Kohlekraftwerk in Uentrop kostet 200 Millionen mehr

Hamm - Das Kohlekraftwerk in Uentrop wird teurer als erwartet, und das nicht zu knapp. Um mehr als 200 Millionen Euro steigen die Baukosten -- das sagt eine neue Investitionsprognose.

Demnach wird das Kohlekraftwerk statt zwei Milliarden gut 2,2 Milliarden Euro kosten, eine Steigerung von rund einem Zehntel. Das berichtet der Stadtanzeiger am Sonntag. Den Zahlen zufolge reduziert sich auch die erwartete Rendite des Großprojektes. Das Kraftwerk wird von der Gesellschaft Gemeinschaftskraftwerk Steinkohle Hamm (Gekko) betrieben, in der sich 23 kommunale Unternehmen, darunter auch die Stadtwerke aus Hamm, Beckum, Münster und Coesfeld, und die RWE zusammengeschlossen haben. Die Stadtwerke Hamm sind mit 1,63 Prozent an dem Projekt beteiligt.

Das Unternehmen, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, wollte sich zu den Zahlen nicht äußern. Die Investitionen für das Großprojekt steigen aus verschiedenen Gründen -- zum Teil auch wegen der Folgekosten aus der Verzögerung beim Kesselstahlbau: Dort hatten fehlerhafte Schweißnähte dazu geführt, dass umfangreiche Teile des Kraftwerks wieder ab- und neu aufgebaut werden mussten. Die liefernde Firma steht dafür gerade, so dass sich die Mehrinvestitionen deutlich reduzieren.

Auch die Rentabilität des Projektes Gemeinschaftskraftwerk Uentrop leidet -- unter anderem durch die Verschiebung der Inbetriebnahme um mehr als ein Jahr: Ursprünglich sollten die beiden Blöcke im Juni und Dezember 2011 in Betrieb gehen, jetzt ist die Rede von Mitte 2012 und Ende 2012.

Stadtwerken droht Millionen-Nachzahlung

So droht den Stadtwerken Hamm eine Nachfinanzierung in Millionenhöhe. 1,6 Prozent an den Mehrinvestitionen entsprechen etwa 2,5 bis 3 Millionen Euro, die an zusätzlichen Ausgaben auf die Stadt-Tochter zukommen können. Und dabei muss es nicht bleiben. Weitere Kostensteigerungen sind nicht ausgeschlossen.

 Energieversorger und Mehrheitseigner am Gekko-Projekt RWE hat den beteiligten Stadtwerken ein Angebot gemacht, ihre finanzielle Mehrbelastung auszugleichen, im Gegenzug aber auch Forderungen gestellt -- unter anderem sollten die Stadtwerke auf etwaige Ansprüche gegen RWE verzichten. Dieses Angebot lehnten die kommunalen Gekko-Partner ab, auch weil es insgesamt wirtschaftlich zu nachteilig sei. -mig

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