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Schießbude neben der Theke, Disco-Feeling pur: Wir suchen Hamms kultigste Partykeller!

Schön warm verpackt mit zahlreichen Schals: Fußball ist ein großes Thema im Thekenbereich bei Neusüß. Der Raum beeindruckt auch durch viele Lichteffekte.
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Schön warm verpackt mit zahlreichen Schals: Fußball ist ein großes Thema im Thekenbereich bei Neusüß. Der Raum beeindruckt auch durch viele Lichteffekte.

Kein Haus ohne Partykeller: Früher gehörte die Theke im Untergeschoss einfach dazu. Heute ist das längst nicht immer so. Wir stellen die kultigsten Partykeller Hamms vor. Und machen den Anfang in Rhynern.

Rhynern – Als die Familie Neusüß Anfang des Jahrtausends das Reihenhaus in Hamm-Rhynern kaufte, hatte Vater Jörg Neusüß eigentlich ganz andere Pläne mit den Kellerräumen. Als gelernter Tischler freute er sich auf seine Heimwerkstatt, in der er in Ruhe basteln konnte. Aber der Vorbesitzer hatte im größten Raum des Untergeschosses eine Theke eingebaut und diese dort belassen. Und eigentlich musste Neusüß gar nicht lange überlegen, denn mit einer Kellerbar konnte sich der einst begeisterte Avantgardist im Schützenverein Rhynern durchaus auch anfreunden.

StadtHamm
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche226,3 km²
Einwohner178.967 (31. Dez. 2020)

Corona-Zeit: Partykeller in Hamm bekommt Feinschliff für „modernen Dreikampf“

Heute will er seinen Partykeller nicht mehr missen. Viele schöne Stunden habe er dort mit Familie und Freunden verbracht. Die Kinder sind längst groß und haben ihrerseits schon dort gefeiert.

Die Corona-Zeit nutzte der geschickte Handwerker nun, um seinem Partykeller einen neuen Feinschliff zu geben – und das mit Liebe zum Detail und Stationen zum „modernen Dreikampf“, wie er seine Sportstätten nennt. Neben Darts und Kicker hat sich Neusüß nämlich mittlerweile einen kleinen Schießstand in den Partyraum gebaut. Darauf ist er besonders stolz, zumal er seinem Hobby – wenn auch in abgespeckter Form – daheim nachgehen kann. Er selbst ist Schießleiter bei der Schießgruppe in Hilbeck, also kennt er sich mit den Gegebenheiten aus.

Das ganze ist natürlich kein echter Schießkeller, er benutzt auch kein Luftgewehr, wie man es von den Schießgruppen kennt. „Ich habe ein Oktoberfest-Gewehr, das jedermann von der Schießbude auf Schützenfesten kennt“, erklärt er. Und die Ziele kennt jeder Festbesucher auch: Rosen in Plastikröhrchen, Sternchen und kleine Metall-Dosen in Pyramidenform aufgebaut. Und so könne jeder völlig ungefährlich sein Glück versuchen. „Die Trefferquote kann dann zu späterer Stunden schon einmal sinken“, sagt Neusüß augenzwinkernd.

Gut Schuss: Der passionierte Schütze Neusüß hat sich seinen eigenen kleinen Kirmes-Schießstand in den Keller gebaut.

Erinnerungsstücke: Alte Flaschen vom Hammer Bier im Partykeller

Denn ein Partykeller ist nun einmal ein Partykeller, und da gibt auch etwas zu trinken. „Daran wird es nicht fehlen. Eine kalte Flasche Bier habe er immer für seine Gäste da – gerne von Isenbeck. „Das ist das Bier aus Hamm. Da muss man doch trinken“, sagt er überzeugt vom Geschmack der heimischen Marke. Davon hat er auch noch eine Flasche im Regal stehen, die nicht mehr ganz so frisch ist: eine bauchige 0,33-Liter-Flasche. Und die dürfte so mancher in Hamm noch in bester Erinnerung haben. Sie stammt aus dem einst kultigen Pappkarton, der so genannten „Eppi-Kiste“ (Ex und Hopp), die auf jeden Fahrrad-Gepäckträger passte.

Warum er die eine Flasche noch geschlossen aufbewahrt, kann Neusüß gar nicht mehr beantworten. „Aber so etwas schmeißt man ja nicht weg“, sagt er lachend. Schon gar nicht, wenn man einen Partykeller hat, in dem die Flasche sogar in bester Gesellschaft steht. Denn eine 0,5-Liter-Flasche Kloster Alt – ebenfalls aus Hamm – hat Neusüß auch aufbewahrt. Abgelaufen ist diese Flasche übrigens 1991, auf der Isenbeck-Flasche wurde gar kein Datum eingeprägt.

Zwischen Avantgarden-Versammlung und Fußballfieber

Zurück zum Schützenfest: Denn nicht nur der Schießstand erinnert im Keller an eins der Hobbys des Besitzers. Seinen „Kumpel“, wie er ihn nennt, hat er auch im besten Garden-Outfit aufgestellt. Die Schaufensterpuppe trägt seine alte Avantgardenkluft, mit der er 1994 den Titel des Schützenkönigs von Rhynern erwarb. Im Hintergrund der Figur hängen Erinnerungsstücke an diese Zeit. „Wir haben hier im Keller auch schon einmal eine Avantgarden-Versammlung abgehalten“, erinnert sich Neusüß.

