Standing-Ovations von rund 1.300 Besuchern

Liebe, Hass und Tod auf der Waldbühne Heessen: Gelungene Premiere von "Romeo und Julia"

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Actionreiche Szenen gibt es bei der Inszenierung zu sehen.

Hamm – Einen Klassiker der Weltliteratur auf die Bühne zu bringen, ist immer ein Wagnis. Umso mehr, wenn die Inszenierung Open-Air aufgeführt wird und das Werk dafür gekürzt werden muss. Doch als beim Saisonauftakt der Waldbühne Heessen die rund 1.300 Besucher abschließend Standing-Ovations gaben, war klar, dass Regisseur Wolfgang Barth alles richtig gemacht hat: Die Premiere von Shakespeares „Romeo und Julia“ war gelungen.

Die Dramatik des Shakespeareschen Stoffes wurde am Samstagabend gleich in der ersten Szene deutlich, als alle 67 Darsteller einen eskalierenden Konflikt zwischen den Angehörigen der Häuser Montague und Capulet darstellten. Escalus, der Prinz von Verona, ging mit seinen Männern vehement dazwischen, drohte den beteiligten Streitern mit Haft und Folter und sofort waren die Umstände klar. 

Es folgten im steten Wechsel Szenen mit kleiner und großer Besetzung, wodurch alle Besucher nicht nur die Charaktere der Figuren verinnerlichten, sondern förmlich in die Handlung mit eingezogen wurden. Neben der angepassten Sprache und der erforderlichen, wie auch gelungenen Kürzung der Handlung zeigten sich auch alle Nebenbereiche der Inszenierung positiv: Die historisch gehaltenen Kostüme halfen durch ihre farbliche Unterscheidung - Montagues in blau, Capulets in rot - dabei, auch in großen Szenen der Handlung zu folgen.

Premiere "Romeo und Julia", Waldbühne Heessen

Beim farbenfrohen Maskenball, wenn das berühmteste Liebespaar der Literatur zusammenkommt, zeigte sich die ganze Vielfalt und Pracht der Renaissance. Die Kulissen wurden für die aktuelle Spielzeit komplett umgestaltet: Das prächtige Schloss bot mit seinem Vorplatz einen wandelbaren Ort, an dem Straßenszenen und Festszenen gleichermaßen zur Geltung kamen.

Das offene Schlafzimmer Julias auf dem Turm ließ genügend Einblick in die Innenszenen, und auch die Balkonszene kam voll zu Geltung. Dazu kam die Einsiedelei Pater Lorenzos und die Kirchenruine, die, ähnlich dem Schloss, farbig illuminiert, zu wirklich mystischen Orten wurden.

Lieder als passende Ergänzung

Das gesamte Ensemble zeigte geschlossen eine gute Leistung, wobei – neben Romeo und Julia – besonders der Fiesling Tybald beeindruckend hervortrat. Ob Streit, Liebe oder die dramatische Schlussszene – die starken Emotionen erreichten die der Handlung stets gebannt folgenden Zuschauer ganz direkt und packend. Die Liedbeiträge, etwa Gräfin Capulets „Es wird Zeit für einen Mann“ sowie Romeos und Julias Duett „Ich bin verrückt vor Liebe“ waren eine treffende Ergänzung, die gut vorgetragen wurden. Sie waren von Michael Wiehagen sehr feinfühlig für die Inszenierung geschrieben worden. 

Am Schluss erhielten alle Mitwirkenden – vom Regisseur über die Darsteller bis zu den Mitstreitern im Hintergrund – lange anhaltenden, begeisterten Applaus. Wolfgang Barth dankte allen Verantwortlichen dafür, auch Klassiker inszenieren zu dürfen. Der Erfolg gibt ihm recht: Dieser Auftakt in die Spielzeit war gelungen.

Lob für das Engagement

Noch bevor die Darsteller am Samstagabend die Geschichte von Liebe, Hass und Tod aufführten, hatte Bürgermeisterin Ulrike Wäsche der Vorsitzenden Ingeborg Hesse zum Landesverdienstorden gratuliert. Sie lobte das ungeheure ehrenamtliche Engagement der Waldbühnen-Aktiven ebenso, wie die hohe Qualität der Stücke. 

Spieltermine:

- Mi., 12. Juni, 17 Uhr 

- Sa., 15. Juni, 20 Uhr

- So., 30. Juni, 16 Uhr

- Sa., 6. Juli, 21 Uhr

- Sa., 3. August, 20 Uhr

- Sa., 10. August, 20 Uhr

- So., 11. August, 16 Uhr

- Fr., 16. August, 20 Uhr

- Sa., 17. August, 20 Uhr

- Fr., 23. August, 20 Uhr 

- Fr., 30. August, 20 Uhr 

- Sa., 31. August, 20 Uhr 

- Mi., 4. September, 17 Uhr 

- Fr., 6. September, 20 Uhr 

- Sa., 14. September, 20 Uhr

Ticketreservierungen auf der Internetseite der Waldbühne Heessen oder unter Telefon 309090.

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