Streik: LEG-Mietern in Hamm droht Reparaturstau

In Hamm bewirtschaftet die LEG insgesamt 4.818 Wohnungen.
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In Hamm bewirtschaftet die LEG insgesamt 4.818 Wohnungen.

Beim Wohnungskonzern LEG sind Beschäftigte der Tochtergesellschaft TSP (Technik Service Plus) in den Streik getreten. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Beschäftigten fordern vom Unternehmen die Bezahlung nach dem in den anderen Konzernteilen geltenden Haustarifvertrag. Die Folge ist ein Reparaturstau in den LEG-Wohnungen. Viele Mieter warten schon seit einigen Wochen auf Handwerker. Tropfende Wasserhähne und kalte Heizungen sind die Folge.

Hamm – Aufgerufen hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu dem Streik, nachdem die Konzernleitung jegliche Gespräche über einen Tarifvertrag abgelehnt hatte. Der Arbeitskampf nimmt inzwischen an Schärfe zu. Die LEG-Tochtergesellschaft wollte den Streik gerichtlich per einstweiliger Verfügung verbieten lassen und ist damit gescheitert. TSP hat gegen die Entscheidung Berufung angekündigt.

2017 wurde die Technik Service Plus gegründet. Sie ist die Handwerkerorganisation innerhalb der LEG. Die rund 420 Mitarbeiter sind verantwortlich für Reparaturen und Instandhaltung an Gebäuden und Wohnungen der LEG. „Die Handwerker fahren mit LEG-Fahrzeugen zu ihren Einsätzen, werden aber nicht nach dem Haustarif bezahlt“, sagt Andrea Becker. Sie ist Fachbereichsleiterin bei Verdi für besondere Dienstleistungen NRW und organisiert den Arbeitskampf. Sie will für die TSP-Beschäftigten eine Tarifbindung und eine Erhöhung der Löhne von 170 Euro im Monat und 100 Euro für Azubis erreichen. „Wir reden in einem ersten Schritt von 900 000 Euro pro Jahr an zusätzlichen Kosten“, so Becker. Das sei angesichts der Dividenden-Ausschüttung an die LEG- Aktionäre in Höhe von 257 Millionen Euro nicht viel. Auch vor dem Hintergrund, dass sich der Vorstandsvorsitzende der LEG, Lars von Lackum, sein mögliches Gehalt für 2020/2021 gerade um 1,474 Millionen Euro auf 4,3 Millionen habe erhöhen lassen.

Die LEG bleibt ihrer Linie treu und vom Streik unbeeindruckt. „Einen Tarifvertrag für die TSP wird es im LEG-Konzern nicht geben“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Die Gehälter bei der TSP bewegten sich im marktüblichen Rahmen. Die LEG werde alles dafür tun, die Auswirkungen der Auseinandersetzung für die Mieter so gering wie möglich zu halten. Dass das gelingen wird, bezweifelt Andrea Becker, sie geht von einem hohen Reparaturstau aus, der nur schwer abzuarbeiten sei. Vorsorglich wurden alle LEG-Mieter angeschrieben.

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