Kultkneipe nach der Krise aktiv in die Zukunft

Pinter‘s Pinte: „So etwas wollen wir nie wieder erleben“

In „Pinter’s Pinte“ kehrt wieder Leben ein.
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In „Pinter’s Pinte“ kehrt wieder Leben ein. Das freut die Wirtsleute Angelika und Andreas Pinter ebenso wie Stammgast Benjamin Breuer (Mitte).

Langsam zieht in der Herringer Kultkneipe „Pinter’s Pinte“ wieder Leben ein. Für die zurückliegende Zeit findet Wirtin „Muddi“ sehr klare Worte.

Herringen - Seit dem Fronleichnamstag am 3. Juni haben die Wirtin Angelika „Muddi“ Pinter und ihr Mann Andreas wieder geöffnet, doch auf dem Stand der „Vor-Corona-Zeit“ sei man noch lange nicht, erklärt die Wirtin. Vor allem die Vereine sorgten derzeit wieder für Leben, und dafür seien sie und ihr Mann Andreas sehr dankbar. Der Blick des Unternehmerpaares geht wieder voraus.

„So eine Pandemie möchten wir nie wieder erleben“, sagt die „Muddi“ genannte Wirtin. Der erste Lockdown am 15. März vergangenen Jahres habe sie alle kalt erwischt. Bei einer unmittelbar folgenden Personalversammlung in ihrer Gaststätte wurden sie sogar alle „scharf“ überprüft, da man ihnen einen illegalen Kneipenbetrieb unterstellte. Das habe sich dann aber aufgeklärt. „Natürlich war das für alle eine völlig neue Situation, aber es bleibt dabei, dass der Ton die Musik macht“, so Andreas Pinter.

„Die Beschilderung, das Desinfektionsmittel und alles, das hat richtig Geld gekostet“, erinnert sich der Wirt. Er wisse, dass viele Leute zu der Zeit kurzerhand ins Private ausgewichen sind. „Da hätte man schon mehr Solidarität erhofft“, sagt seine Frau. Ein weiteres Problem war, dass viele Mitarbeiter ihren Job gewechselt oder ganz aufgehört hätten. Im zweiten Lockdown seien nicht nur die Rahmenbedingungen sicherer gewesen, auch das Engagement eines Vereins hat den Wirten imponiert: Der Steel-Dart-Club „Garfield“ hat unter Einhaltung aller Auflagen die Qualifikation zur Dart-Weltmeisterschaft bei ihnen ausgerichtet.

„Pinter´s Pinte“ startet durch: Vereine tragen Geschäft

„Da war zwar sofort wieder die Polizei vor Ort, aber die staunten nicht schlecht, als ihnen ein Arzt des Deutschen Roten Kreuzes die Genehmigungen zeigte und den Zutritt verweigerte, da sie ein Sicherheitsrisiko darstellten“, sagt Andreas Pinter schmunzelnd. Nun laufe das Geschäft wieder und es seien gerade die Vereine, die sie trügen, erklärt die Wirtin. Ob Dartspieler, Karnevalisten oder Kegler – dank ihres Besuchs gehe es voran. „Wir haben auch Vereine dazubekommen, deren bisherige Gaststätten die Krise nicht überstanden haben“, sagt Andreas Pinter. So seien nicht mehr viele Kegelbahn-Termine frei. Der Theken-Besuch sei am Wochenende wieder stark, nur über die Woche gehe es noch schleppend.

Der Blick der Unternehmer geht aber wieder nach vorn: Zuletzt haben sie nicht nur einen brandneuen Flipper angeschafft, sondern auch einen Bierwagen gekauft. „Damit wollen wir bei großen Veranstaltungen dabei sein, eigene Events bereichern und ihn auch vermieten“, so Andreas Pinter. Nun hoffen sie auf gute, neue Mitarbeiter und mehr Zuspruch zum Feierabend-Bier in der Woche. „Ich war dieser Tage bei einigen Kunden, die zu den Hagener Hochwasser-Opfern zählen“, berichtet Andreas Pinter, der eine Continentale-Versicherungsagentur betreibt. Da habe er, angesichts der Trümmerlandschaften, Tränen in den Augen gehabt und gemerkt, wie gut es ihnen doch gehe.

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