Auch bei „h4“ unterwegs

KOD in Hamm: Beleidigungen und Angriffe Alltag - Ruf nach Bodycams

Kommunaler Ordnungsdienst KOD in der Stadt Hamm Symbolbild
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Mitarbeiter des Ordnungsdienstes in Hamm werden im Alltag oft angegangen.

Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdiensts (KOD) in Hamm brauchen ein dickes Fell. Beleidigungen sind an der Tagesordnung. Beim Kulturfest „h4“ sind die KOD-Leute mit einem Großaufgebot unterwegs.

Hamm - Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) der Stadt Hamm ist nach Monaten, in denen die Mitarbeiter fast ausschließlich durch die Kontrollen der Corona-Maßnahmen gebunden waren, weitgehend in den Normalbetrieb zurückgekehrt. In dem sehen sich die Mitarbeiter immer wieder Angriffen ausgesetzt.

Kontrollen

Bis auf die Stichprobenkontrollen in Gastro-Betrieben und Geschäften mit Blick auf die Einhaltung der „3G“-Regeln seien die Einsätze an dieser Front eingestellt, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Pro Kontrolltag fänden zwischen einer Handvoll und einem Dutzend Kontrollen statt., auch am Wochenende.

Daneben gehen die Mitarbeiter wieder Bürgerbeschwerden nach, schreiben Knöllchen und überwachen Spielplätze. Die Belastung sei immer noch sehr hoch.

Einsatz „h4“

Auch an diesem Wochenende dürfte sich daran nichts ändern. Beim Kulturfest „h4“ sind in der Spitze bis zu 21 Kräfte des KOD in zwei Schichten im Einsatz, um die Veranstaltung abzusichern. Darüber hinaus seien an den einzelnen Veranstaltungsorten auch etliche Security-Mitarbeiter im Einsatz. Der KOD befolgt am Wochenende sozusagen die „3P“-Strategie: Pandemieauflagen überwachen, Parken kontrollieren, Präsenz zeigen.

Neue Kräfte

Die 15 neuen Kräfte, die im April ihre Schulungen begonnen haben, sind nach wie vor in der Lernphase und nicht alleine unterwegs. im Dezember finden die letzten Schulungen statt, erklärte Herberg. Ab Anfang 2022 ist geplant, dass die neuen Kräfte voll im Einsatz sind. Womöglich würden gemischte Teams mit den erfahreneren Mitarbeitern gebildet.

Angriffe und Anzeigen

In diesem Jahr haben die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes acht Anzeigen geschrieben, weil sie geschlagen oder bespuckt wurden. „Das waren die gravierenderen Fälle, insgesamt aber nur die Spitze des Eisbergs“, erklärte Herberg. Beleidigungen seien an der Tagesordnung. Worte wie „Arschloch“ würden erst gar nicht zur Anzeige gebracht, weil der Aufwand hoch und die Erfolgsaussichten letztlich gering seien.

„Unsere Mitarbeiter brauchen ein dickes Fell“, sagt Herberg. Bei Parkraum-Kontrollen oder Veranstaltungen in den Abendstunden herrsche dem KOD gegenüber oftmals eine aggressive Grundstimmung. Zuletzt seien pro Jahr zwischen sieben und zehn Anzeigen nötig geworden, in diesem Jahr sind es bisher acht.

Die CDU sieht eine Zunahme von verbalen und körperlichen Angriffen. Das geänderte nordrhein-westfälische Ordnungsbehördengesetz ermögliche es, den KOD mit Bodycams auszustatten – das fordert der Ratsfraktionsvorsitzende Arnd Hilwig nun.

Über einen CDU-Antrag dazu wird bei der Ratssitzung am kommenden Dienstag entschieden. Für die Ausrüstung mit Bodycams spreche die abschreckende und deeskalierende Wirkung und die Möglichkeit zur unmittelbaren Beweissicherung, erklärte Hilwig.

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