Bergbau-Exponate aufgefrischt

Im Maxipark soll die Arbeitswelt der Knappen weiter leben und leuchten

Werrieser Knappen erneuern mit Mitarbeitern des Maxiparks Bergbauexponate.
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Echte Handarbeit: Die Werrieser Knappen erneuerten zusammen mit Mitarbeitern des Maxiparks Bergbauexponate im Maxipark.

Im Hammer Maxipark erinnern mehrere Bergbau-Maschinen an die Vergangenheit dieses Ortes. Fleißige Hände haben sie jetzt aufgefrischt. Es geht darum, die Arbeitswelt der Knappen nicht zu vergessen.

Werries – Es war ein bisschen so wie früher „unter Tage“, als sich am vergangenen Freitag einige Mitglieder des Knappenvereins Werries im Maxipark trafen und Bergbauexponate wie die Kohlewagen und den sogenannten Ein-Tonner auf Vordermann brachten – zumindest, was den Zusammenhalt anging. Denn was für die ehemaligen Kumpel schon im Tagebau galt, gilt nun auch bei ihren ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen.

„Hier ergänzt und stützt man sich gegenseitig“, sagte Hans-Jürgen Biernatzki, der als Steiger 37 Jahre auf der Zeche gearbeitet hat und seit 50 Jahren Mitglied im Knappenverein Werries ist. Die Gemeinschaft sei daher auch das, was den Knappenverein ausmache, erzählte Biernatzki, der sich deshalb als einer der ersten für die Aktion im Maxipark meldete.

Rückblick: Um an die Zeche Maximilian und damit an seine historischen Wurzeln zu erinnern, stehen schon seit Beginn des Maxiparks im Jahr 1984 einige Bergbauexponate auf dem Areal. Dazu hatte man damals einen wie eine Strecke gestalteten Tunnel gebaut sowie unter anderem einen Kohlenwagen und einen Ein-Tonner aufgestellt. Vor rund 15 Jahren kam ein so genanntes Zwei-Stempel-Ausbauschild hinzu, das zum Stützen des Strebs einst auf der Zeche Heinrich Robert genutzt wurde. Weil alle Exponate allerdings draußen stehen, nagt der sprichwörtliche Zahn der Zeit an ihnen. Für den Knappenverein Werries war daher klar, dass man ihnen einen neuen Anstrich verpassen musste.

Kürzlich war es dann soweit. In Kooperation mit dem Maxipark reinigten Parkmitarbeiter und Mitglieder der Knappen die Exponate zunächst mit einem Industriereiniger, bürsteten sie anschließend mit Lauge ein und schlossen die Arbeiten nach dem Einsatz eines Hochdruckreinigers zunächst ab. Ganztägig waren fünf Mitglieder des Knappenvereins damit beschäftigt, die Exponate zu grundieren und ihnen anschließend mit Farbe einen neuen Anstrich zu verpassen. Fachliche Unterstützung, bei der sogar Materialproben genommen und die Farben entsprechend ausgewählt wurden, gab es dabei von Maler Thomas Kaplan. Das Ergebnis: Die Fahrzeuge sind nun schwarz, das Ausbauschild ist weiß.

Fleißige Helfer im Maxipark.

In den vergangenen 36 Jahren seien die Kohlewagen und der Ein-Tonner erst einmal neu angestrichen worden, erklärte der Vorsitzende des Knappenvereins, Stephan Mohr. Mit der neuerlichen Aktion sollen die Bergbauexponate noch lange halten. „Der Verfall lässt sich nicht aufhalten, aber so zögern wir ihn hinaus“, erklärte Mohr.

Warum den Knappen die Pflege der Bergbauexponate so wichtig ist? „Sie sind Zeitzeugen und wir möchten, dass die Arbeitswelt der Bergleute nicht in Vergessenheit gerät“, sagte Stephan Mohr. Auch wolle man die Tradtion damit aufrecht erhalten, fügte er hinzu. Ganz nebenbei pflegten die Knappen mit der Ehrenamtsaktion auch noch eine andere Tradition: die des Zusammenhalts. „Hier ist man echter Kumpel“, betonte Erwin Preuß, der vom Gemeinschaftssinn der ehemaligen Bergleute so begeistert war, dass er vor zwei Jahren in den Knappenverein eintrat – auch wenn er selbst beruflich nie etwas mit dem Bergbau zu tun hatte.

Info

Die Bergbauexponate im Maxipark stehen etwas abseits der Hauptwege. Dazu geht man in Richtung See und biegt noch vor den Buden links ab. Dort sieht man bereits die Bergbauschacht-Nachbildung, direkt dahinter sind die Exponate zu finden. Auch an anderen Stellen im und vor dem Maxipark sind Bergbaurelikte ausgestellt.

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