Wegen Verhaftung eines Beamten

Kooperation gegen Rassismus: Polizei und Multikulturelles Forum arbeiten zusammen

Querdenker Bremen Antifa Polizei Hunde
+
Wie begegnet man anderen Meinungen? Die Hammer Polizei arbeitet in dieser und anderen Fragen nun mit den Experten des Multikulturellen Forums zusammen.

Durch eine Kooperation mit dem Multikulturellen Forum will das Polizeipräsidium Hamm den Blick für das Thema Rassismus schärfen und die transkulturelle Kompetenz erhöhen. Unter dem Titel „Vielfalt Plus“ sollen die Polizisten für einen wertschätzenden Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt sensibilisiert werden. Das gilt sowohl nach innen als auch nach außen.

Hamm – Im Bezug auf die Verhaftung eines Beamten zu Jahresbeginn, der als Mitglied der rechtsradikalen „Gruppe S“ enttarnt wurde, erklärte Sievert, dass man es damals nicht verstanden habe, die verschiedenen Informationen miteinander zu verknüpfen. Das soll nicht wieder vorkommen, wobei das Projekt in viele Richtungen zielt: „Jeder dritte Bewohner in NRW hat einen Migrationshintergrund“, erklärte Kenan Küçük, Geschäftsführer des Multikulturellen Forums, bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Daher gelte es, die interne wie externe Sensibilität zu erhöhen.

Zuletzt habe es bereits Weiterbildungen für Führungskräfte gegeben, etwa zusammen mit dem Innenministerium, wie Sievert erklärte. Doch sei er sehr froh, für dieses auf zwei Jahre angelegte und vom Integrationsfond der EU geförderte Projekt solch einen kompetenten Partner gefunden zu haben.

Fortbildungen gegen Verschwörungstheorien

Das Multikulturelle Forum verfügt über große Erfahrung. So wurden derartige Projekte bereits mit dem Polizeipräsidium Dortmund, oder den Job-Centern in Hamm und dem Kreis Unna durchgeführt. Im Rahmen der Kooperation werden Führungskräfte bis in die mittlere Ebene der Polizei intensiv weitergebildet. „So werden auch alle erreicht, die tagtäglich mit den Kollegen und Einsätzen beschäftigt sind“, so Sievers.

Den Auftakt bildet im kommenden Frühjahr eine Weiterbildung unter dem Titel „Globalisierung und Desorientierung“. Dabei werden den Teilnehmern Kompetenzen zu Verschwörungstheorien aller Art vermittelt. „Die Menschen haben den Wunsch, die Welt zu vereindeutigen“, sagt Küçük. „Wir erleben solche Dinge heutzutage praktisch auf allen Demonstrationen“, erklärt der Polizeipräsident dazu. Dementsprechend werden die Führungskräfte in die Welt der Verschwörungstheorien eingeführt und erhalten Strategien in Debatten damit umzugehen und Corona-Leugnern, Pegida-Anhängern und Mitgliedern des rechten Spektrums zu begegnen.

Extremismus-Beauftragter bei Polizei

Innerhalb des Polizeipräsidiums wurde mit dem ersten Polizei-Hauptkommissar Thomas Wüste, der auch Leiter des Leitungsstabes ist, ein Extremismus-Beauftragter benannt. Die umfassenden Schulungen, die von den Verschwörungstheoretikern, über Moscheebesuche, bis zu vielen weiteren Veranstaltungen reichen, sollen in vielerlei Hinsicht helfen.

„Da geht es sowohl um die Begegnung mit den Menschen draußen bei allen Gelegenheiten, um den internen Umgang mit den Kollegen mit und ohne Migrationshintergrund, bis zu den Auswahlverfahren bei Einstellungen“, sagt der Polizeipräsident. Das Multikulturelle Forum verfüge dafür über viel Erfahrung und Expertise und er freue sich, diesen Partner zu haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare