Klinik meldet Fälle

Komasaufen: Weniger Kinder und Jugendliche volltrunken in der Klinik

Der Griff zum Alkohol ist die häufigste Sucht im Corona-Lockdown, aber auch andere Drogen sowie Medienkonsum werden nach Beobachtung der Beratungsstellen verstärkt zum Problem.
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Im ersten Jahr der Coronapandemie kamen in Hamm weniger Minderjährige mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus.

Komasaufen in der Pandemie aus der Mode: Immer weniger Kinder und Jugendliche kommen in Hamm mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. In anderen Altersgruppen hingegen sank die Zahl nicht.

Hamm – Es trinken sich offenbar weniger Jüngere ins Koma, wenn es keine Feiern gibt. Die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus kamen, ist im Coronajahr 2020 gesunken. Das geht aus Zahlen des Evangelischen Krankenhauses (EVK) in Hamm hervor, das den Großteil Notfälle unter jüngeren Patienten in Hamm behandelt. 73 stark betrunkene 12- bis 17-Jährige wurden 2020 im EVK behandelt, das sind 30 weniger als 2018 und 14 weniger als 2019. Auch unter den 18- bis 35-Jährigen sank die Zahl derer, die völlig betrunken in Behandlung mussten.

Komasaufen kam im Coronajahr seltener vor

Insgesamt lag die Zahl der Patienten mit Alkoholvergiftung im EVK 2020 auf einem niedrigen Niveau: 224 Fälle gab es, 42 Fälle weniger als 2019 und 26 weniger als 2018. Der Rückgang liegt hauptsächlich an den veränderten Zahlen bei den Jüngeren. In den älteren Altersgruppen ab 35 Jahre ist die Zahl der Patienten mit Alkoholvergiftung nämlich leicht gestiegen beziehungsweise auf dem gleichen Niveau geblieben.

Die St.-Barbara-Klinik hat 2020 keine volltrunkenen Minderjährigen behandelt. Aus der Klinik heißt es, dass die Zahl der Patienten mit Alkoholvergiftung 2020 auf dem gleichen Niveau lag wie in den Vorjahren, es gebe etwa zwei bis drei Fälle pro Woche. Auch im Marienhospital blieb die Zahl 2020 auf einem ähnlichen Niveau.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die volltrunken in ein Krankenhaus mussten, war zuletzt deutschlandweit zurückgegangen.

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