Beschlossene Sache:

Kraftwerks-Kühltürme kommen weg - Einer soll sogar gesprengt werden

Weg frei für Grünland: Die drei Kühltürme an der Lippestraße sollen zurückgebaut werden.
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Weg frei für Grünland: Die drei Kühltürme an der Lippestraße sollen zurückgebaut werden.

Jetzt ist es offiziell: Die ehemaligen Kühltürme des RWE-Kraftwerks Westfalen tief im Osten der Stadt Hamm werden abgerissen. Das hat der Vorstand des Energiekonzerns beschlossen.

Hamm - „RWE Generation wird an ihrem Kraftwerkstandort in Hamm-Uentrop zwei kleinere Kühltürme (A1 und A2, jeweils rund 30 Meter) sowie den rund 120 Meter hohen Kühlturm von Block C zurückzubauen. Das hat jetzt der Vorstand der RWE Generation entschieden“, erklärte Unternehmenssprecher Olaf Winter auf Anfrage. Bereits Mitte Januar hatten wir von den Abrissplänen berichtet - die finale Entscheidung stand da noch aus.

Die Entscheidung steht, der konkrete Ablauf wird jetzt erarbeitet. „Wann und wie genau der Rückbau erfolgt, ist Gegenstand der nun anlaufenden Planungen“, erklärt Olaf Winter. „Nach derzeitigem Planungsstand werden die beiden kleineren Kühltürme konventionell – also mit einem Bagger – abgebrochen. Kühlturm C soll gesprengt werden“, so der Unternehmenssprecher.

Aber warum werden die beiden kleinen und der große Kühlturm überhaupt abgerissen? „Durch den Rückbau der Kühltürme in Hamm-Uentrop gleicht RWE ein negatives Ökopunkte-Konto am Standort aus, das aus dem dauerhaften Erhalt der ehemaligen Baustellen-Einrichtungsfläche (angrenzend an das Kraftwerksgelände, südlich der Siegenbeckstraße) resultiert.“ Wie der Unternehmenssprecher weiter erklärt, sei diese Regelung „2016 vor dem Hintergrund eines angestrebten Bauleitplanverfahrens mit der Stadt Hamm in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung entwickelt“ worden.

Rückbau bringt Aufwertung der Natur

Wie Winter erklärt, führe der Kühlturmrückbau zu einer solchen Aufwertung des Naturhaushaltes (siehe Infokasten weiter unten). Denn auf dem großen Areal nordöstlich der Lippestraße soll es keine erneute Bebauung geben, stattdessen wird das Gelände Grünland. Dazu der Unternehmenssprecher von RWE: „Im Anschluss an die Abrissarbeiten wird die versiegelte Fläche östlich der Lippestraße, auf der heute die Kühltürme A1, A2 und C stehen, einer extensiven Grünlandnutzung mit wechselfeuchten Senken zugeführt.“ Das erhöhe die Biotopvielfalt und schaffe Raum für Arten, die auf diese Art von Lebensraum spezialisiert seien. Für RWE bedeutet das: „Die dadurch generierten Ökopunkte sollen dann dem Ausgleich des genannten negativen Ökokontos dienen.“

Das Ökokonto:

Im Hinblick auf den Abriss der drei Kühltürme des RWE-Kraftwerks Westfalen spielt das sogenannte Ökokonto eine wichtige Rolle. Grundsätzlich ist es so, dass Bauherrn, die häufiger Eingriffe in Natur und Landschaft vornehmen müssen, nach der Ökokonto-Verordnung nach §32 NRW Landschaftsschutzgesetz Genehmigungsverfahren über sogenannte Ökokontos beschleunigen können. Weiterhin erklärt RWE-Sprecher Olaf Winter: „Dazu muss der Bauherr mit der Unteren Landschaftsbehörde vereinbaren, auf geeigneten Flächen zuvor abgestimmte Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen umzusetzen“.

Kühltürme gelten vielen als Wahrzeichen

Der baldige Abriss der drei Kühltürme hatte schon Mitte Januar für viel Aufsehen besorgt, auch weil viele Hammer die Kühltürme als Wahrzeichen für Hamm und insbesondere des Industriestandorts in Uentrop ansehen. Auch gab es schon etliche Interessensbekundungen in den sozialen Medien, sich die Sprengung des 120 Meter Kühlturms des ehemaligen Kraftwerksblocks C anschauen zu wollen. „Wir werden die Öffentlichkeit im Detail informieren, sobald die Ergebnisse der Planung vorliegen und das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist“, erklärt der Unternehmenssprecher hinsichtlich des weiteren Prozederes.

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