Kommunalwahl in Hamm

Warum die CDU am Sonntag mehr Stimmen als die SPD benötigte

Desinfektionsmittel in Wahllokal der Stadt Hamm bei Kommunalwahl 2020
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Trotz Desinfektionsmittel war die Wahl am Sonntag nicht Hamm in gewisser Weise nicht ganz „sauber“.

Das Ergebnis der Kommunalwahl in Hamm ist tatsächlich knapper ausgefallen, als es auf den ersten Blick der Fall zu sein scheint.

Hamm – Stimmen für die CDU oder die Grünen waren bei der Ratswahl tatsächlich weniger wert als solche für die SPD oder die Linke. So benötigte die CDU am Sonntag rechnerisch jeweils 1230 Stimmen, um ein Ratsmandat zu ergattern, bei der SPD waren es 1180, bei den Grünen 1274 und bei den Linken 1034 Stimmen. Schuld für diese Schieflage ist das „Sainte-Lague-Verfahren“ mit dem die Kommunalwahl in NRW ausgezählt wird – und das als äußerst gerecht angesehen ist.

Bei dem Verfahren werden alle stadtweit abgegebenen Stimmen durch die Zahl der zu vergebenden Ratsmandate geteilt. Das machte in Hamm 69.944 Stimmen, die durch die 58 Mandate geteilt wurden. Das Ergebnis (1205,931) ist der Devisor, durch den die Stimmen der jeweiligen Ratspartei geteilt werden. Nach der ersten Kommastelle wird dann standardmäßig gerundet, was des einen Freud, des anderen aber Leid ist. So hatte die CDU 19,385 Mandate und erhielt am Ende 19. Die SPD hatte 21,526 Mandate und erhielt 22, weil hier entsprechend aufgerundet wurde.

Am stärksten traf das mathematische Pech die Wählergruppe Pro Hamm: Sie erhielt 2555 Stimmen, bekam aber nur zwei Mandate. Die AfD kam auf drei, obwohl sie nur 3373 Wähler hatte.

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