn Sitzen.

Rhynern: Hermann Aßhoff wird erwartungsgemäß neuer Bezirksvorsteher von Rhynern. Die CDU büßte allerdings viele Stimmen ein, verlor auch einen Sitz, behält aber mit 52,6 Prozent (5,9 Prozentpunkte weniger als 2009) und zehn Sitzen die absolute Mehrheit im Gremium. Den einen Sitz verlor sie an die Sozialdemokraten.

Pelkum: Klarer Wahlsieg für die SPD und Bezirksvorsteher Udo Schulte. Mit 47,1 Prozent der Stimmen verbesserten die Sozialdemokraten ihr Ergebnis von 2009 um 4,9 Prozentpunkte.

Herringen: Die SPD hat auch nach der Zechenschließung die meisten Wähler in Herringen mobilisieren können. Mit 50,1 Prozent sogar ziemlich genau die Hälfte aller Wähler (2009: 48,8). Zur absoluten Mehrheit mit zehn Sitzen reichte es aber trotzdem nicht ganz. Dennoch dürfte Klaus Alewelt seinen Posten als Bezirksvorsteher behalten.

11 Uhr: Beim Blick auf die Auswertung des Ratswahlkreises 524 in Herringen (Sparkasse, Zweigstelle 37) fiel am Montagmorgen auf, dass FDP, Linke, Rechte, Pro Hamm, AfD und Piraten jeweils keine einzige Stimme geholt haben (siehe auch hier die Datenseite der Stadt Hamm). Weil das - auch im Abgleich mit den anderen Herringer Wahlkreisen - eigentlich nicht sein kann, geht das Wahlamt auf Nachfrage des WA von Unstimmigkeiten aus. Vor diesem Hintergrund sollen nun die Niederschriften des Abends geprüft werden. Ergebnisse sind am Montag jedoch voraussichtlich noch nicht zu erwarten, da der Wahlausschuss erst am Mittwoch zusammenkommen wird.

Zum Live-Ticker vom Wahlsonntag

 

Wahlparty im Hammer Rathaus:

Wahlparty 2014 im Rathaus Hamm

Rubriklistenbild: © Rother

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