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Konkurrenzdruck? Schließungen? Das könnte der neue Krankenhausplan für die Hammer Kliniken bedeuten

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Von: Jörn Funke

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Die Hammer Klinik-Landschaft könnte sich durch den neuen Krankenhausplan des Landes verändern.
Die Hammer Klinik-Landschaft könnte sich durch den neuen Krankenhausplan des Landes verändern. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Der neue Krankenhausplan des Landes wird sich auf das Leistungsangebot der Hammer Kliniken auswirken. Die örtlichen Häuser halten Verlagerungen innerhalb der Stadt für möglich, wollen das Gesamtangebot aber durch stärkere Kooperation erhalten.

Hamm – Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte jüngst einen neuen Krankenhausplan vorgestellt, der auf Schwerpunktbildung und höhere Qualitätsvorgaben setzt. Kritiker sprechen von stärkerem Konkurrenzdruck für die Häuser. In Hamm wuchs deshalb zuletzt die Sorge vor weiteren Schließungen.

Genauere Vorgaben für zweite Jahreshälfte erwartet

Nach sorgfältiger Prüfung sei man sicher, die Qualitätsansprüche erfüllen zu können, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Evangelischem Krankenhaus, St.-Barbara-Klinik und St.-Marien-Hospital. Um die Anforderungen erfüllen zu können, seien zum Teil Kooperationen zwischen den Häusern notwendig. Die gebe es teilweise bereits seit Jahren; man unterstütze sich gegenseitig, wenn ein Haus eine medizinische Leistung benötigt, die es nicht anbieten kann.

Vorgaben dazu, wie der Plan umzusetzen ist, erwarten die drei Häuser in der zweiten Jahreshälfte. Dass es dann zu Verlagerungen von Leistungsangeboten zwischen den Krankenhäusern in Hamm kommt, sei nicht auszuschließen. Ziel sei es, das gesamte Spektrum der medizinischen Versorgung in der Stadt aufrecht zu erhalten. Die Voraussetzungen dafür seien in den drei Häusern vorhanden.

KMT sieht sich nicht betroffen, LWL-Klinik nimmt nicht Stellung

Die Klinik für Manuelle Therapie (KMT) sieht sich von der Planung zunächst nicht betroffen. Als Spezialanbieter in der Schmerztherapie sei man nicht in der Notfallversorgung tätig, sagte Geschäftsführer Karl Ehrmann. Deshalb gebe es auch keine Überschneidungen mit den drei großen Krankenhäusern. Gleichwohl arbeite man eng mit ihnen zusammen, beispielsweise bei Spezialuntersuchungen, Laboren und Apotheken.

Die LWL-Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik nahm zunächst keine Stellung zu den Plänen des Landes.

Standards werden in Krankenhausplan festgeschrieben

Im Krankenhausplan werden Standards für die Versorgung festgeschrieben. So sollen beispielsweise 90 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 20 Auto-Minuten eine Klinik mit internistischer oder chirurgischer Abteilung erreichen können. Für Kinderkliniken gelten 40 Minuten.

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