Einmaliges Lanfer-Projekt im Hafen

Kran-Gigant neues Herzstück des „Maxi Terminal Hamm“

Der Aufbau in luftiger Höhe begann bereits am Donnerstag.
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Arbeit im Käfig: Der Aufbau in luftiger Höhe begann bereits am Donnerstag.

Der Hammer Hafen soll zur Drehscheibe der deutschen Chemie-Logistik werden. Mit einem konkurrenzlos riesigen Kran will die Firma Lanfer dort Container von Lastwagen auf Züge laden.

Hamm - Seit Freitag steht im Hafen ein 45 Meter hoher und 80 Meter breiter Portalkran, mit dem 75-Tonnen-Container zwischen Güterzügen und Lastwagen umgeladen werden können. Der Kran ist nicht nur der größte seiner Art in Europa, sondern auch das Herzstück des „Maxi Terminal Hamm“, mit dem das Logistikunternehmen Lanfer bundesweit Maßstäbe setzen will.

In gerade einmal zwei Tagen ist der 500 Tonnen schwere Kran am Westhafen aufgebaut worden. Die Einzelteile seien bereits vor drei Wochen angeliefert und vor Ort montiert worden, sagte Lanfer-Geschäftsführer Michael Kirschner. Mit drei Autokränen wurden dann die Stützen aufgestellt und die Hauptträger aufgelegt. Betriebsbereit soll der Kran im November sein, mit einem vollen Einsatz rechnet Kirschner für 2022.

Dann soll der Gigant den Umschlag im Hafen in neue Dimensionen bringen. Rund 3000 Container werden aktuell bei Lanfer jährlich umgeladen, sagt Kirschner. Mit der neuen Anlage seien 50.000 möglich; der Bedarf und die Mengen seien vorhanden. Lanfer beschäftigt sich hauptsächlich mit Chemie-Logistik: Die Container sind mit beispielsweise mit Enteisungsmittel für Flughäfen befüllt. Und mit „AdBlue“, der Harnstofflösung, mit der die Abgase von Dieselmotoren gereinigt werden. Auch Öl, Leim und Flüssigdünger sind in Hamm traditionelle Umschlaggüter.

Lanfer stellt den größen Containerkran im europäischen Binnenland in Hammer Hafen

Lanfer stellt den größen Containerkran im europäischen Binnenland in den Hammer Hafen
Lanfer stellt den größen Containerkran im europäischen Binnenland in den Hammer Hafen
Lanfer stellt den größen Containerkran im europäischen Binnenland in den Hammer Hafen
Lanfer stellt den größen Containerkran im europäischen Binnenland in den Hammer Hafen
Lanfer stellt den größen Containerkran im europäischen Binnenland in Hammer Hafen

Neuer Kran-Gigant im Hammer Hafen: 180 Meter lange Bahn

In dem neuen Terminal können die entsprechenden Container nicht nur umgeladen, sondern auch zwischengelagert werden. Der Portalkran fährt dafür auf einer 180 Meter langen Bahn. In der Mitte befindet sich eine Lagerfläche, auf der bis zu 1000 Container in sechs Lagen gestapelt werden können. Die Fläche ist wie eine Wanne gebaut, um auslaufende Flüssigkeiten im Notfall auffangen zu können. An den Längsseiten verlaufen dann jeweils zwei Bahngleise und ganz außen dann die Fahrstraßen für Lastwagen.

Das Unternehmen

Die 1922 gegründete Firma mit Hauptsitz in Meppen gilt als Spezialist für den Transport von Flüssigkeiten und ist in großem Stil für den Chemie-Konzern BASF unterwegs. Firmen-Chef Hermann Lanfer gilt als Befürworter der Reaktivierung des Hammer Rangierbahnhofs.

Um den Grund für die enormen Lasten zu stabilisieren, sind Kirschner zufolge 300 Betonpfeile 14 Meter tief in den Boden getrieben worden. „Eine Anlage dieser Dimension gibt es in Europa sonst nicht“, sagt Kirschner. Und dies sei nur die 1. Ausbaustufe. Das Terminal könne noch in Richtung Westen erweitert werden. Gesteuert wird der Kran von einem benachbarten Bürogebäude aus. Dort befindet sich ein Leitstand – ein Tisch mit zwei Joysticks und sechs Bildschirmen, von dem aus der Kranführer alles im Blick hat. Eingreifen braucht er allerdings nur für die Feinjustierung und in Notfällen. Die Anlage läuft weitgehend automatisch.

Neuer Kran-Gigant im Hammer Hafen: deutlich teurer als normal

Das alles hat natürlich seinen Preis. Der Kran selbst, den die österreichische Firma Künz gefertigt hat, kostet Kirschner zufolge 7,5 Millionen Euro, gut 2,5 Millionen Euro mehr als ein „normaler Kran“. Dazu kommen noch Kosten für Statik, Straßen- und Schienenbau.

Rentieren soll sich das nicht nur für Lanfer: Das Unternehmen bringt die Anlage in eine neutrale Betreibergesellschaft ein, in der auch die Stadt Hamm und die Deutsche Bahn vertreten sind. Der Zugang zum „Maxi Terminal Hamm“ ist für alle Unternehmen frei. Das Ziel besteht darin, Güter von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Unternehmens-Chef Hermann Lanfer gilt seit Jahren als ein Verfechter der kombinierten Verkehrs. Und da könnte das „Maxi-Terminal“ mit seiner Anbindung an Straße, Schiene und Wasserstraße tatsächlich Maßstäbe setzen.

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