Marker Allee

Gebäude mit großem Sanierungsbedarf: Landesarbeitsgericht steht unter Denkmalschutz

Besonders, aber in die Jahre gekommen: das Gebäude des Landesarbeitsgerichtes.
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Besonders, aber in die Jahre gekommen: das Gebäude des Landesarbeitsgerichtes.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) ist denkmalwert: Die Obere Denkmalbehörde bei der Bezirksregierung Arnsberg hat das gerade einmal 43 Jahre alte Gebäude an der Marker Allee Anfang August unter vorläufigen Denkmalschutz gestellt. Wie es mit dem sanierungsbedürftigen Bau weitergeht, ist aber weiter unklar.

Hamm-Osten – Bei dem „Dienstgebäude für Arbeits- und Landesarbeitsgericht“ handele sich um ein Gebäude, das in herausragender Weise für die deutsche Arbeitsgerichtsbarkeit stehe, sagte LAG-Sprecher Johannes Jasper. Das sieht auch die LWL-Denkmalpflege für Westfalen so, die eine Unterschutzstellung empfohlen hat.

Es folgen nun weitere Abstimmungsgespräche zwischen den beteiligten Behörden, den beiden Gerichten und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB) als Eigentümer, sagte Bezirksregierungssprecher Christoph Söbbeler. Dabei gehe es darum, ob das Gebäude tatsächlich unter Schutz gestellt wird, und auf welche Teile des Baus sich ein solcher Status erstrecken würde. Eine Vorentscheidung ist mit dem vorläufigen Schutzstatus aber wohl gefallen.

Zukunft des Gebäudes wegen Sanierungsfrage unsicher

Der Denkmalschutz kommt zu einer Zeit, in der die Zukunft des Gebäudes unsicher erscheint. Der von 1974 bis 1978 errichtete Bau ist dringend sanierungsbedürftig. Bei allem Stolz auf herausragende Architektur betont LAG-Sprecher Jasper, dass man Räume brauche, in denen man arbeiten könne. Die beiden Gerichte hatten deshalb 2020 per Annonce nach alternativen Standorten in Hamm gesucht. Es habe mehrere ernstzunehmende Angebote gegen, sagte Jasper. Sie stünden nach wie vor zur Diskussion.

Der BLB prüfe derzeit verschiedene Optionen für eine bestmögliche langfristige Unterbringung der Gerichte, sagte Sprecherin Silke Schenck. Darunter sei auch eine Kernsanierung des Bestandsgebäudes an der Marker Allee. Dabei werde man auch die Besonderheiten des Denkmalschutzes berücksichtigt.

Besonderer Terrassenbau ragt weit in die Ahseaue

Bei dem Gerichtsgebäude handelt es sich um einen Terrassenbau, der sich auf Stelzen weit in die Ahseaue hinein erstreckt. Entworfen haben es der Aachener Architekt Karl-Peter Schliewe (1929-2014) und die von ihm geleitete Zentrale Planungsstelle zur Rationalisierung von Landesbauten. Das Team entwarf und baute im selben Zeitraum auch die damaligen Gesamthochschulen Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal. Den Eingangsbereich des Hammer Gerichtsgebäudes ziert seit 1979 eine namenlose Stahlskulptur des Unnaeraner Künstlers Carlernst Kürten (1921-2000).

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