Land finanziert Radweg aus Restmitteln

Auf der ehemaligen Bahntrasse der Westfälischen Eisenbahn soll ein Radweg entstehen. ▪
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Auf der ehemaligen Bahntrasse der Westfälischen Eisenbahn soll ein Radweg entstehen. ▪

RHYNERN ▪ Bei den Haushaltsberatungen im Dezember hatten die Sozialdemokraten bezweifelt, dass am Handlungsprogramm „Alleenradwege auf stillgelegten Bahnstrecken in NRW“ festgehalten wird. Und tatsächlich: Der Fördertopf des Landes ist leer.

Grund für die fehlenden Gelder ist aber nicht, wie befürchtet, die angespannte Haushaltslage, sondern, „dass das Alleenradwegeprogramm ausfinanziert ist“, erklärt Stadtsprecher Christian Strasen. „Andere Maßnahmen sind teurer geworden. Der Topf ist leer.“

Das gefährdet aber nicht die vor allem bei Umweltverbänden und Jägern umstrittene Fortsetzung des Radwegs auf der ehemaligen Bahntrasse vom Kreis Unna über Osterflierich, Allen und Wambeln bis nach Welver. „Das Land hat gesagt: Dieser Radweg ist im Landesinteresse und daher soll der Landesbetrieb ihn aus eigenen Mitteln bezahlen“, sagt Strasen.

Ursprünglich sollte die Landesbehörde das Bauvorhaben aus Mitteln des Handlungsprogramms refinanzieren. Jetzt sollen so genannte Restmittel aus dem Haushalt 2010 verwendet werden – immerhin 1,9 Millionen Euro, vor eineinhalb Jahren waren noch Baukosten in Höhe von 671 000 Euro genannt worden. Das Geld ist für den 2,3 Kilometer langen Abschnitt westlich der B 63 bis zum derzeitigen Ausbauende an der Stadtgrenze zum Kreis Unna bestimmt und für den östlichen etwa 900 Meter langen Teil von Wambeln bis zur Stadtgrenze zum Kreis Soest.

Die verbleibenden 3,6 Kilometer des Radweges zwischen B 63 und Sönnernstraße werden nicht auf der ehemaligen Bahntrasse angelegt. Stattdessen wird der parallel verlaufende Wirtschaftsweg, die Pentlinger Straße, genutzt. Für diesen Abschnitt ist die Stadt Hamm zuständig. Ihr Anteil an der Gesamtfinanzierung des auf derzeit etwa 2,1 Millionen Euro geschätzten Bauvorhabens beträgt 110 000 Euro. Jedoch stehen Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) – ein Antrag ist gestellt – und Mittel des Straßenbaus für straßenbegleitende Radwege über den Landesbetrieb Straßen in Aussicht. Die Höhe der Beträge stehen noch nicht fest.

Den weiteren Zeitplan bestimmt vor allem der Finanzierungsplan des Landes. Demnach sollen die Bahnflächen in diesem Jahr erworben werden. Die Finanzierung der Baumaßnahme soll in Abschnitten frühestens ab 2012 beginnen. Die Stadtverwaltung übernimmt nach dem Beschluss des Stadtrates im Dezember die weitere Planung. ▪ ha

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