Verkehrswende und Gastronomie entscheidend

Koalition einig: Künftig keine Autos mehr auf der Meile!

Überzeugt von der Sperrung der Meile auf der Südstraße
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Überzeugt von der Sperrung: Ingo Müller, Katja Köckmann, Jakup Jakupi, Stefanie Baranski-Müller, Ben Böhm, Reinhard Merschhaus und Justus Moor (von links).

Die „Meile“ soll dauerhaft für den Autoverkehr dichtgemacht werden. Mit einem entsprechenden Antrag zur nächsten Ratssitzung am 29. Juni will die Koalition von SPD, Grünen und FDP zügig Nägel mit Köpfen machen.

Hamm - Damit kämen die Mehrheitsfraktionen nicht nur dem Wunsch der Gastronomen nach, sondern würden auch ein Zeichen in Richtung Verkehrswende setzen. Eine entsprechende Ratsmehrheit vorausgesetzt, könnte die Sperrung tatsächlich als „temporäre Sofortmaßnahme“ umgehend greifen. Wie eine darauf aufbauende dauerhafte Sperrung aussehen kann, soll die Verwaltung dann bis zum Jahresende erarbeiten. Der Ratsbeschluss ist erforderlich, um eine politische Sofortmaßnahme zu erwirken, die Verwaltung kann daraus später eine straßenverkehrsrechtliche Dauermaßnahme machen.

Das Thema Sperrung der Südstraße stadteinwärts ab Ostenwall ist längst keine neue Idee. Unter den vorherigen Mehrheitsverhältnissen wurde aber mehr nach Argumenten gegen eine dauerhafte Sperrung gesucht als nach Gründen dafür. Vor Corona war dieser Abschnitt der Südstraße nur freitags und samstags ab 17 Uhr für den Autoverkehr gesperrt, wenn die Meile zur Partyzone wurde. Die Poller hatten die Gastronomen dann selbst gesetzt. Sie sollen bald dauerhaft stehen.

Bisher wurden vornehmlich Rettungsdienstfahrten und Lieferverkehre angeführt, die gegen eine Sperrung der Einbahnstraße sprachen. Die Erreichbarkeit des Santa-Monica-Platzes als zentraler Innenstadtparkplatz wäre nur noch über die Sternstraße möglich.

Auto-Verbot auf der Meile: „Die Straße ist nicht so relevant...“

Die Koalition sieht darin keine Probleme: „Die Straße ist nicht so relevant, dass mit der Sperrung der gesamte Autoverkehr in der Innenstadt lahmliegen würde“, sagte SPD-Fraktionschef Justus Moor. Sein Amtskollege Reinhard Merschhaus (Grüne) hält die Sperrung für überfällig und die Situation in der Straße für „selbsterklärend“. FDP-Fraktionschef Ingo Müller meinte: „Wenn man nichts versucht, kann man nichts erreichen.“ Bezirksbürgermeisterin Stefanie Baranski-Müller sprach beim Ortstermin am Montag von einer guten Entwicklung für die Innenstadt. „Wir brauchen weitere solcher Maßnahmen“, so Baranski. Mehr Platz, mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität sind für alle zentrale Bausteine für die Innenstadt der Zukunft.

Dass Rettungs- und Lieferverkehre uneingeschränkt funktionieren müssen, steht für die Koalition außer Frage. Die Straße werde für Feuerwehrautos natürlich weiter befahrbar sein, hieß es. Die Anlieger sollen gehört und an der angestrebten Dauerlösung beteiligt werden.

Auto-Verbot auf der Meile: Gastronomen begrüßen Vorhaben

Anwesende Gastronomen begrüßten das Vorhaben der Koalition. „Für uns ist das eine große Erleichterung“, sagte Jakup Jakupi, Inhaber der Eis-Oase. Nun könne er sich mit dem Gedanken beschäftigen, Geld in die Hand zu nehmen, um den Außenbereich noch attraktiver zu machen. Katja Köckmann vom jüngst eröffneten Bistro „9zehn“ freut sich auf mehr Ruhe und mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger. Ben Böhm, Inhaber der Party-Kneipe „Ulrikeee“, erwartet sich mehr Attraktivität und Ambiente für die Straße.

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