Fluss könnte natürlicher sein

Lachse sollen in Lippe laichen: Stopp für Grubenwasser

Das stark belastete Grubenwasser aus dem Kohlebergbau, das oberhalb des Wehrs Beckinghausen bei Lünen regelmäßig in die Lippe eingeleitet wird, um das Grundwasser zu schonen, wird in den stillgelegten Grubenstollen aufgestaut und daher in den nächsten zwei Jahren nicht mehr den Unterlauf der Lippe belasten.
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Das stark belastete Grubenwasser aus dem Kohlebergbau, das oberhalb des Wehrs Beckinghausen bei Lünen regelmäßig in die Lippe eingeleitet wird, um das Grundwasser zu schonen, wird in den stillgelegten Grubenstollen aufgestaut und daher in den nächsten zwei Jahren nicht mehr den Unterlauf der Lippe belasten.

„Die Lippe könnte so ein super Fluss sein, es wäre sogar ein ideales Brutgebiet mit hervorragenden Laichplätzen für den Lachs“, schwärmt Biologin Dr. Margret Bunzel-Drüke von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz von den Möglichkeiten, die der heimische Fluss bietet.

Lippetal – Allerdings gibt es aus der Sicht von Biologin Dr. Margret Bunzel-Drüke Faktoren, die das ideale Brutgebiet der Lippe verhindern. Einer davon wurde jetzt gestoppt.

Das stark belastete Grubenwasser aus dem Kohlebergbau, das oberhalb des Wehrs Beckinghausen bei Lünen in die Lippe eingeleitet wird, um das Grundwasser höherer Stockwerke und damit auch Trinkwasserquellen für die Wasserwerke zu schonen, wird in den nächsten beiden Jahren nicht mehr den Unterlauf der Lippe belasten. Das ist möglich, weil weitere unterirdische Stollen in mehreren Stockwerken wegen des Stopps beim Bergbau nicht mehr benötigt und deshalb jetzt geflutet werden können. Zudem wird das Grubenwasser nun auf einen höheren Level angestaut.

Grubenwasser und Sperren in Lippe

Der zweite Grund, weshalb sich die Lachse nicht bis in den Oberlauf der Lippe heraufkämpfen können, sind die wasserquerenden Bauwerke wie zum Beispiel das 80 Kilometer vor der Lippemündung in den Rhein liegende Wehr am Haus Dahl an der Grenze vom Kreis Unna und der Stadt Recklinghausen. Dort fehlt ebenso eine Fischumgehung wie am Wehr Stockum bei Hamm. Eine andere Fischart, die „Nasen“, wurde oberhalb des Wehres bei Haus Dahl in die Lippe eingesetzt und hat es dann bis nach Hamm geschafft. Dort war das Wehr Stockum Endstation. Beide Wehre werden nicht mehr benötigt und könnten geöffnet werden.

Für Margret Bunzel ist es „eigentlich ein Skandal“, dass die Lippe nicht von sehr schädlichen Grubenwasser und Sperren befreit wird. Das salzige und mit Schadstoffen aus teils eingelagerten Problemabfällen belastete Grubenwasser mache die einheimische Fischfauna kaputt und schade den Insekten. Da es sich laut Bunzel-Drüke beim Pumpen des Grubenwassers um eine der „Ewigkeitsaufgaben“ handelt, weil sonst im Einzugsgebiet über den stillgelegten Bergwerksstollen ganze Häuser in Seen aus Grubenwasser versinken könnten, müsste eine Lösung gefunden werden. Nach der EU-Wasserrichtlinie haben die Mitgliedsstaaten die Pflicht, die Wasserläufe nach und nach in einen guten Zustand zu versetzen.

Bunzel-Drüke: „Es gäbe andere Möglichkeiten, als das Grubenwasser in die Lippe zu leiten, so könnte das Wasser, wenn man es steigen ließe, über unterirdische Kanäle anderer Bergwerke bis zum Rhein gelangen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Pipeline, die das Grubenwasser statt in die Lippe in den Rhein fließen lässt oder sogar eine Leitung bis in die Nordsee. Die negativen Faktoren können so nicht länger hingenommen werden.“

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