Stadtwerke rechnen mit Verlusten

Kohlekraftwerk in Uentrop wird Millionengrab

HAMM - Die Investition in das Kohlekraftwerk Hamm-Uentrop entpuppt sich für die daran beteiligten Unternehmen immer mehr als Ritt auf der Rasierklinge: riskant und teuer. Die Stadtwerke Hamm werden mit dem Kraftwerk Verluste einfahren.

Während einer Diskussionsrunde der Grünen ließ Stadtwerke-Chef Jörg Hegemann (rechts) die Bombe platzen: Das Hammer Versorgungsunternehmen wird mit dem neuen Kohlekraftwerk in Uentrop Verluste einfahren.

Bereits im Dezember 2010 hatte der Stadtanzeiger berichtet, dass sich der Bau des Zwei-Milliarden-Projektes im äußersten Osten Hamms um rund 200 Millionen Euro verteuern würde. Doch damit nicht genug: In der vergangenen Woche machte Stadtwerke-Chef Jörg Hegemann am Rande einer Diskussionsrunde der Hammer Grünen zum Thema Strompreise deutlich, dass das Uentroper Kraftwerk zukünftig wohl deutliche Verluste einfahren werde.

Das umstrittene Steinkohlekraftwerk wird von der Gesellschaft Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm (Gekko) betrieben, in der sich 23 kommunale Unternehmen zusammengeschlossen haben. Neben dem Hammer Versorgungsunternehmen sind auch die Stadtwerke aus Beckum, Münster und Coesfeld sowie die RWE an dem Projekt beteiligt.

Grund für die negative Prognose des Geschäftsführers der Stadtwerke Hamm ist der rasante Ausbau der regenerativen Energien als Folge der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011. Als Reaktion auf den Reaktorunfall leitete die Bundesregierung die Energiewende ein. Mit Folgen für das Kohlekraftwerk, dessen volle Leistungsfähigkeit nun kaum jemals benötigt werden wird.

Als der gigantische Bau im Jahr 2007 geplant wurde, gingen RWE und die beteiligten Stadtwerke von einem deutlich geringenen Anteil an Wind- und Sonnenenergie am „Energie-Mix“ aus – und werden nun von der Wirklichkeit überholt.

Wie hoch die finanziellen Einbußen für sein Unternehmen sein werden, konnte Hegemann auf Anfrage des Stadtanzeigers noch nicht sagen. Die Stadtwerke sind an dem 2,2-Milliarden-Euro-Projekt mit 1,6 Prozent beteiligt. - mig

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie heute im Stadtanzeiger

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Kommentare

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Kommentare

Andreas
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Das in Bau befindliche Kohlekraftwerk rechnet sich nicht mehr, weil nach Fukushima die Erneuerbaren so stark ausgebaut wurden. Bitte? Die Windenergie hat ne Vorlaufzeit von ca. 4 Jahren und ist nur leicht gewachsen, die Photovoltaik lag vom Zubau her auf dem Vorjahresniveau, der Biomassezubau war sogar rückläufig. Umweltverbände sagen schon seit Jahren, dass mit der Energiewende sich neue Kohlekraftwerke nicht mehr rentieren werden. Die Energiekonzerne haben geschlafen, das ist alles! Der Zubau nach Fukushima macht vielleicht 3-4 % der Gesamterzeugung Deutschlands aus und war größtenteils auch schon vor Fukushima geplant, wäre also so und so gekommen. Mit der schwarz-gelben Energiewende hat die jetzige Unrentabilität gar nichts zu tun.

maxAntwort
(0)(0)

.....das ist eben der Vorteil einer MonopolStellung; daher sind da auch die
Gutmenschen von Hammona "untergebracht" ;bzw. haben die Konto-Nr.
angegeben ;und mimen; geben auch mal den Aufsichtsrat.

ElektriktrickAntwort
(2)(0)

Na das sag ich doch ;o))

Überall sonst wo auf der Welt stehen die Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes zu Ihrer Verantwortung und nehmen ihren Hut, wenn sie Mist gebaut haben, verzichten sogar auf ihre "schmale" Altersversorgung.
Blos in Hamm nicht.
Oder irre ich mich da jetzt?????