Verleiher zögerlich

Langes Warten auf E-Scooter für Hamm - Rathaus ratlos

Noch sind E-Scooter die Ausnahme im Straßenbild der Stadt Hamm. Mit einem Verleihangebot von drei Anbietern soll sich das in diesem Sommer ändern, doch bisher lassen die Elektro-Flitzer auf sich warten.

Hamm - Ganz so eilig scheinen es die entsprechenden Unternehmen wohl doch nicht zu haben. Dieser Eindruck muss zumindest im Rathaus entstehen, denn von dort heißt es: „Die Anbieter haben uns immer noch nicht mitgeteilt, welche Sammelstandorte sie favorisieren, an denen die Roller ein- bis zweimal wöchentlich bereitgestellt werden.“ Zudem ging es um Abstellverbotszonen, wie beispielsweise die Fußgängerzone.

Der Ball liegt jetzt offenbar bei den Verleihern. „Darüber hinaus haben wir auch die unterschriebene Qualitätsvereinbarung noch nicht zurück“, sagt Stadtsprecher Tobias Köbberling auf Nachfrage. Eigentlich rechne man täglich damit, da die Anbieter das Sommergeschäft unbedingt noch mitnehmen wollten.

Gute Alternative zum Fahrrad? E-Scooter fahren bereits durch zahlreiche Städte in NRW. In Hamm dagegen gibt es sie kaum.

Die Stadt erhoffe sich von diesem neuen Angebot eine Stärkung der umweltfreundlichen Mobilität, heißt es aus dem Rathaus. Wer nicht mit dem Auto fahre, müsse zwischen Start und Ziel in der Regel das Verkehrsmittel mindestens einmal wechseln. Je mehr schnelle und bequeme Verkehrsmittel es in dieser Wegekette gebe, desto attraktiver seien die Alternativen zum Pkw.

Die Anbieter haben uns immer noch nicht mitgeteilt, welche Sammelstandorte sie favorisieren, an denen die Roller ein- bis zweimal wöchentlich bereitgestellt werden.

Tobias Köbberling, Stadtsprecher

Um ein wildes Durcheinander zu verhindern, soll die Zahl der Roller zunächst auf 50 Fahrzeuge pro Anbieter und später auf 300 insgesamt im Stadtgebiet gedeckelt sein. Das wären zunächst pro Anbieter zehn bis 15 Standorte mit je drei bis fünf Rollern. Diese sollen vorwiegend im Bereich Mitte und an stark besuchten Einrichtungen liegen. Die Roller können aber – mit Ausnahmen – auch frei abgestellt werden und am jeweiligen Ort gegen Bezahlung weiter entliehen werden.

Städte wie Münster haben schon reichlich E-Scooter-Erfahrung

Bevor in Hamm E-Scooter mit einem vergleichsweise kleinen Kontingent überhaupt an den Start gehen, haben andere Städte seit der Zulassung der Gefährte im Juni 2019 schon reichlich Erfahrung gesammelt. Weitestgehend positiv wird der Umgang mit dem Fortbewegungsmittel von der Stadt Münster gesehen. Hier betreibt allein ein einziger namhafter Anbieter laut Stadt Münster eine niedrige vierstellige Zahl von Rollern.

Andere Stimmen wurden zuletzt mehrfach aus Köln laut: Alkoholisierte Fahrten mit Verletzten und Schwerverletzten mündeten in eine Diskussion um ein Nachtfahrverbot für E-Scooter. Zudem landeten Hunderte von Rollern im Rhein oder anderen Gewässern und müssen jährlich für fünfstellige Beträge geborgen werden. Ein Szenario, das in Hamm sicher niemand will. Aber noch sind die Roller ja auch überhaupt nicht da.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa (Symbolbild)

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