Kulinarisches auf der Bergehalde

PELKUM ▪ Wer kennt das nicht? Der Heißhunger ruft, und die Frage kommt auf, ob es zum Essen zum Griechen, zum Italiener oder zum Asiaten gehen soll. Beim „Running Dinner“ auf der Halde „Kissinger Höhe“ war das anders: Die gut 45 Gäste mussten sich kulinarisch nicht auf ein Land festlegen und bekamen stattdessen eine Vielfalt an internationaler Küche serviert.

Dabei waren die Speisen kulturell genauso gemischt wie es die Besucher selbst waren. „Wir wollen Hemmschwellen abbauen“, erklärte Otmar Rüther vom Verein „Ich und Du“ das Ziel des erstmals veranstalteten Projekts, bei dem Menschen unterschiedlicher Kulturen über das gemeinsame Essen ins Gespräch kommen sollten.

Ursprünglich sollte an drei Stationen auf der Halde mit immer wechselnden Tischnachbarn gegessen werden, aufgrund des regnerischen Wetters wichen die Organisatoren jedoch auf „Cottmanns Hütte“ aus.

Für die Aktion musste jeder Teilnehmer eine Vor- oder eine Nachspeise mitbringen, was sogar manch Überraschung parat hielt. Anders als man es vermuten könnte, brachten einige Teilnehmer nämlich keine Köstlichkeiten aus ihren Heimatländern mit, sondern einfach ihre Lieblingsspeise. Das machte auch Alexander Raclaf, der Heringssalat dabei hatte. „Einem Land kann man das nicht zuordnen, aber es ist meine Lieblingsgericht“, sagte er, der wie alle anderen an diesem Abend seine Sitznachbarn dem Zufallsprinzip nach zugeteilt bekam. „Man kommt übers Essen ins Gespräch“, erklärte er. „Wir unterhalten uns darüber, woher man kommt“, sagte Raclaf, der dem nicht vorgegebenen Verlauf der Veranstaltung viel Positives abgewann. „Das Gute ist, dass es keine Ziele gibt“, meinte er mit Blick darauf, dass man einfach einen schönen Abend mit leckerem Essen verbringen konnte.

Klar, dass das bestens funktionierte. Schließlich war das Eis unter den eigentlichen Fremden meist schon dadurch gebrochen, dass man sich einander zu den mitgebrachten Speisen befragte. So erklärte Sema Atakli, die gemeinsam mit einigen Frauen des DRK-Treffs zum „Running Dinner“ kam, warum ihr türkisches Gericht ausgerechnet „Griechische Nachspeise“ heißt. Während die einen von ihrem Gericht probierten, versuchte sie die asiatischen Glasnudeln. „Wir wollen die mal bei uns im DRK-Treff nachkochen“, meinte Atakli, die von dem Event begeistert war. „Jeder kann sich hier mit jedem unterhalten“, meinte sie.

Positiv überrascht waren viele der Besucher auch davon, dass nicht nur die unterschiedlichen Kulturen zusammenkamen, sondern auch altersmäßig alles vertreten war: Jugendliche, die über das ,Haus der Jugend' angesprochen wurden“, waren ebenso dabei wie ältere Pärchen. Ins Gespräch kam- en die Besucher auch wegen der Namensschilder, die jeder trug. „Die Menschen sollen sich ansprechen können“, erklärte Pfarrer Rüther das Prinzip. Dass ausgerechnet die „Kissinger Höhe“ als Veranstaltungsort ausgewählt wurde, hatte übrigens einen Grund. „Wir wollten einen interessanten Ort bieten“, erklärte er. ▪ rw

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