Sanierungsbedürftig

Landesarbeitsgericht sucht in Hamm neue Bleibe - Denkmalschutz für Terassenbau?

Das Landesarbeitsgericht steht seit 1978 an der Marker Allee.
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Das Landesarbeitsgericht steht seit 1978 an der Marker Allee.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) denkt über einen Umzug innerhalb Hamms nach. Das Gerichtsgebäude an der Marker Allee gilt als sanierungsbedürftig. Derzeit laufen Gespräche über Sanierung, Neubau oder die Anmietung einer Immobilie. Der Altbau soll gleichzeitig unter Denkmalschutz gestellt werden.

Hamm - Der Terrassenbau für LAG und Arbeitsgericht stammt aus dem Jahr 1978. Seit gut fünf Jahren bemerke man immer wieder Baumängel, sagte ein Gerichtssprecher. Das sieht auch der Eigentümer so, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB). Man komme seinen Sanierungsverpflichtungen stets gewissenhaft nach, sagte eine Sprecherin. In Sachen Haustechnik, Schallschutz und Barrierefreiheit gebe es an der Marker Allee Erneuerungsbedarf.

Prüfung der Wirtschaftlichkeit

Ob eine Sanierung wirtschaftlich vertretbar ist, wird derzeit geklärt. Man prüfe verschiedene Möglichkeiten des weiteren Vorgehens, so die BLB-Sprecherin. Dabei gehe es um Kernsanierung oder Neubau. Alles erfolge in enger Abstimmung mit LAG und Justizministerium.

Möglich wäre aber auch eine Zukunft ohne BLB. Die beiden Gerichte seien derzeit Mieter des Landesbetriebs, so der Gerichtssprecher. Und der Mietvertrag ende in absehbarer Zeit. Per Zeitungsanzeige sucht die Justiz in diesen Tagen deshalb ein „bürgerfreundliches, barrierefreies, modernes und energieeffizientes Gebäude anzumieten“.

Entscheidung noch nicht gefallen

Benötigt werden sechs Sitzungssäle, Büros, Archiv- und Sanitärräume, das alles im Drei-Kilometer-Radius um den Hauptbahnhof mit guter Bus- oder Bahnanbindung. Die Anzeige sei eine Marktanalyse und diene der Sondierung von Alternativen, sagte der Gerichtssprecher. Es gebe auch bereits Rückmeldungen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen.

Offen ist auch noch, ob das Gerichtsgebäude an der Marker Allee zum Baudenkmal erklärt wird. Ein entsprechendes Verfahren läuft derzeit bei der Oberen Denkmalbehörde, die bei der Bezirksregierung Arnsberg angesiedelt ist. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe sei als Fachbehörde beteiligt, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung. Anfang des kommenden Jahres sei mit einer Entscheidung zu rechnen.

Gebäude ragt in die Ahseaue hinein

Als denkmalwert könnte der Bau aufgrund seiner ambitionierten und gleichzeitig zeittypischen Architektur eingestuft werden. Das gestaffelte fünfstöckige Gebäude steht zum Hochwasserschutz auf Stelzen und ragt von der Marker Allee aus weit in die Ahseaue hinein.

Die Stadt ist einem Sprecher zufolge in die Diskussion eingebunden und will unterstützend wirken. Man sei erfreut, dass das LAG einen Standort in Hamm suche. Das stehe aber gar nicht zur Disposition, so der Gerichtssprecher. Der Gerichtsstandort sei gesetzlich festgeschrieben.

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