Nach der Kommunalwahl 2020

Hammer Stadtrat jünger als zuletzt - aber noch immer wenig weiblich

Diese Stühle galt es zu besetzen: Am 3. November kommt der neue Rat zusammen.
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Diese Stühle galt es zu besetzen: Am 3. November kommt der neue Rat erstmals zusammen.

Ein kleines bisschen jünger als in der letzten Legislaturperiode, etwas mehr Frauen und weiterhin kaum Menschen mit Migrationshintergrund: So ist der neue Rat der Stadt Hamm zusammengesetzt.

Das Gremium soll die Hammer Bevölkerung repräsentieren – insofern wäre es auch passend, wenn auch seine Vertreter einen Querschnitt durch die Bevölkerung bilden. Eine Übersicht:

Alter

Doch das gelingt nur bedingt, wie sich schon am Alter ablesen lässt. Der neue Rat ist im Schnitt 50,3 Jahre alt, der durchschnittliche Hammer mit 43,4 Jahren hingegen deutlich jünger. Ganz generell ist es ohnehin naheliegend, dass der Rat älter ist – schließlich können Kinder nicht kandidieren. Immerhin: Der neue Rat ist bei seiner ersten Sitzung jünger als der alte. Während die Ratsvertreter in der letzten Legislaturperiode bei der ersten Sitzung im Schnitt 52,6 Jahre alt waren, sind es nun 2 Jahre und vier Monate weniger.

Der Grund für das etwas niedrigere Durchschnittsalter des Rats sind die Vertreter von Grünen und SPD: Sie sind durchschnittlich knapp unter 50 Jahre alt und stellen diesmal besonders viele Vertreter. Zudem schicken sie die drei Vertreter in den Rat, die jünger als 30 Jahre sind: Jüngste Ratsvertreterin ist diesmal Jule Pletschen von der SPD, die Studentin ist 21 Jahre alt. Zweitjüngster ist Tim Ruppert (SPD), Auszubildender als Industriekaufmann. Und die Dritte unter 30 Jahren ist Arnela Sacic, 28. Sie ist Fraktionsangestellte der Grünen.

Geschlecht

Der Frauenanteil im Rat bleibt niedrig. In Hamm gibt es etwas mehr Frauen als Männern. Der Frauenanteil im Rat liegt aber auch nach der Kommunalwahl im Jahr 2020 mit knapp 37 Prozent deutlich geringer als die Quote innerhalb der Gesamtbevölkerung. Die höchste Frauenquote gibt es unter den Ratsvertretern der Grünen, sie liegt bei 57 Prozent. Die niedrigste haben Pro Hamm und AfD, die jeweils keine Frau als Ratsmitglieder stellen. Bei der CDU liegt der Anteil der Frauen unter den Ratsvertretern bei 30 Prozent, bei der SPD bei 43 Prozent.

Berufe

Im Rat gibt es aktuell vergleichsweise viele Menschen, die in Banken arbeiten: Insgesamt sind es fünf. Ebenfalls häufig vertreten sind ehemalige oder aktuelle Lehrer, sie nehmen ebenfalls fünf Ratssitze ein. Im neuen Rat werden vier ehemalige oder aktuelle Erzieherinnen sitzen, außerdem zwei Versicherungsmakler und zwei Architekten. Mindestens zehn Ratsvertreter sind in Rente oder Pension.

Nicht mehr im Rat

Einige echte Urgesteine und einstige Hoffnungsträger gehören dem Hammer Stadtrat künftig nicht mehr an. Allen voran Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann selbst: Verliert er die Stichwahl, zieht er sich komplett aus der Kommunalpolitik zurück und wird auch kein Ratsmandat mehr haben. Auch Kai Hegemann, in Hamm vor allem bekannt als Geschäftsführer des Hammer Sport-Clubs, zieht nicht wieder in den Rat ein. Ebenfalls nicht mehr dabei sind beispielsweise Ulrike Wäsche, Lothar Wobedo und Georg Scholz. Bei Anke Richter von der SPD wurde zeitweise spekuliert, ob sie für das Oberbürgermeisteramt kandidieren wolle. Auch sie wird dem Rat nicht mehr angehören.

Gewinner und Verlierer

Die Hammer SPD schafft es unter die Top 3 in NRW. Mit ihrem Wahlergebnis von 37,0 Prozent der Stimmen zählt sie zu den drei erfolgreichsten SPD-Ortsverbänden im Land Nordrhein-Westfalen. Lediglich in Herne und Bottrop holten die jeweiligen SPD-Vertreter ein besseres Ergebnis. Die Hammer Grünen hingegen haben zwar 5,4 Prozentpunkte mehr geholt als bei der letzten Wahl. Dennoch gehören sie mit ihren 12,7 Prozent der Wählerstimmen landesweit zu den Verlierern, lediglich die Grünen in Gelsenkirchen und im Kreis Olpe kamen auf einen geringeren Anteil von Wählerstimmen.

(*) Es ist unsicher, ob sie dem Rat angehören werden: Thomas Hunsteger-Petermann würde dem Rat angehören, falls er die Stichwahl gewinnt, Kirsten Pieczynski rückt bei der SPD nach, sollte Marc Herter Oberbürgermeister werden. Für die Analyse wurden beide in die Berechnung mit einbezogen.

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