3 500 Besucher erleben am Wochenende „Kunstpelz“-Festival im Hammer Tierpark

Die jungen Tänzer von Anke Lux rissen ihr Publikum mit. ▪

HAMM ▪ Paviangebrüll mischt sich mit Folk, orientalische Tänzerinnen lassen die Hüften vor dem Flamingogehege kreisen. Der Tierpark präsentierte sich am Wochenende in ungewohntem Licht. Mehr als hundert Künstler verwandelten das Gelände in eine große Bühne, in ein Museum und in eine Mitmachwerkstatt.

Der „Kunstpelz“ saß vielleicht noch nicht wie angegossen, das erste „Festival der Straßenkünste“ im Tierpark war dennoch eine bemerkenswerte Veranstaltung.

Mehr Bilder von der Kunstaktion

Aktion Kunstpelz im Hammer Tierpark

Dominique M. Täger vom Akustik-Duo Lauscher, das zugleich Organisator war, zeigte sich am Sonntag zufrieden: „Es hat auf jeden Fall eine Menge Bock gemacht.“ Auch Zoo-Geschäftsführer Kay Dobenecker war begeistert: „Es war ein gelungener Versuch, den Tierpark mal von einer anderen Seite zu zeigen.“ Rund 3 500 Besucher kamen an beiden Tagen. „Das ist schon ein überdurchschnittlich gutes Wochenende für uns“, sagte Dobenecker. Das Festival hatte dem Park offensichtlich einige zusätzliche Besucher beschert, wenn auch nicht so viele wie erhofft. Vor allem am Samstag konnten einige Künstler ihr Publikum an einer Hand abzählen und auch am Abend nutzten nur wenige Besucher die Gelegenheit, in Dämmerung und Dunkelheit durch den Park zu flanieren, der Musik zuzuhören oder die Lichtinstallation von Dany Wohlgemuth anzuschauen. Am Sonntag sorgte dann das Gewitter am Nachmittag für einen frühzeitigen Abbruch des Festivals.

Die, die nicht im Park waren, haben durchaus etwas verpasst. Zum Beispiel die Teenie-Band „Irgendwas mit Zitronen“ die sich gesanglich mit dem Kapitalismus auseinander setzte und dabei eine tolle Bühnenpräsenz bewies, obwohl sie gar keine Bühne zu Verfügung hatten. Ein paar Ecken weiter, legte Andrea Peckedraht mit zusammengedrehtem, goldenem Schoko-Einwickelpapier eine Goldader in die Baumrinde. „Wofür ist das gut?“, fragte ein kleines Mädchen im Vorübergehen. Genau wegen dieses Innehaltens und Staunens, fand Peckedraht die Lauscher-Idee zu dem Festival toll: „So entstehen zufällige Berührungspunkte mit Kreativität und Kunst.“

Der „Baron und die Gräfin“ alias Marius Welsch und Melanie Kalb, zogen die Zuhörer mit der Kraft ihrer Wörter in den Bann. Gedichte, die zum Nachdenken anregen und skurrile Geschichten zum Schmunzeln boten einen gelungenen Kontrast zu Musik und Tanz.

An vielen Stellen im Park waren vor allem die Kinder eingeladen, anzufassen, zu malen und zu basteln. Märchenerzählerinnen zogen die Kleinsten in ihren Bann. ▪ dom

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare