Mit Polizeibegleitung durch Hamm und Drensteinfurt

Buhmann Bauer: Trecker rollen lautstark durch die Region

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Weitere Bauern schließen sich in Unna dem Konvoi aus dem Münsterland an.

Lautstark hupend sind in der Nacht auf Dienstag mehrere hundert Landwirte mit ihren Treckern durch Teile von Drensteinfurt, Walstedde und Hamm gefahren. Begleitet wurden sie von Polizeifahrzeugen mit Blaulicht.

Im Bereich Drensteinfurt fiel der Konvoi gegen 23.15 Uhr auf, Hamm wurde gegen Mitternacht durchfahren. Die Bauern waren auf der B63 unterwegs mit dem Ziel Bonn. Dort soll am Dienstag die zentrale Kundgebung des Aktionstag des Netzwerks "Land schafft Verbindung" stattfinden. Der in der Region gesichtete, sechs Kilometer lange Konvoi kam aus Niedersachsen und rollte in der Nacht zunächst weiter in Richtung Unna.

Betreut wurden die Protestler von Polizei Münster als zuständige Versammlungs- und Einsatzbehörde für NRW. Vereinzelt kam es zu Verkehrsbehinderungen. Die Polizei hatte die zunächst gewünschte Nutzung der Bundesautobahnen aus Gründen der Verkehrssicherheit untersagt. "Gerade auf Bundesautobahnen liegen die gefahrenen Geschwindigkeiten deutlich über der von Traktoren, das Risiko eines Verkehrsunfalls steigt rasant an", sagte der zuständige Einsatzleiter, Polizeidirektor Uwe Marquardt.

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Bauern wollen keine Sündenböcke sein

"Wir möchten, dass die Politik und Verbände mit uns als Basis sprechen", erklärt Meike Schulz-Broers vom Organisationsteam. In diesem haben sich Zehntausende über Facebook und WhatsApp zusammengeschlossen. Darunter auch Landwirte aus der Region. Denen reicht es...:

Zu lange seien sie für Probleme – etwa die Nitratbelastung von Böden und Gewässern, Insektensterben oder schlechte Lebensmittelqualität – als Sündenböcke dargestellt worden. „Wir sind die Buhmänner“, findet Martin Eschhaus, Ortsverbandsvorsitzender des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) aus Bockum-Hövel.

Martin Eschhaus: "Fleisch und Milch kommen für die Menschen nur noch aus der Kühltheke. Da müssen ein Umdenken und mehr Wertschätzung her."

Die Landwirte beklagen, dass sie bei wichtigen Entscheidungen außen vor gelassen werden: „Es wird nicht sachlich mit der Basis diskutiert, sondern über die Köpfe hinweg entschieden“, erklärt Eschhaus die Sichtweise der Bauern. So fehle Planungssicherheit. Und das gefährde den Fortbestand etlicher Betriebe.

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