„Aue statt Lippesee“

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HAMM - Mit einigen markanten Forderungen wollen die Grünen in Hamm im bevorstehenden Kommunalwahlkampf auf sich aufmerksam machen. Mehr Frauen sollen leitende Positionen bei der Stadtverwaltung übernehmen. Sachbearbeiter in Familienhilfeteams sollen künftig maximal 50 Fälle betreuen, um Qualität sicherzustellen. Außerdem sollen überdimensionierte Straßenzüge in der Innenstadt wie zum Beispiel die Goethestraße zu Alleen umgestaltet werden.

Die Grünen verabschiedeten am Dienstagabend einstimmig ihr Kommunalwahlprogramm. Zuvor stellten die Kandidatinnen für die Ratsreserveliste die Schwerpunktthemen des Programms vor. Oberbürgermeisterkandidat Volker Burgard stellte klar, dass Klimaschutz endlich Querschnittsaufgabe in der Stadt Hamm werden müsse – im Bereich Bauen und Verkehr. Die Grünen wollten sich in der nächsten Legislaturperiode vor allem für eine Integration des Radverkehrs in den Straßenraum einsetzen und Straßenzüge wie die Goethetraße zu Alleen umgestalten. Außerdem wolle man das Life-Projekt auf die gesamte Stadt ausweiten. Das grüne Motto laute: „Aue statt Lippesee“, so Burgard.

Endlich solle die jahrelange Forderung nach einem selbstständigen Bildungsdezernat durchgesetzt werden, sagte Petra Grünendahl. Das Bildungsgefälle in der Stadt könne nur abgebaut werden, wenn der gesamte Bereich Bildung in einer Hand konzentriert werde – von der Frühförderung bis zur Erwachsenenbildung. Ziel der grünen Sozialpolitik sei es, vorbeugend tätig zu werden, um langfristig Mittel einzusparen. Vor allem hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche bedürften städtischer Hilfe. Diese müsse aber qualitativ hochwertig sein. Die Sachbearbeiterinnen in den Familienhilfeteams müssten auf maximal 50 Fälle begrenzt und Stellenvakanzen schnell wiederbesetzt werden, sagte Carsten Weymann.

Ziel der grünen Wirtschaftspolitik sei es, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern ohne natürliche Ressourcen zu zerstören. Die Wirtschaftsförderung müsse dazu neu strukturiert werden und gezielt Betriebe ansiedeln, die soziale und ökologische Standards erfüllten, sagte Reinhard Merschhaus. Zudem solle sie Dienstleister in Leerstände in der Innenstadt vermitteln. Dies werte die Innenstadt auf und verhindere die weitere Versiegelung von Flächen. Merschhaus verwies außerdem darauf, dass die derzeitige Wirtschaftsförderung die Landwirtschaft „gar nicht auf dem Schirm hat“, obwohl auch hier wertvolle Arbeits- und Ausbildungsplätze bestünden.

Kultur in Hamm müsse für alle da sein und auch die Kulturangebote der Kulturen von hier lebenden Migranten spiegeln, sagte Andrea Pfeifer. „Hier muss noch viel geschehen.“ Wichtig sei es außerdem, die freie Szene weiter zu unterstützen, das bestehende Kulturangebot zu sichern und zu erweitern und insbesondere Kindern freie Eintritte zu ermöglichen. Andrea Kaczmarek sagte, die Grünen wollten sich weiterhin dafür einsetzen, dass Hamm eine offene und tolerante Stadt bleibe. „Flüchtlinge sollen in Hamm willkommen sein und in unser gesellschaftliches Leben integriert werden.“ Außerdem wollten die Grünen rechtsradikale Gruppen und Parteien aktiv bekämpfen.-dfb

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