Strom für den Notfall

Keine Stilllegung: Kraftwerk Westfalen nimmt Reserve-Rolle ein

Nur Block E des RWE-Kraftwerk Westfalen in Hamm-Schmehausen, Stadtbezirk Uentrop, arbeitete bis zuletzt.
+
„Wolkengenerator“ und vertraute Landmarke: Die Tage, an denen Dampfschwaden aus dem Kühlturm des RWE-Kraftwerks Westfalen in den Himmel aufsteigen, sind noch nicht vorbei.

Keine Produktion und dennoch von hoher Bedeutung: Dem Kraftwerk Westfalen soll eine neue Rolle zukommen.

Hamm – Das Kraftwerk Westfalen, das im Zuge des Kohleausstiegs stillgelegt werden soll, ist nun vom Netzbetreiber Amprion als systemrelevant eingestuft worden. Der Netzbetreiber hat der Bundesnetzagentur empfohlen, das Kraftwerk noch nicht stillzulegen, sondern für Notfälle in die staatliche Netzreserve zu stellen.

Kraftwerk Westfalen bleibt auf Standby

Trotzdem wird in Westfalen kein Strom mehr produziert. Nach den Vorstellungen des Netzbetreibers soll im Kraftwerk Westfalen ein rotierender Phasenschieber eingebaut werden. Gibt die Bundesnetzagentur ihr Okay für den Phasenschieber, wird die Anlage umgerüstet, um dann mindestens fünf Jahre lang Blindleistung zur Spannungshaltung bereitzustellen, heißt es von der RWE. Was das für die Beschäftigten bedeutet, will RWE noch nicht sagen. Es sei aber klar, dass weniger Personal benötigt werde, als wenn das Kraftwerk unter Volllast fahren würde.

Kein Ausstoß von CO2 im Kraftwerk Westfalen

Ohnehin wolle RWE die Entscheidung der Bundesnetzagentur abwarten und sich nicht an Spekulationen beteiligen. Auch wenn ein Phasenschieber eingebaut würde, würde im Hammer Osten kein CO2 mehr ausgestoßen.

Unabhängig von der Systemrelevanz sind übrigens die Mittel aus dem Kohleausstiegspakt. Wie ein RWE-Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, bedeute das, dass der Konzern die zugesagten Millionenbeträge bekommt, egal wie die Bundesnetzagentur entscheidet. Rund 120 Millionen fließen alleine für die Abschaltung des Kraftwerkes Westfalen an den Energie-Konzern.

Mit einem Phasenschieber, den Amprion einbauen will, soll die Netzleistung stabil gehalten werden. Die Blindleistung, die durch diesen Schieber entsteht, ist erforderlich, um die Spannung im Netz zu stützen.

Der Energiekonzern RWE hatte sich an der ersten Auktion zur Stilllegung von Kohlekraftwerken der Bundesnetzagentur beteiligt – mit Erfolg. Anfang Dezember erhielt RWE den Zuschlag. Damit ist das Kraftwerk Westfalen eines der ersten Steinkohlekraftwerke, das bundesweit im Rahmen der Kohleausstiegsstrategie abgeschaltet wurde. Mehrere Milliarden Euro sind im RWE-Kraftwerk Westfalen in den Sand gesetzt worden. Alleine rund drei Milliarden Euro sind für die Blöcke D und E bezahlt worden. Da sind die 120 Millionen Euro, die der Bund an RWE zahlt, nicht mehr als die berühmten Peanuts. Von der Schließung betroffen sind insgesamt 160 Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen schließt RWE aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare