Systeme gehen in die Knie

Impftermine mit Hindernissen: Krampf-Bilanz für Hamm

Start der Impf-Terminvergabe: Die Internetseiten sind nicht erreichbar, die Hotline überlastet.
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Nichts ging mehr: Die Internetseiten waren nicht erreichbar, die Hotline überlastet.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer, aber dass die Systeme derart schnell in die Knie gehen würden, hatte auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) nicht erwartet. Eine Bilanz für Hamm.

Hamm - Wie viele Hammer am Montag tatsächlich einen Impftermin vereinbaren konnten, blieb auch bei der KVWL unklar. „Wir wissen derzeit noch nicht einmal die Gesamtzahlen für Westfalen“, sagte eine KVWL-Sprecherin am Abend. Sie empfahl, in den nächsten Tagen die Online-Anmeldung zu versuchen, wenn das Netz in der Regel weniger stark genutzt werde – beispielsweise kurz vor dem Zubettgehen. Immerhin stellte sie in Aussicht, dass bald auch eine Maske erscheinen werde, wenn die Online-Systeme überlastet seien. (News zum Coronavirus in Hamm)

Auch das gab es zum Start am Montag nicht. So berichtete eine 89-jährige Hammerin, dass sie bei der Online-Terminbuchung zwar ins System gekommen sei, an irgendeiner Stelle des Procederes aber aufgefordert wurde, ihre Krankenversicherungsnummer einzutragen. Daraufhin kam die Fehlermeldung „Falsches Format“. Die Seniorin – immerhin in der Lage, einen Computer zu bedienen – griff zum Telefonhörer, kontaktierte ihre Krankenversicherung, später auch die städtische Corona-Hotline. Weiterhelfen konnte ihr niemand. Schließlich, bei einem weiteren Anruf bei der Krankenversicherung, wurde sie darauf hingewiesen, dass die KVWL-Systeme abgeschmiert seien und deshalb ihre – richtige – Versicherungsnummer als „Falsches Format“ erkannt worden waren.

Andere Hammer bekamen den ersten Termin, scheiterten aber bei der Abstimmung des zweiten. Diese Personen, so die KVWL, werden nun als Erste von der Kassenärztlichen Vereinigung kontaktiert.

Bei den städtischen Hotlines (02381-177777 und -176444) gab es bis zum Nachmittag locker 70 Anrufe und vereinzelt E-Mails rund um Impftermine. „Wichtig ist: Für das Impfen ist es nicht wichtig, ob ein Personalausweis abläuft. Die Impfungen finden dennoch planmäßig statt“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg.

Martin Möller gehörte zu den Glücklichen, die am Ende einen Impfermin ergattern konnten. Er hatte für seine 95-jährige Mutter stundenlang am Computer gesessen: Das Protokoll dieses Frust-Tages lesen Sie hier.

Corona in Hamm - auch das interessiert aktuell besonders:

  • Damit das Testen einfacher und schneller geht, plant das Bundesgesundheitsministerium, Corona-Tests für den Hausgebrauch freizugeben. Zwei Jungunternehmer aus Hamm wollen noch schneller sein, ihr Schlagwort lautet „Spuck-Test“.
  • Fast 40 Personen wollten sich am Montag im ersten Corona-Drive-in-Testzentrum testen lassen. Wir haben um eine Bilanz gebeten.

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