Der Schützenkamerad trägt die alte Avantgarden-Uniform von Jörg Neusüß auf. Vorne wird gekickert.

An den Wänden des Partykellers finden so manche Erinnerungsfotos vergangener Tage Platz. Sie geben dem Raum einen ganz persönlichen Touch – im Gegensatz zum eher farbigen Thekenschmuck. Denn wie es sich für einen Fan des FC Bayern München gehört, findet auch der Fußball seinen Platz im Keller. An der Theke hängen Schals verschiedener Clubs.

„Das sind alles Vereine, die ich mal zufällig besucht habe. Hier haben die Schals nun ihren Platz gefunden.“ Vorlieben zu den dazugehörigen Clubs habe er ansonsten nicht. Auf dem Tresen selbst aber steht natürlich ein Wimpel des SV Westfalia Rhynern, seinem Heimatverein, mit dessen Mitgliedern und Mitspielern er schon ein paar Stunden im Partykeller verbracht und über Fußball philosophiert hat. Daneben an der Wand hängt die Meisterschale, die er 1994 als Mitglied der dritten Mannschaft für den Aufstieg in die Kreisliga B erhalten hatte. Sämtliche Namen des damaligen Teams sind eingraviert.

Partykeller in Hamm: Discokugel, Plattenspieler und Nebelmaschine

In Stimmung kommen seine Gäste natürlich auch im Laufe des Abends. Was mit Hintergrundmusik anfängt, kann sich im Neusüßschen Keller auch schnell zu einer kleinen Disco verwandeln. Denn in fast jeder Ecke versteckt sich ein Lichteffekt, so dass er selbst nach so vielen Jahren noch den richtigen Schalter für das richtige Licht suchen muss. Unter der Decke dreht sich eine Disco-Kugel – ganz wie in den 1980er Jahren. Das Schleifen und Knatschen des Spiegelballs lässt darauf schließen, dass die Kugel bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat. „Ich schaue immer im Internet nach Schnäppchen. Hier im Keller ist im Grunde nichts Teures zu finden“, so Neusüß.

Hamms kultige Partykeller - hier: Jörg Neusüß

Hamms kultige Partykeller
Hamms kultige Partykeller
Hamms kultige Partykeller
Hamms kultige Partykeller
Hamms kultige Partykeller - hier: Jörg Neusüß

Die Musik selbst kommt gerne vom guten alten Schallplattenspieler. Natürlich habe er versteckt eine Bluetooth-Box, aber wenn es eine richtige Party wird, dann kommen die alten Scheiben raus. Die Anlage, gefühlt aus seiner Jugendzeit, steht in seinem Gesellenstück. Den Phono-Schrank hatte er einst als Tischler-Lehrling gebaut. Den Bass hat er vorsichtshalber ganz rausgenommen, „ich will mich ja mit meinen Nachbarn noch gut verstehen. Und unter den Platten finden auch meine Kinder immer noch Lieder, die sie mitsingen können“, weiß „Bauer“ wie ihn ganz Rhynern nennt, wie Partys funktionieren.

Partykeller in Hamm: Große Vorfreude auf die nächste Feier

Und wenn so richtig die Post abgeht, dann stellt er auch mal die Nebelmaschine an. Denn was wäre eine Disco-Kugel ohne Nebel. „Der kann ziemlich dicht werden. Wir haben uns mal nicht mehr sehen können, obwohl wir einen halben Meter auseinander saßen“, erzählt er lachend.

Wir suchen Hamms kultige Keller!

Der Partykeller: Man traf sich zum Kartenspielen, bei runden Geburtstagen oder zur Nachbarschaftsfeier, hier tratschten Frauenkegelclubs genauso wie die Jungs aus dem Fußballverein. Oft kamen die Gäste im Dunkeln an und kehrten erst heim, als es draußen wieder hell wurde.

Heute gibt es immer weniger dieser urigen Treffpunkte am Ende der Kellertreppe. Oft aus einem einfachen Grund: Es wird vielfach ohne Keller gebaut, der Platz wird für den Heimtrainer gebraucht oder als Abstellraum genutzt. Und dennoch gibt es sie noch: die kultigen Keller Hamms.

Haben auch Sie noch so einen schönen Partykeller und ein paar schöne Geschichten auf Lager? Dann melden Sie sich unter Telefon 02381 105 242 oder per Mail an lokales-hamm@wa.de. Wir kommen auf ein Bier vorbei...

Und so freut er sich bereits darauf, wenn er sich das nächste Mal mit seinen Freunden und der Familie in seinem selbst erstellten Reich auf einen „Dreikampf“ trifft oder wenn es einfach nur noch einen Absacker im Keller gibt. Auf den einst gewünschten Werkraum musste er übrigens auch nicht verzichten. Der wurde in den Heizungsraum eingebaut.

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