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Lage „extrem“: Stadt pumpt frisches Wasser in die Teiche, damit denen nicht die Luft ausgeht

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Von: Frank Lahme

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Wasser marsch: Am Ahsedüker wird seit Donnerstag Wasser aus der Ahse entnommen.
Wasser marsch: Am Ahsedüker wird seit Donnerstag Wasser aus der Ahse entnommen. © Reiner Mroß/Digitalbild

Wenn in der kommenden Woche die Temperaturen (wie angekündigt) über der 30-Grad-Marke liegen werden, könnte den heimischen Gewässern buchstäblich die Luft ausgehen. Die Stadt hat erste Schutzmaßnahmen ergriffen.

Hamm – Lippe und Ahse führen derzeit noch ausreichend Wasser und gelten auch mittelfristig nicht als gefährdet, in den kleineren Gewässern sieht es aber schon jetzt ziemlich finster aus. Die Geinegge und der Ennigerbach sind teils trockengelaufen. Auch er habe so etwas noch nicht gesehen, sagt Dirk Bergmeier, der städtische Gewässerschützer und bezeichnet die Lage dort als „extrem“.

Kurparkteiche mit Millionen Liter Ahsewasser angereichert

Auch in den städtischen Teichen wird es in der kommenden Woche wohl den Bach heruntergehen. Städtische Mitarbeiter haben deshalb am Donnerstag damit begonnen, die Kurparkteiche mit Ahsewasser zu speisen. 120 Kubikmeter werden stündlich über eine mobile Pumpanlage des Tiefbauamtes am Ahsedüker entnommen und über einen unterirdischen Kanal (der normalerweise als Regenüberlauf dient) in die Kurparkteiche zurückgepumpt.

Am Donnerstag liefen die Pumpen acht Stunden, am Freitag fünf, und am Montag sollen sie noch einmal acht Stunden in Betrieb sein. 2,4 Millionen Liter Wasser sollen so in die Teiche gelangen. Das Verfahren wurde vom Tiefbauamt entwickelt und jetzt erstmals angewandt.

Vor allem Selbach- und Ebertpark die Problemfälle

„Trotzdem handelt es sich um eine prophylaktische Maßnahme“, sagt Stadtsprecher Detlef Burrichter. Die städtischen Gewässer – allein die drei Kurparkteiche haben eine Fläche von 2,4 Hektar – würden engmaschig kontrolliert. Als am wenigsten problematisch würden auch absehbar der Nordring-Teich und der am OLG eingestuft. Diese würden von der Ahse (OLG-Teich) und dem Kanal (Nordring) gespeist.

Schwieriger sei es mit den Teichen im Selbachpark und im Ebertpark. Der Selbach speise den Teich im Selbachpark, der Hoppeibach den im Ebertpark. „Diese Bäche sind dringend auf Wasser angewiesen“, sagt Stadtsprecher Burrichter. Wenig helfen würde es, wenn es in Kürze Gewitter gebe. Auch dann würde den Gewässern (durch den plötzlichen Temperaturabfall) Sauerstoff entzogen.

Abgesunkene Pegelstände nicht gravierend

Konkrete Maßnahmen, um ein „Umkippen“ der Teiche zu verhindern, hat die Stadt derzeit noch nicht eingeleitet oder auf dem Zettel. Die Fischbestände bräuchten drei Milligramm Sauerstoff pro Liter. „Derzeit wird dieser Wert in allen Teichen noch erreicht“, so Burrichter.

Problematische seien in den Teichen auch nicht die durch Verdunstung abgesunkenen Pegelstände. Wenn, dann mangele es an der Zufuhr von Frischwasser.

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