Polizei und Ordnungsdienst mit viel Personal unterwegs

Corona-Verbote in Hamm: So werden sie kontrolliert und geahndet

Den Trinkertreff am Nordring verrammelten Mitarbeiter der Stadt mit Zäunen. So soll verhindert werden, dass sich dort größere Gruppen versammeln.
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Den Trinkertreff am Nordring verrammelten Mitarbeiter der Stadt mit Zäunen. So soll verhindert werden, dass sich dort größere Gruppen versammeln.

Um die Einhaltung des wegen der Corona-Pandemie von der Landesregierung beschlossenen "Kontaktverbots" und der weiteren Maßnahmen zu überprüfen, hat die Stadt Hamm das Personal beim Kommunalen Ordnungsdienst massiv aufgestockt.

Hamm – Verbote nützen nichts, wenn sie nicht kontrolliert und Verstöße auch dementsprechend geahndet werden. Daher ist auch die Polizei mit im Boot. Insgesamt 68 Mitarbeiter waren allein am Montag im Einsatz. Ab heute sind es 80. Zur Einordnung: Normalerweise läuft der Ordnungsdienst (KOD) mit 20 Mitarbeitern stadtweit  „Streife“.

Bereits am Wochenende wurden rund 600 Kontrollen in 200 Betrieben durchgeführt. Auf Spielplätzen – die ebenfalls gesperrt sind – waren es 1161. 17 kleinere Verstöße gab es. Bußgelder wurden am Wochenende (noch) nicht verhängt. „Wir setzen im Moment auf klare Ansprache und Aufklärung und wollen nicht direkt ohne Fingerspitzengefühl mit Bußgeldern einsteigen“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. Er betont indes: „Wir werden trotzdem ganz klar durchgreifen, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält und andere dadurch gefährdet. Wenn nötig auch mit Bußgeldern.“

Coronavirus in Hamm: Im Zweifel kommt die Polizei hinzu

Bei Problemen – etwa, wenn sich jemand weigert, den Anweisungen des KOD Folge zu leisten – soll die Polizei hinzugezogen werden. Deren Sprecher Hendrik Heine erklärt, dass mit Augenmaß gearbeitet werde. Die bisherigen Einsätze, bei denen sich besorgte Bürger wegen vermeintlicher Menschenansammlungen gemeldet hatten, seien zumeist an den KOD übergeben worden.

Wenn die Polizei erst einmal vor Ort ist, gebe es einen Strafverfolgungszwang. „Dann kommen wir um das Schreiben einer Anzeige nicht mehr herum, wenn das gerechtfertigt ist“, so Heine.

Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zwei Jahren Haft oder Geldstrafen zwischen 200 und 25.000 Euro (mehr dazu weiter unten).

Corona-Gefahr: Stadt lässt Problembereiche absperren

Stadt Hamm lässt Problembereiche von Ordnungsdienst und Polizei wegen der Coronavirus-Gefahr absperren.
Stadt Hamm lässt Problembereiche von Ordnungsdienst und Polizei wegen der Coronavirus-Gefahr absperren.
Stadt Hamm lässt Problembereiche von Ordnungsdienst und Polizei wegen der Coronavirus-Gefahr absperren.
Stadt Hamm lässt Problembereiche von Ordnungsdienst und Polizei wegen der Coronavirus-Gefahr absperren.
Corona-Gefahr: Stadt lässt Problembereiche absperren

Coronavirus in Hamm: Problemecken werden beobachtet

Auf dem Schirm haben Stadt und Polizei auch Problemecken, an denen sich Menschen treffen, die nur schwer erreichbar sind. Etwa den Nordringpark oder den Treffpunkt Schulze-Pelkum. Beides beliebte Anlaufstellen der Trinkerszene. Die beiden Hütten wurden inzwischen mit Bauzäunen abgesperrt.

„Nach mehreren Gesprächen haben sich die Gruppen dort zerstreut“, sagte Herberg. „Diese Orte werden wir weiter sehr genau beobachten.“ Das äußerste Mittel sei die Ingewahrsamnahme, falls sich Menschen, die auch keine Bußgelder abschrecken, nicht an das Kontaktverbot halten.

Coronavirus in Hamm: Neuer Bußgeldkatalog greift

Das Land NRW hat inzwischen einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die landesweiten Corona-Regeln mit Strafen bis zu 5000 Euro erlassen. Im Wiederholungsfall werden sogar bis zu 25.000 Euro fällig, berichtet die dpa:

  • Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden danach 200 Euro von jedem Beteiligten fällig.
  • Verbotenes Picknicken kostet 250 Euro pro Teilnehmer.
  • Wer trotz Verbots Sportveranstaltungen organisiert, zahlt 1000 Euro.
  • Der Verzehr von Außer-Haus-Speisen näher als 50 Meter am Restaurant oder Imbiss kostet 200 Euro.
  • Zusätzliche Bußgelder seien möglich gegen Unternehmen, die von Verstößen profitieren.
  • Teuer werden auch Hygieneverstöße oder Verstöße gegen das Besuchsverbot in Einrichtungen wie etwa Altenheimen.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos hier:

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