James "der Schotte" Sinclair erlebt (s)einen großen Tag

"Hammer-Eisbären"-Familie macht krebskranken Fan überglücklich

Die Pokémon-Go-Community Hamm und ihr Freund James Sinclair wurden nach dem Sieg der Eisbären auf dem Eis gefeiert.
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Die Pokémon-Go-Community Hamm und ihr Freund James Sinclair wurden nach dem Sieg der Eisbären auf dem Eis gefeiert. (Ein Klick rechts oben ins Bild öffnet das komplette Motiv.)

Noch einmal beim Spiel der „Hammer Eisbären“ dabei zu sein - das war der Wunsch von James Sinclair. Der in Schottland geborene Hammer ist leidenschaftlicher Eishockey-Fan und nebenbei auch noch bekennender „Pokémon Go Spieler“. Dieses zweite Hobby bescherte ihm nun einen unvergesslichen Tag.

Hamm – Der vergangene Sonntag war für James Sinclair, den alle eigentlich nur den „Schotten“ nennen, und das Team der „Hammer Eisbären“ ein Höhepunkt. Die Hammer Eishockeymannschaft gewann das Spiel gegen die Kobras aus Dinslaken mit 4:3 – und James Sinclairs Traum, trotz widriger Umstände dabei zu sein, ging in Erfüllung.

Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, als James Sinclair die niederschmetternde Diagnose Krebs bekam. Der aktive Landmaschinenmechaniker nahm die Herausforderung an und kämpfte mit Chemotherapie und Bestrahlung gegen die Krankheit an. Dabei fand er großen Halt und Unterstützung bei der Hammer Pokémon Community, mit der er viele Stunden im Kampf mit den virtuellen Pokémon-Gegnern, vornehmlich im Kurpark, aber auch an fast jeder anderen „Arena“ in und um Hamm zugebracht hatte. Trotz seiner Therapie pflegte er seine Hobbys.

Während der Saison 2019 besuchte er, bis auf das Auswärtsspiel in Neuwied, jedes Spiel der Hammer Eisbären. Möglich machte das vor allen Dingen sein Freund Sebastian Möller, der auch ein großer Fan der Hammer Eisbären ist.

Dauerkarte von der Pokémon-Gruppe

Unermüdlich fuhr er ihn von Spiel zu Spiel, holte ihn aus der Klinik ab und brachte ihn auch dorthin wieder zurück. Jedes einzelne der kleinen Highlights verband er mit einem Besuch bei McDonald‘s, damit sein Freund, der nicht mehr richtig essen konnte, wenigstens den geliebten Milchshake bekam.

Im August vergangenen Jahres schenkte ihm die Pokémon-Gruppe eine Dauerkarte der Hammer Eisbären für die Saison 2019/2020. „Wir wollten ihn motivieren und ihm sagen, wir glauben daran, dass du wieder gesund wirst“, erzählt Sebastian Möller.

James Sinclair erlebte den Sieg der Eisbären – und einen ganz speziellen Abend.

Trotz zahlreicher Bestrahlungen und Chemotherapie- Behandlungen verschlechterte sich der Zustand des 61-Jährigen. Am vergangenen Montag wurde er schwer krank und austherapiert entlassen. Sein einziger Lichtblick war das Spiel der Hammer Eisbären am Dienstag, das er mit seinem Freund besuchen wollte. Doch es kam anders, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, statt zum Eishockey fuhr er wieder ins Krankenhaus.

Sein Ziel war nun das Spiel am Sonntag, an dem er unbedingt dabei sein wollte.

Eisbären „machen alles möglich“

Sebastian Möller sprach mit den Ärzten, dann mit dem Chef der Hammer Eisbären, bei dem er offene Türen einrannte. „Wir machen alles möglich“, so die gute Nachricht von Werner Nimmert. Er erklärte sich bereit, den Krankentransport zu bezahlen und spendierte sogar den 25 Pokémon-Spielern, die Möller mobilisiert hatte, ebenfalls zu kommen, die Eintrittskarten.

Eine Aktion, von der James Sinclair nichts wusste, die ihn aber sprachlos vor Freude machte.

Er erhielt mit seinem Rollstuhl einen Platz neben der Mannschaftsbank, durfte mit Kopfschutz ganz nah beim Spiel dabei sein. Er wurde vom Ansager sogar namentlich begrüßt.

Hammer Eisbären-Paar: „Unsere Hochzeit war die schönste“

Das Beste aber kam zum Schluss. Nach dem erfolgreichen Spiel, wie James Sinclair es vorhergesagt hatte, gewannen die Eisbären gegen die Kobras aus Dinslaken, wurde er auf die Eisfläche gefahren. Die gesamte Mannschaft versammelte sich neben ihm und machte mit ihm und dem Pokal ein Foto. Geschäftsführer Jan Koch erzählte dem Publikum vom Wunsch des Kranken beim Spiel dabei zu sein. Zusätzlich informierte der Fan-Beauftragte Dominik Döring die Zuschauer in den Rängen, die ihm später bei der Ehrenrunde lautstark zujubelten, um ihm so Mut zu machen und aufzumuntern. Es war ein ergreifender Moment für die Mannschaft, James Sinclair und Sebastian Möller, der alles organisiert hatte.

Mit den Fans eine große Familie

Für Werner Nimmert war die Aktion selbstverständlich. „Wir hätten auch einen Transport im Krankenbett möglich gemacht“, sagte er schlicht. „Wir Hammer Eisbären sind eine große Familie und da gehören die Fans dazu“, ergänzte er.

Jeder Spieler kenne James Sinclair. „Er ist bei allen Spielen dabei und unterstützt uns bei Sieg und Niederlage“, sagte er. Die Hammer Eisbären hätten schon immer solche Aktionen unterstützt und dann fügte er hinzu: „Auch die gegnerischen Mannschaften stehen dahinter.“ Dass dem so ist, zeigte sich nach dem Durchlauf der Eisbären, als plötzlich alle Dinslakener Fans und die Pokémon Community auf die Eisfläche stürmten, um mit James in der Mitte ein gemeinsames Foto zu machen. Und was sagte der größte Fan der Hammer Eisbären dazu: „Schön war es, beim nächsten Spiel möchte ich wieder dabei sein.“

Hammer Eisbären – Dinslakener Kobras

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