Hauptausschläge im Westen der Stadt

Leichtes Beben schreckt Menschen in Hamm auf - Wiederholung möglich

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Symbolbild

[Update 16.30 Uhr] Eine Erschütterung hat am heutigen Mittwochmorgen viele Menschen vor allem in den westlichen Hammer Stadtbezirken aufgeschreckt. Wir haben Experten Fragen dazu gestellt und Antworten bekommen.

Hamm - Die Erdbebenstation der Ruhr-Uni Bochum ermittelte die Stärke 2,6 auf der Richterskala, wie WA.de auf Nachfrage erfuhr. Das Epizentrum des Bebens lag demnach zwischen Herringen und Pelkum in rund 1500 Meter Tiefe; auch in Bockum-Hövel und Stockum war es spürbar. Verzeichnet wurde es am Mittwoch gegen 7.20 Uhr. Wodurch das Beben - immerhin wurde der Kohleabbau auf dem Bergwerk Ost vor neun Jahren eingestellt - genau ausgelöst wurde, steht noch nicht fest.

Schon in den vergangenen Tagen hatte die Ruhr-Uni zwei leichtere Beben in Hamm registriert: am 30. Oktober um 5.40 Uhr mit der Stärke 1,5 und am 10. November um 22.47 Uhr mit der Stärke 1,2. Dass drei Erschütterungen binnen weniger Tage in Hamm registriert wurden, ist seit mehrere Jahren nicht mehr vorgekommen. Weitere Erschütterungen sind nicht auszuschließen.

Auslöser vermutlich Bergbaufolgen

Ein Sprecher des seismologischen Observatoriums der Ruhr-Uni Bochum schließt einen natürlichen Ursprung für die Erschütterung aus; dafür sei sie nicht tief genug gewesen. Auch wenn die Gewissheit noch fehlt, sei sie mit einer gewissen Wahrscheinlich den Spätfolgen des Bergbaus geschuldet.

Die jüngsten Erschütterungen könnten demnach mit dem Anstieg des Grubenwassers zusammenhängen. Durch eindringendes Wasser kann das Gestein leichter brechen. Außerdem übt es einen gewissen Druck auf das Gebirge aus. Zusammen mit verschiedenen Partnern will die uni den genauen Ursachen im östlichen Ruhrgebiet demnächst auf den Grund gehen.

Schäden an Gebäuden dürfte der Vorfall nicht verursacht haben: Entscheidend dafür ist die Frage, was von dem Beben „oben ankommt“. Auskünfte darüber liefert die so genannte Schwinggeschwindigkeit. Im aktuellen Fall wurde von der Ruhr-Uni Bochum eine Schwinggeschwindigkeit von 3,5 Millimetern/Sekunde ermittelt. Als Faustregel gilt, dass bereits ab 3 Millimetern/Sekunde Schäden entstehen können.

Anfang 2015 war in Hamm die offizielle Erdbeben-Messstelle abgebaut wurden (hier klicken).

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Kommentare

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Kommentare

DerKritiker
(0)(3)

Die Folgen spüren wir bald,weil de3r Bergbau ruiniert und kaputt gemacht wurde.

Max Muehl
(0)(1)

Hatte noch vor einigen Tagen mit dem Herrn Krieg von der RAG gesprochen... Seid 2009 keine Erschütterungen... Risse nicht mehr möglich ... wer es glaubt ..

Maikinator
(2)(0)

Ein nachträglicher Gruss vom Bergwerk Ost!
Glück Auf!