1. wa.de
  2. Hamm

Kokain-Handel im großen Stil? Dealer aus Hamm vor Gericht

Erstellt:

Von: Martin von Braunschweig

Kommentare

Ein Häufchen Kokain liegt auf einer Oberfläche
Regelmäßig soll der Angeklagte Kunden mit Kokain und später auch mit Marihuana beliefert haben. © Christian Charisius/dpa (Symbolbild)

Am Dortmunder Landgericht hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Kokain-Dealer aus der Hammer Innenstadt begonnen. Obwohl am Donnerstag nur die Anklageschrift verlesen wurde, war die Stimmung im Gerichtssaal gereizt.

Dortmund/ Hamm – Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 30-jährige Angeklagte spätestens ab Januar 2020 seinen kompletten Lebensunterhalt mit Drogenverkäufen finanzierte. Regelmäßig soll er verschiedene Kunden mit Kokain und später auch mit Marihuana beliefert haben.

Insgesamt sollen auf diese Weise mehrere Kilo Kokain durch die Hände des jungen Mannes gegangen sein. Die Übergabe des Rauschgifts erfolgte dabei angeblich fast immer in einem Wohnhaus in Uentrop.

Nach einem Hinweis auf die mutmaßlich kriminellen Machenschaften des Mannes durchsuchte die Polizei dann jedoch im April 2021 dessen Wohnung in der Innenstadt. Dabei konnten rund 40 Gramm Kokain, zehn Gramm Marihuana und fast 60 Ecstasypillen sichergestellt werden.

In einem Tresor fanden die Beamten außerdem fast 4000 Euro in bar sowie 475 türkische Lira. „Das Geld stammte aus den Drogenverkäufen“, heißt es in der Anklageschrift. Der 30-Jährige soll also dazu bereit gewesen sein, sich auch in anderen Währungen bezahlen zu lassen.

Vorwürfe des Verteidigers gegen die Richter

Ob die Vorwürfe stimmen, will der Angeklagte den Richtern allerdings nicht sagen. „Es ist nicht beabsichtigt, hier Angaben zu machen“, sagte Verteidiger Dieter Kaufmann am Donnerstag. Das könne sich natürlich noch ändern, sei aber noch nicht abschließend beraten.

Kaufmann nutzte den ersten Verhandlungstag dazu, einige Vorwürfe gegen die Richter loszuwerden. Dass diese mehrere Verhandlungstage angesetzt hätten, obwohl an diesen lediglich der Pflichtverteidiger Nils Schiering aus Hamm teilnehmen könne, bezeichnete er als „Verstoß gegen ein faires Verfahren“. Dass er darüber hinaus bisher noch keine vollständige Akteneinsicht erhalten habe, könne er ebenso wenig nachvollziehen, so Kaufmann.

Auch Gutachter des LKA sorgt für Ärger

Die Richter werden sich also auf eine zähe Verhandlung einstellen müssen. Dass ein Gutachter des Landeskriminalamts, der die Wirkstoffmengen der sichergestellten Drogen berechnet hatte, an dem für ihn vorgesehenen Verhandlungstag nicht erscheinen kann, sorgte nämlich gleich für den nächsten Ärger.

Ihren Wunsch, das schriftliche Urteil dann eben einfach zu verlesen, konnten sich die Richter am Donnerstag gleich abschminken. „Dazu müssen wir erst einmal wissen, ob der Gutachter nicht an einem anderen Tag kommen oder einen Vertreter schicken kann“, lautete die Retourkutsche von Verteidiger Kaufmann.

Auch interessant

Kommentare