Vorstöße aus der Politik

Hammer Lehrer gegen längere Weihnachtsferien wegen Corona

Klassenraum in einer Grundschule in Lemwerder. Lehrer und Schüler sollen sich in den kommenden Monaten dick anziehen. Foto: Sina Schuldt/dpa
+
Wenn es nach einigen Bundespolitikern geht, bleiben die Klassenräume auch in Hamm im Winter länger leer als üblich. (Symbolbild)

Der Herbst ist da, der Winter naht, und angesichts der steigenden Corona-Zahlen fragen sich Schüler, Eltern und Lehrer auch in Hamm, wie der Unterricht in den kommenden Monaten aussehen soll.

Hamm – Das Umweltbundesamt rät, die Klassenräume im 20-Minuten-Takt zu lüften, CDU-Politiker fordern, die Weinachtsferien zu verlängern. Hammer Lehrer wünschen sich dagegen Gebäude mit moderner Lüftungstechnik und bessere Angebote fürs Distanzlernen.

Die Vorschläge der Politik gehen aus Sicht von Marcel Teiner an der Realität vorbei. Der Hammer Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält das Lüften während des Unterrichts für eine kostenfreie, aber nicht umsetzbare Lösung. Es sei unmöglich die Räume zwischenzeitlich wieder aufzuheizen, eine Krankheitswelle werde die Folge sein.

Außerdem, so Teiner, müsse man die Fenster auch wieder schließen können. Beim baulichen Zustand vieler Schulen sei das ein Problem. Räume, die nicht belüftet werden können, sollten nicht permanent genutzt werden – was bei mangelnden Kapazitäten den Regelbetrieb gefährde. Der richtige Weg seien Investitionen in die Schulen, auch in Lüftungsanlagen.

Längere Ferien in Hamm wegen Corona? Lieber mehr investieren

Das sieht auch Martina Klöcker so. Die Hammer Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) fordert zeitnahe Investitionen – in modernen Schulen mit Lüftungstechnik würden die aktuelle Problematik nicht zum Tragen kommen. Und mehr noch: Wären die Schulen digital gut aufgestellt, könnte man eher über eine Phase des Distanzlernens für ältere Schüler nachdenken. Hier offenbare die vom Land beschworene „weltbeste Bildung“ ihre Schwächen.

Eine „undurchdachte Idee“ ist für Teiner die Verlängerung der Weihnachtsferien. Das Schuljahr mitsamt der Prüfungstermine werde so durcheinandergebracht, Eltern von Grundschulkindern müssten ihren Jahresurlaub unter Umständen schon zu Jahresbeginn nehmen. Das grundsätzliche Problem des mangelnden Gesundheitsschutzes an den Schulen werde mit längeren Ferien nicht behoben, sondern nur verschoben. Und auch Klöcker fragt: „Was ist mit dem Rest der Winterzeit?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare