Hammer Krankenhäuser sind "pickepackevoll"

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Das Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel.

Hamm - Die Barbaraklinik will sich mit der Aufgabe des Josef-Krankenhauses nicht aus der Verantwortung ziehen und wird gemeinsam mit Stadt und Politik Ideen suchen, die eine Chance für Bockum-Hövel bieten.

Dies sagte am Montag Geschäftsführer Frank Lohmann im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration. Zusammen mit seinen Kollegen von EVK und Marienhospital äußerte sich Lohmann zum Thema Versorgungssituation in Hamm.

2020 gibt die Franziskus-Stiftung, wie berichtet, den Standort in Bockum-Hövel auf. Lohmann betonte, dass es deshalb keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Umfangreiche Planungsprozesse stünden noch bevor, in den nächsten Monaten würde die Detailplanung die Mitarbeiter noch beschäftigen. Fest steht, dass der Standort Barbaraklinik erweitert wird.

Über das Thema Parkplätze werde man jetzt mit der Stadt sprechen, es gebe bereits Ideen für Lösungen in der Nähe. Konkret wurde Lohmann aber nicht. Er zeigte die Gründe für die Konzentration am Standort Heessen auf: Der Patient, vor allem jener, mit drei bis fünf Grunderkrankungen, profitiere von den kurzen Wegen an einem Ort. Zudem nannte er gesundheitspolitische Erwägungen. So habe das Josef-Krankenhaus in 2015 keine 50 Knie-Operationen mehr geschafft, mit der Folge, dass 2016 keine mehr von den Kassen bezahlt wurden, also nicht mehr stattfanden. Solche Mindestmengen seien für die größere Barbaraklinik kein Problem mehr. Zudem sei die Finanzierung von Investitionen an einem Standort besser möglich.

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Den Förderverein der Palliativstation wolle man motivieren, mit nach Heessen zu ziehen. „Das Brett muss gebohrt werden.“ Man sei in Gesprächen, letztlich sei es aber die Entscheidung des Vereins. Zukunftsfähig werden und den Standort stärken: Dies waren auch die Argumente von Michael Wermker, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses (EVK), für das Projekt „Gesundheitsverbund Hamm“. Im Zuge des Krankenhausplans für 2015 beschloss das Land NRW, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern sowie die Leistungsangebote in den jeweiligen Versorgungsgebieten neu zu ordnen und damit auch die Bettenkapazitäten der Häuser anzupassen.

Um diesen Zielsetzungen nachzukommen, entschlossen sich das EVK und das Marienhospital Hamm zu einer weitreichenden Kooperation. „Der Gesundheitsverbund funktioniert, wir haben Patienten nicht verloren“, sagte Wermker. Ganz im Gegenteil: Wie auch die Barbaraklinik mit ihrer Konzentration auf einen Standort ziele man auf eine Magnetwirkung und auf überregionale Attraktivität, also mehr Patienten von außerhalb Hamms.

Bei der Frage der Politiker nach einem Bettenüberhang waren sich die Krankenhaus-Chefs einig. „Aus unserer Sicht besteht keine Notwendigkeit, Betten abzubauen“, sagte Marienhospital-Geschäftsführer Thomas Tiemann. Der Vergleich mit anderen Staaten hinke, dort gebe es eben längere Wartezeiten. „Die Hammer Krankenhäuser sind pickepackevoll“, brachte es Lohmann auf den Punkt.

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