Corona-Krise erreicht Hammer Pferdehof

Benötigen Unterstützung für ihren Pferdehof in Sandbochum: (von links): Conny Bayrak, Lena Wiewerhove und Julia Bayrak.

Der Pferdehof Bayrak in Sandbochum bekommt die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Ohne wichtige Einnahmen ist sie auf die Unterstützung von außen angewiesen und sendet nun einen Hilferruf.

Sandbochum - Kornelia „Conny“ Bayrak hat sich vor elf Jahren einen Traum erfüllt: Sie pachtete einen Hof an der Dortmunder Straße 285 und gibt seitdem Pferden, deren Schicksal beim Abdecker eigentlich schon feststand, ein Zuhause. Auf diesem „Gnadenhof“ gibt sie aber auch Reitunterricht für Jung und Alt, wobei sie eine ganz besondere Philosophie vermittelt. Die derzeitige Corona-Krise hat sich auch bei ihr stark ausgeprägt, denn neben den ausbleibenden Einnahmen fehlen ihr derzeit auch helfende Hände. 

Bayrak hat neben ihrer Tochter auch einige treue Helfer, die sich mit ihr um die Tiere und den Hof kümmern. Aber derzeit wird mehr denn je jede Spende und helfende Hand gebraucht: „Während es in normalen Jahren im Frühjahr richtig anläuft, hat uns in diesem Jahr Corona völlig ausgebremst“, so Bayrak. So wollen nicht nur die Pferde gepflegt und versorgt werden, auch draußen soll einiges passieren, wie das Heu machen. Dazu beginnen die ersten Kurse, die sie bereits sehr sorgfältig mit „Hausaufgaben“ über die sozialen Medien vorbereitet hat. „So kommt momentan außergewöhnlich viel zusammen, weshalb Unterstützung in allen Bereichen gebraucht wird“, sagt die Pferdeexpertin. 

Es sei aber auch wunderbar mit den Tieren zu arbeiten, erklärt die Expertin. Sie hat früher auch viel im pädagogischen Bereich gearbeitet, so hat sie die Offene Ganztagsschule an der Waldorfschule mit konzipiert und ins Leben gerufen. Die Arbeit mit den Menschen und den Tieren bringe ihr immer wieder besondere Momente: „Ich habe auch schon Kinder und Erwachsene hier gehabt, die gerade unser besonderer Ansatz richtig aufblühen ließ“, sagt Bayrak. „Wir sehen im Pferd einen Partner und so gehen wir mit unseren Tieren auch um“, sagt Bayrak.

Zaumzeug und Sporen sucht man auf dem Hof Bayrak vergebens, denn dort lernen die Reiter mit feinsten Hilfen mit den Pferden zu kommunizieren. Die Schulung mit dem Pferd beginnt dabei immer vom Boden aus. Statt Sattel werden Pads verwendet, die das Pferd nicht so drücken und die Signale des Reiters viel feiner vermitteln. Bei dieser zäumungslosen Arbeit, die immer durch das Optimieren des Gleichgewichts erfolgt, lernen die Reiter ebenso viel über sich selbst, wie über die Tiere. Die Pferde, die auf dem Hof Bayrak sind, haben auch durchweg einen eigenen Charakter: „Viele der Tiere haben Schlimmes erlebt und finden hier nicht nur zu sich und den Menschen zurück, sondern werden auch ungewöhnlich alt“, sagt Bayrak. Ein Pferd rettete sie, als es neun Jahre alt war. „Es lief nicht sauber und sollte deshalb geschlachtet werden“, sagt Bayrak. Sie kümmerte sich um das schöne Tier und bekam alle Probleme in den Griff. „Später war es ein treuer Begleiter der Schüler und ist ganz am Schluss erst mit 34 Jahren gestorben“, so die ausgebildete Trainerin.

Sie selbst hat mit 13 Jahren mit dem Reiten begonnen und besitzt eigene Pferde seit dem 19. Lebensjahr. In dieser Zeit habe sie es immer wieder erlebt, dass Pferde wie ein „Sportgerät“ benutzt und dann ausrangiert wurden. Ihr partnerschaftlicher Ansatz ermöglicht es dem Reiter auch, im spanischen oder Western-Reitstil mit den Pferden zu arbeiten und gerade den Kindern verhilft sie zu einem umfassenden Verständnis von Pferd und Natur. „Wir haben mit den Kleinen auch schon Vogelhäuschen und Bienenoasen gebastelt und bei einem Ausritt aufgestellt“, so Bayrak. Nun hofft Bayrak auf Unterstützung, damit ihr besonderer Hof die Krise gut übersteht. „Eventuell wird ja auch der eine oder andere neugierig, diesen Ansatz selbst einmal kennenzulernen und auszuprobieren“, so Bayrak.

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