Schäfer fassungslos

Pure Lust am Töten? Lamm auf Weide erschossen - Jungtier war erst 14 Tage alt

Eine unfassbare Tat schockt die Menschen in Hamm-Norddinker: Auf einer Weide ist ein erst 14 Tage altes Lamm von Unbekannten erschossen worden.

Norddinker – Schäfer Thomas Büttner ist fassungslos. Eins seiner Lämmer, das er mitsamt dessen Mutterschaf im Nordfeld in Hamm-Norddinker auf einer Obstwiese weiden ließ, ist tot. Die Tatsache an sich ist traurig genug, aber was ihm das blanke Entsetzen und die Zornesröte ins Gesicht treibt: Das gerade einmal 14 Tage alte Lamm ist erschossen worden.

StadtHamm
Fläche226,3 km²
Bevölkerung179.859 (2020)

„Sowas haben wir noch nicht erlebt. Am Montagabend war noch alles in Ordnung“, berichtet Büttner. „Am Dienstag fanden wir das Lamm auf der Weide liegend – erschossen.“ Vermutlich mit einer Kleinkaliber-Waffe. Büttner hat Anzeige erstattet und gleich den zuständigen örtlichen Jagdpächter über den Vorfall in Hamm informiert.

Schäfer aus Hamm: „Es ist die absolute Sinnlosigkeit, die mich erschreckt“

Die Polizei machte sich vor Ort einen eigenen Eindruck und fotografierte den Tatort. Die Beamten ermitteln nun in dem Fall um das tote Lamm. So etwas passiert höchst selten. Bei der Polizei Hamm ist kein Fall dieser Art in jüngster Zeit bekannt geworden.

Tödlich getroffen: Der Schäfer fand das Lamm auf der Weide.

Büttner kann das nicht beruhigen. „Es ist diese absolute Sinnlosigkeit, die mich erschreckt. Ob jemand so etwas aus Dummheit tut oder aus purer Lust am Töten? Ich weiß es nicht.“ Und mit Blick auf das Mutterschaf: „Es tut weh, das Mutterschaf trauern zu sehen.“

Hamm: Getötetes Lamm hatte schon schwierige Geburt hinter sich

Bereits der Weg ins Leben des Lamms sei buchstäblich eine schwierige Geburt gewesen. Wie Büttner schildert, habe die Mutter sich so ungeschickt an einem Baum in einer Mulde festgelegt, dass sie ihre beiden Kinder, die sie in sich trug, „bergauf“ hätte gebären müssen.

Sie habe sich schon über eine Stunde lang verausgabt, als der Schäfer routinemäßig nach ihr sah. Sofort habe er das Problem erkannt. „Sie war fertig wie ein Mettbrötchen“, sagt er. Als Geburtshelfer hat Büttner allerdings glücklicherweise Erfahrung, so dass die beiden Kleinen dann recht schnell das Licht der Welt erblickten.

Lamm wegen schwerer Geburt schon auf „Intensivstation“

Die Weide in Hamm, auf der die Herde stand, war allerdings nicht direkt mit dem Auto erreichbar. So schnell wie möglich schafften sie frisches Wasser für das erschöpfte Muttertier herbei. Büttner: „Zehn Liter hat sie sich weggeschlabbert.“ Nun hieß es Geduld haben, bis die drei betroffenen Tiere auf wackeligen Beinen zum Auto laufen und im Anhänger nach Hause transportiert werden konnten. „Dort mussten wir die drei erst mal im Stall fit füttern. Das erfordert schon besondere Aufmerksamkeit.“

Trauer auf der „Intensivstation“: Eigentlich stehen die Schafe auf der Obstwiese, um aufgepäppelt zu werden, doch ein Lamm wurde erschossen. Das weiße Mutterschaf (links) trauere um den Verlust des Lamms, wie Büttner sagt.

Aus diesem Grunde kamen sie zu einer weiteren Schafsmutter mit ebenfalls zwei Lämmern und drei „Flaschenlämmern“ auf die kleine Obstwiese. „Das ist im Grunde unsere Intensivstation.“

Büttner hat mehr als 200 Tiere, darunter auch Ziegen. Sie stehen sonst auf diversen Weiden im Stadtbezirk. So etwas wie in Norddinker darf nicht noch einmal passieren. Deshalb bittet er: Wer etwas Verdächtiges gehört oder gesehen hat oder gar Zeuge der Tat war, möge sich bei der Polizei Hamm melden.

Täter muss sich auf Freiheitsstrafe oder Geldstrafe einstellen

Hinsichtlich der Strafbarkeit einer solchen Tötung ist das Tierschutzgesetz in Paragraph 4, Absatz 1 eindeutig. Dort heißt es: „Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.“

Sollte ermittelt werden können, wer das Lamm erschossen hat, so kann der Täter sich gemäß Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes auf eine „Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe“ einrichten, „wenn das Tier mutwillig getötet oder gequält wird“.

Hinweise nimmt die Polizei Hamm unter der Rufnummer 02381 916-0 oder unter hinweise.hamm@polizei.nrw.de. 

Auch ein schlimmer Fall: Welpen waren auf einem Balkon angekettet - Tierschützer und Polizei retteten die Hunde aus einer Wohnung im Märkischen Kreis.

Rubriklistenbild: © Büttner

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