Aufgeheizte Stimmung bei Ergänzungswahlen

Lagerkampf: Tiefe Gräben bei Bockum-Höveler Genossen

+

Bockum-Hövel – Der tiefe Graben in der Bockum-Höveler SPD bleibt offen. Auch bei der Mitgliederversammlung zur Besetzung der restlichen Vorstandsposten wurden keine Brücken gebaut.

Eine aufgeheizte Stimmung herrschte bei der Fortsetzung der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Bockum-Hövel im Schützenhaus Bockum. Da im vergangenen Monat nicht der gesamte Vorstand gewählt worden war, fanden nun die restlichen Wahlen statt. Deutlich spürbar war, dass die Mitglieder sich auf zwei Lager aufteilten.

Etwas weniger als die Hälfte waren Unterstützer von Damian Chatha, der die Wahl zum Ortsvereinsvorsitzenden gegen Sabine Zumbrink verloren hatte. Deutlich mehr als die Hälfte der anwesenden 69 wahlberechtigten Mitglieder unterstützten die neue Vorsitzende. Alleine 15 Neu-Mitglieder waren erst in der Woche vor der Versammlung dem SPD-Ortsverein beigetreten.

Lesen Sie auch:

Überraschung bei der SPD Bockum-Hövel: Zumbrink neue Vorsitzende

Neue SPD-Chefin verärgert über Putsch-Vorwürfe - Spaltung überwinden

14 Bewerber für 5 Posten

Noch kurzfristig vor Beginn der Sitzung gaben einige Mitglieder dem Präsidium schriftlich oder persönlich ihre Kandidatur für verschiedene Ämter bekannt. So bewarben sich 14 Mitglieder für die 5 Posten des Beisitzers. Chatha stellte nach Bekanntgabe der Anzahl der Kandidaten einen Antrag auf Erhöhung der Beisitzerposten auf die Zahl der Bewerber. „Um eine Zusammenarbeit aus beiden Lagern zu fördern“, begründete er diesen Antrag, der der ursprünglichen Planung entgegenstand.

Bei der ersten Versammlung im Juli sollte die Zahl der Beisitzer eigentlich von neun auf fünf reduziert werden.

"Einfach nur Stimmung machen"

Die Versammlung lehnte es ab, die Zahl der Beisitzer deutlich zu erhöhen. Zumbrink bewertete diesen Antrag dazu als unrealistisch, schlug aber als Kompromiss vor, die Anzahl auf sieben Beisitzer zu begrenzen. Die Mehrheit entschied sich für diesen Vorschlag.

Direkt im Anschluss an diese Abstimmung gaben ganz unerwartet mehrere zuvor aufgestellte Kandidaten ihren Rücktritt bekannt. „Sie wollten einfach nur Stimmung machen“, bewertete Zumbrink diese Situation.

Chatha kritisiert Zumbrinck

Ein Mitglied erhob sich daraufhin von seinem Platz und teilte der gesamten Versammlung seine Bedenken mit, warum er Chatha nicht bei der Wahl zum Vorsitzenden unterstützt hatte: „Ich hatte einfach die Sorge, dass der Verein durch den Unterbezirk regiert wird, wenn der aktuelle Fraktionsvorsitzende, Damian Chatha, dann auch noch zusätzlich Vorsitzender unseres Ortsvereins sein wird“.

Chatha bemängelte im Gespräch mit dem WA, dass eine Zusammenarbeit von Seiten Zumbrinks offenbar nicht erwünscht sei. Ein Mitglied hatte ihn dazu kritisiert: „Man darf sich nicht beschweren, dass der Wille für eine gemeinsame Zusammenarbeit nicht gegeben ist und direkt im Anschluss tritt man von seiner Kandidatur zurück. Zusammenarbeit kann nur funktionieren, wenn wir nicht gegeneinander, sondern vielmehr miteinander arbeiten.“

Liste sorgt für Empörung

Während der Sitzung wurde bekannt, dass der neue Vorstand eine Liste verteilt hatte, auf der Wunschkandidaten für die restlichen Posten aufgelistet waren. Dies sorgte für Empörung. „Es handelte sich lediglich um eine Empfehlung seitens des Vorstands“, erklärte Zumbrink.

Sie teilte den Anwesenden mit, dass der Vorstand nun seine Arbeit aufnehmen werde. Zunächst wolle man sich aber in der nächsten Woche an einem Infostand auf dem Marktplatz vorstellen sowie Themen und Vorschläge von den Bürgern sammeln.

Wohnen und Sicherheit im Fokus

Zwei Themen, auf die man sich in naher Zukunft fokussieren wolle, seien Wohnen und Sicherheit, so Zumbrink. Dazu werde es im September einen Ortstermin geben, bei dem der SPD Ortsverein gemeinsam mit dem benachbarten Supermarkt und dem Immobilienunternehmen Wilczek über die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule informieren wolle.

An diesem Tag soll es zudem eine Waffelbackaktion geben. Der Erlös soll zugunsten einer neuen Weihnachtsbeleuchtung für die Höveler City gespendet werden.

Gefühl der Unsicherheit nimmt zu

Des Weiteren sei dem Vorstand zugetragen worden, dass bei der Bockum-Höveler Bevölkerung ein zunehmendes Gefühl der Unsicherheit herrsche, sagte Zumbrink. „Wir werden in dieser Hinsicht Gespräche mit Bürgern, der Polizei und weiteren Kooperationspartnern führen, um das Sicherheitsgefühl wieder zu stärken“, erklärte sie.

Auf der Tagesordnung der Versammlung standen weiterhin Delegiertenwahlen für den großen sowie den kleinen Parteitag. In beiden Fällen kamen nur Kandidaten aus dem Zumbrink-Lager zum Zuge.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare