SPD setzt zum Sturm auf bestehende absolute Mehrheit an

Ist die CDU-Hochburg im Stadtbezirk Uentrop zu halten?

In dem Gebäude der ehemaligen Zeche Maximilian am Alten Grenzweg in Hamm-Werries befindet sich der Festsaal des Maximilianparks (links) und (rechts) das Bürgeramt, der Sitzungssaal der Bezirksvertretung Uentrop  die Verwaltung des Parks.
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Lokalpolitik am Maximilianpark: In dem ehemaligen Zechengebäude, in dem sich unter anderem der große Festsaal (links) des Maxiparks befindet, ist das Uentroper Bürgeramt (rechts), in dem sich auch die Bezirksvertreter zu ihren Sitzungen treffen.

Uentrop - Verteidigt die CDU nach 26 Jahren ihre absolute Mehrheit in der Bezirksvertretung Uentrop? Oder stehen die Zeichen auf Wechsel? Wer in den kommenden fünf Jahren die Weichen in der Lokalpolitik stellt, entscheiden die Bürger bei der Kommunalwahl am 13. September.

Mit einem „erdrutschartigen Sieg“, wie es im WA hieß, setzte sich die CDU bei der Wahl im Jahr 1994 an die Spitze der Bezirksvertretung (BV) Uentrop. Seitdem hält sie die absolute Mehrheit und hat in dem Gremium 10 von 19 Sitzen. In der 26-jährigen Spanne bauten die Christdemokraten ihr prozentuales Ergebnis noch aus und steigerten sich von rund 45,7 auf bis 54,9 Prozent im Jahr 2009. Trotz leichter Verluste bei der jüngsten Wahl im Jahr 2014 lösten die Uentroper Christdemokraten die Parteifreunde aus Rhynern als Hammer CDU-Hochburg ab. Seit 21 Jahren stellen sie mit Björn Pförtzsch den Bezirksvorsteher. Er will weitermachen. Werden die Wähler wieder mehrheitlich für Kontinuität stimmen?

Die SPD ist angetreten, die CDU-Hochburg zu stürmen und die absolute Mehrheit der CDU zu brechen. Mit Blick auf die anderen Oppositionsparteien rechnet sich Spitzenkandidat Stefan Heitkemper Chancen auf das Amt des Bezirksvorstehers aus. Die SPD hat bislang fünf Sitze in der BV – die Grünen zwar nur zwei, doch sie gehen davon aus, dass sich der allgemeine Trend und Höhenflug der Partei auch lokal bemerkbar macht. Die FDP und die Linke sind bislang mit je einem Vertreter in der BV, Pro Hamm sowie die AfD und Die Rechte wollen folgen.

Uentroper BV entscheidet über Ausgaben von rund 2,9 Millionen Euro

Doch, worum geht es? Welche Entscheidungen können die Bezirksvertreter treffen? Sie diskutieren, empfehlen dem Stadtrat, stellen Anträge und geben Anregungen. Und wenn es ums Geld geht? In den 32 Sitzungen der vergangenen, ausnahmsweise sechsjährigen Legislaturperiode galt es für die Bezirksvertreter, bei gut 20 von rund 30 Beschlüssen auch über die Ausgabe von Geldern zu bestimmen, zum Beispiel zum Ausbau von Straßen, zur Sanierung städtischer Einrichtungen und etwa von Sportplätzen.

Dabei zeigt sich, dass in manchem Jahr nur über vergleichsweise wenig Geld zu entscheiden war. Nur rund 103 000 Euro waren es 2018, im Vorjahr mit 200 000 Euro auch nicht viel mehr. Mit 1,33 Millionen Euro stand die größte Summe im Jahr 2019 auf den Tagesordnungen, wobei die, wenn auch noch nicht erfolgte Sanierung der Kettelerschule mit 850.000 Euro den größten Anteil hat. Insgesamt entschied die BV während der Legislaturperiode über rund 2,9 Millionen Euro. Davon machte der städtische Eigenanteil etwa 2,2 Millionen Euro aus.

So verlief in Uentrop die Kommunalwahl 2014

ParteiProzenteStimmenMandate in der BV
CDU53,27.16310 von 19
SPD27,63.713 5
Die Grünen9,81.3212
Die Linke4,45871
FDP3,54741
Pro Hamm1,62130

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