Albtraum im Krankenhaus

Mit Medikamenten ruhig gestellt: Hammer Krankenschwester wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

Bereits bei Prozessbeginn hatte die Angeklagte gestanden. Nun erwartet die Krankenschwester eine vergleichsweise milde Bestrafung.
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Bereits bei Prozessbeginn hatte die Angeklagte gestanden. Nun erwartet die Krankenschwester eine vergleichsweise milde Bestrafung.

Eine Krankenschwester, die im Nachtdienst im St. Marienhospital einer Patientin unerlaubt ein Beruhigungsmittel gegeben hatte, ist verurteilt worden.

Hamm/Dortmund - Die Krankenschwester erwartet nun eine dreimonatige Bewährungsstrafe. Die Richter am Dortmunder Landgericht verurteilten die 39-jährige wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Angeklagte hatte direkt zu Prozessbeginn zugegeben, einer betagten und unruhigen Patientin auf der Überwachungsstation ein starkes Beruhigungsmittel verabreicht zu haben, ohne dafür eine ärztliche Verordnung einzuholen.

Um eventuelle Komplikationen durch die verbotene Medikamentengabe auszuschließen, hatte sie die Überwachungsgeräte besonders sensibel eingestellt und die Tür zum Patientenzimmer offen stehen lassen.

Überforderung durch zu wenig Personal

In ihrer Urteilsbegründung verwies die vorsitzende Richterin Kerstin Paschke auf die extrem dünne Personaldecke im Krankenhaus, die leider in Deutschland "trauriger Alltag" sei. So sei die angeklagte Nachtschwester in ihrem Dienst alleine für neun Patienten auf der Überwachungsstation verantwortlich gewesen, der diensthabende Arzt habe zusätzlich auch noch die Intensivstation mit betreuen müssen.

Dienste dieser Art seien ein "Ritt auf der Rasierklinge", so die Richterin. Die Tat der Krankenschwester könne nur mit dieser Überforderungssituation erklärt werden und sei ein "Augenblicksversagen". Zugute halten müsse man ihr, dass sie geständig und sichtlich reuig sei und garantiert nie wieder etwas Vergleichbares tun werde. Schon zu Beginn des Strafverfahrens hatten sich alle Prozessbeteiligten auf diese vergleichsweise milde Bestrafung verständigt.

Beim Prozess gegen einen 40-Jährigen aus Hamm wurde der Prozess fortgesetzt. Er soll einem Jugendlichen trotz Anwesenheit von Polizei und Rettungskräften mit einem Messer attackiert haben.

Einen Deal der ganz besonderen Art handelte Deutschrapper Gzuz aus  und umging damit eine Strafanzeige wegen Körperverletzung. 

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