St.-Josef-Krankenhaus und St.-Barbara-Klinik

Macher erklären: Darum ist die Krankenhaus-Fusion nötig!

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Viele Einzelaspekte seien maßgeblich für die Schließung des St.-Josef-Krankenhauses, sagt Frank Lohmann, Geschäftsführer der St.-Barbara-Klinik.

Bockum-Hövel - Dass das St.-Josef-Krankenhaus möglicherweise abgerissen werden soll, stößt bei der Bürgerinitiative zum Erhalt des Krankenhauses auf großes Unverständnis. Frank Lohmann, Geschäftsführer der St.-Barbara-Klinik, erklärt erneut die Gründe für diese Entscheidung.

Das Krankenhausgebäude von St. Josef sei in der Stadt Hamm das jüngste. Zudem seien nach der Übernahme von den Maltesern noch einmal 3 Millionen Euro für den Aufbau der Urologie investiert worden, argumentieren die Kritiker. Nicht glaubhaft finden sie daher die Aussage der St.-Franziskus-Stiftung über die hohen Sanierungskosten. Zuletzt wurde das erneut in der Gründungsversammlung der BI deutlich.

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Auf Anfrage des WA nahm Frank Lohmann, Geschäftsführer der St.-Barbara-Klinik, dazu noch einmal Stellung. Zunächst müsse noch einmal betont werden, dass nicht allein der Sanierungsbedarf des Gebäudes zu der Entscheidung für die Integration des St.-Josef-Krankenhauses in die St.-Barbara-Klinik geführt habe, sondern dass mehrere Gründe ausschlaggebend gewesen seien, sagt er. Diese müssten immer in Gesamtheit gesehen werden.

Bündelung der medizinischen Leistungen

Als ganz wesentliches Argument führt Lohmann die Bündelung der medizinischen Leistungen an einem Ort an. Sie eröffne zahlreiche neue Möglichkeiten zu einer noch besseren medizinischen Versorgung. Die Patienten profitierten von der Behandlung an einem Ort und kürzeren Wegen. Die direkte Kooperation aller Spezialisten mache eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten möglich.

Veränderte Rahmenbedingungen

Dann weist Lohmann auf die sich verändernden gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen hin, auf die der Träger mit der Entscheidung zur Zusammenführung beider Häuser reagiert habe. Es sei bundes- und landespolitischer Wille, die Bildung von spezialisierten Zentren zu fördern.

Das aktuelle Krankenhausstrukturgesetz sehe zur Qualitätssicherung beispielsweise jährliche Mindestmengen bei der Behandlung bestimmter Erkrankungen vor und fordere bestimmte – unter anderem bauliche und technische – Strukturvoraussetzungen, um bestimmte Leistungen anbieten zu können. Das bedeute, dass an kleineren Standorten, an denen die Mindestmengen und die Strukturvoraussetzungen nicht erreicht würden, diese Leistungen nicht mehr durchgeführt werden dürften und sich das medizinische Angebot kontinuierlich verringere. Gute Versorgung und attraktive Arbeitsplätze Schließlich geht Lohmann auf den hohen Sanierungsbedarf im St.-Josef-Krankenhaus ein.

Sanierungsbedarf höher als angenommen

Die Entscheidung der damaligen Geschäftsführung im Jahr 2009, das St.-Josef-Krankenhaus zu übernehmen, sei richtig und nachvollziehbar gewesen. Die Kapazitäten in der St.-Barbara-Klinik seien komplett ausgelastet gewesen, sodass für die Sicherstellung der Versorgung der Patienten in der Region neue Kapazitäten geschaffen werden mussten. Allerdings habe sich im laufenden Betrieb gezeigt, dass der Sanierungsbedarf höher sei als damals angenommen, so Lohmann.

Hohe Sanierungskosten

Sanierungsbedürftig seien unter anderem die gesamte technische Gebäudeausstattung mit Lüftungs- und Heizungssystem, Elektrik und Wasserleitungen sowie das Dach und die Außenfassaden. Als ein Beispiel nennt er die Erneuerung des elektrischen Anschlusses an das Stadtwerkenetz. In der St.-Barbara-Klinik hat alleine diese Maßnahme rund 700.000 Euro gekostet.

Finanzielle Mittel möglichst effektiv einsetzen

Vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Mittel habe die Geschäftsleitung der St.-Barbara-Klinik dann gemeinsam mit der Stiftung überlegt, wie man die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel so einsetzen könne, um zwei wesentliche Ziele zu erreichen: eine bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung für die Patienten in der Region, die den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sei, sowie zukunftsfähige und attraktive Arbeitsplätze für die Mitarbeiter.

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