Nötige Nutzungsänderung durchkreuzt Geschäftsansiedlung

Lego, Pizza und viel Bürokratie: Jetzt gibt‘s den „steinXpress“ halt woanders

Es war schon alles fertig – eröffnet wurde der „steinXpress“ hier aber nie.
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Es war schon alles fertig – eröffnet wurde der „steinXpress“ hier aber nie.

Es gibt Dinge, die in der Spielwelt viel einfacher sind, als in der Realität. Genau das ist das Prinzip, nach dem Lego funktioniert. Nicole Topp aus Hamm kann davon ein Lied über deutsche Bürokratie singen - und tut es auch.

Hamm - Mit Lego-Steinen kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und beispielsweise sein Traumhaus mithilfe der kleinen bunten Bausteine in Windeseile einfach selbst zusammenbauen – ohne lästige Baugenehmigungen und ohne langwierige Bürokratie. Dass es in der realen Welt gerade bei Gebäuden anders läuft, musste zuletzt die Lego-Händlerin Nicole Topp erfahren. Denn eigentlich wollte die Hammerin sich nach zehn Jahren Onlinehandel mit den beliebten Bausteinen von Lego sowie von weiteren Herstellern den Traum von einem eigenen Ladenlokal erfüllen. Geklappt hat das zwar mittlerweile, es kam jedoch alles anders als ursprünglich geplant.

„Ich möchte eine Verbindung von Online- und stationärem Handel“, erklärt Topp, die dann auf ein freistehendes Geschäft an der Werler Straße unweit des Elektrofachmarktes „Rinsche“ aufmerksam wurde. Mit 50 Quadratmetern waren die Räumlichkeiten nicht besonders groß, aber ausreichend.

Rückblick: Vor rund zehn Jahren begann die heute 40-Jährige damit, Lego und Co. über das Internet zu verkaufen und sich damit selbstständig zu machen. Dafür hatte sie zuhause Gewerbeflächen eingerichtet, um tausende einzelner Bausteine sowie Lego-Sets zu lagern und von dort aus zu versenden. Irgendwann kam aber der Wunsch nach einem richtigen Ladenlokal auf.

Ihr Plan: halbtags im Ladenlokal für die Kunden vor Ort sein und den Rest des Arbeitstages von zuhause aus dem Onlinehandel nachgehen. Ende des vergangenen Jahres war soweit alles fertig in dem Geschäft: Die Regale waren eingerichtet, auch die Außenwerbung war schon angebracht. Eröffnet hat Nicole Topp ihr Geschäft dort allerdings nie. „Es gab ein Problem mit einer Nutzungsänderung“, erklärt die Spielbausteinhändlerin.

„Ich möchte eine Verbindung von Online- und stationärem Handel“, sagt Nadine Topp. Erfüllen wird sie sich das nun in Braam-Ostwennemar statt im Hammer Süden.

Früher war das Ladenlokal mal eine Pizzeria – und genau diese Nutzung sah die Genehmigung bisher nur vor, obwohl in den Jahren dazwischen schon andere Nutzer das Ladenlokal bezogen und dort unter anderem ein Reisebüro betrieben hatten. Kurzum: Es scheint, als wäre das bei all der Bürokratie nie aufgefallen – erst, als Nicole Topp ihren „steinXpress“ öffnen wollte.

„Ich habe dann auf die Nutzungsänderung gewartet“, erklärt die Hammerin. Aber: da keine aktuellen Bauzeichnungen vorhanden waren, wären dafür neue nötig gewesen, was wiederum neben den Kosten einer üblichen Nutzungsänderung für den Architekten mit weiterer verlorener Zeit und Kosten verbunden gewesen wäre. Weil aber auch die Pandemie mit erschwerten Bedingungen für den Einzelhandel Probleme bereitet hatte, entschied sich Nicole Topp letztlich um.

Geholfen hat dabei dann ein Zufall. Denn die 40-Jährige ist auf das seit längerem freistehende ehemalige „Tintenfass“ an der Soester Straße 256 aufmerksam geworden. „Ich habe mich sofort darin verliebt“, sagt Topp, die ihr Lego-Geschäft „steinXpress“ deshalb nicht mehr an der Werler Straße öffnen wird, sondern am 4. September an der Soester Straße 256 in Braam-Ostwennemar. Das dortige Ladenlokal bietet mit 140 Quadratmetern ohnehin deutlich mehr Fläche, es stehen zudem Parkplätze für die Kunden zur Verfügung. Weiterer Vorteil: Dort kann Topp den ganzen Tag vor Ort sein und dank der großen Fläche sowohl der stationären, als auch den Online-Handel bedienen – so, wie sie es sich gewünscht hatte.

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