Beschwerden über Techno-Bässe

Lärm-Party nervt Nachbarn der Alfred-Fischer-Halle

Die "Studio-X"-Party in der Alfred-Fischer-Halle brachte etliche Nachbarn um den Schlaf.
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Die "Studio-X"-Party in der Alfred-Fischer-Halle brachte etliche Nachbarn um den Schlaf.

Manchmal führen Beschwerden zu einem Lernprozess. Der ist angesichts der Klagen von Anwohnern des Hämmschen über eine zu laute Party in der Alfred-Fischer-Halle wohl bei der Stadt in Gang gekommen.

Heessen – Mehrere Leser hatten sich beim WA gemeldet und über die laute "Studio-X"-Party in der Fischer-Halle berichtet, die am 7. Dezember erst um 8 Uhr in der Frühe beendet worden sei. Auch bei Stadt und Polizei waren Beschwerden angekommen. Dabei geht es um Zeitvorgaben, Dezibel-Grenzen – und die Art der Musik, die dort gespielt wurde: Techno mit starken Bässen.

Eine Leserin fasste sich kurz. „Starke Ruhestörung der Anwohner am Hämmschen durch DJ Festivals“, schrieb sie stichwortartig, „bis 8 Uhr morgens hämmernde Beats...“ Sie habe nichts gegen Veranstaltungen wie die 70er-, 80er-, 90er- Jahre-Partys oder Konzerte – die seien kaum zu hören und störten weniger.

„In der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember waren die Bässe der Musik aber so laut, dass es unmöglich war, ungestört zu schlafen“, schrieb ein anderer Leser, „man möchte sich doch am Wochenende etwas erholen, dies ist aber bei der Lärmbelästigung bis 8 Uhr morgens unmöglich.“ Da frage er sich, wer hierfür die Genehmigungen erteilt?

Die Antwort: Die Stadt erteilt die Genehmigungen. Das sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. Der Veranstalter, eine Eventagentur in Essen, habe eine Genehmigung beantragt und erhalten. Die habe auch eine Aufhebung der Sperrstunde enthalten. Es geht also um zweierlei: die Lautstärke und die Sperrstunde.

Lautstärke nicht gleich Lautstärke

Jeder Mieter der Halle erhalte Hinweise auf den Lärmschutz, das sei Bestandteil der Mietverträge, so der Stadtsprecher, „das scheint an diesem Wochenende wohl nicht geklappt zu haben.“ Dabei weist er auf Unterschiede der Musik hin: Normale Rock- und Popmusik sei offenbar in der Fischer-Halle gut aufgehoben, in den vergangenen 15 Jahren habe es praktisch keine Beschwerden gegeben.

Bei basslastigen Rhythmen sehe das offenbar anders aus: „Bässe einzusperren, ist weitaus schwieriger.“ Denn je tiefer der Ton, desto weiter werde er in der Luft übertragen. Und: Auch Baukörper könnten die Bässe weiterleiten. Die Stadt wolle aus dieser ersten Technoparty lernen und neue, konkrete Grenzwerte festlegen. Kleiner Hinweis an die Stadt: Auch die Eins-Live- und die Heavy-Metal-Partys waren am Hämmschen deutlich zu hören.

Vom Sinn der Sperrstunde

Der andere Kritikpunkt war, dass die Bässe bis 8 Uhr wummerten. In Nordrhein-Westfalen gilt in der Tat eine Sperrstunde zwischen fünf und sechs Uhr. Der Veranstalter habe die Aufhebung der Sperrstunde beantragt und darauf hingewiesen, dass die Einhaltung nicht sinnvoll sei: Im Technobereich tanze man in der Regel sogar bis mittags, und eine Stunde Sperre würde bedeuten, dass das Publikum eine Stunde lang die Umgebung der Alfred-Fischer-Halle „geflutet“ hätte. Das wäre auch ziemlich laut geworden. Vielleicht ist Durchfeiern da doch die bessere Lösung.

Hinzu kommt: In der Halle waren wohl eher weniger Menschen aus Heessen und aus Hamm. Der Veranstalter hatte Busse organisiert, die Gäste aus Essen nach Hamm und wieder zurückbrachten. Zugleich gab es einen Pendelbus zwischen Hauptbahnhof und Fischer-Halle. Techno-Fans aus dem ganzen Ruhrgebiet machen wohl die Nacht zum Tage.

Auch vorher gab es schon laute Partys:

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