Auftakt für Kommunalwahlkampf bei der WDI

Klotzen, nicht kleckern: CDU plant neues Stadtviertel in Hamm

Auf der heutigen Lagerfläche der WDI soll nach dem Willen der CDU ein neues Viertel entstehen – mit einem weiteren Innovationszentrum für Hamm, Wohnungen für Senioren und Studenten.
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Auf der heutigen Lagerfläche der WDI soll nach dem Willen der CDU ein neues Viertel entstehen – mit einem weiteren Innovationszentrum für Hamm, Wohnungen für Senioren und Studenten.

Nicht kleckern, sondern klotzen: Die CDU stellte zum Auftakt ihres Wahlkampfes Pläne für ein ganzes neues Stadtviertel vor. Es soll auf einem Teil des WDI-Geländes entstehen.

Hamm – Die CDU Hamm möchte im Hammer Westen einen komplett neuen Stadtteil gründen. Herzstück dieses Zukunftsprojektes soll eine 60.000 Quadratmeter große Fläche – das entspricht rund 65 Fußballfeldern – sein, die aktuell von der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) als Lagerfläche genutzt wird. Nach den Plänen der CDU Hamm soll hier ein Hochschul-Campus mit Instituten, Büros für Gründer und einem Science-Center für das Handwerk entstehen.

„Kurz gesagt: Wir stellen uns an diesem Standort ein Innovationszentrum in XXL vor“, erklärte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Der CDU-Kreisvorsitzende Arnd Hilwig ergänzte: „Darüber hinaus wollen wir studentisches Wohnen und Lebensqualität in diesen Ort bringen.“ Die Christdemokraten haben auch schon einen Namen für den Stadtteil: Drahtviertel.

Realisiert werden soll das Projekt ab der kommenden Legislaturperiode. Geht es nach den Christdemokraten soll schon bald eine Entwicklungsgesellschaft gegründet werden.

WDI-Gelände soll Zukunft gehören

Für das Drahtviertel haben die Christdemokraten noch viele andere Ideen: In unmittelbarer Bahnhofsnähe könnte ein Kongresszentrum entstehen, am Westausgang des Bahnhofs ein vollautomatisches Fahrrad-Parkhaus. Neu gestaltet werden solle auch die Bahnunterführung zwischen Neuer Bahnhofstraße und Wilhelmstraße. Hier setzt die CDU auf mehr Licht und Kunst.

So sieht das Areal im Hammer Westen derzeit noch aus.

Die CDU geht mit dem Drahtviertel als Leuchtturmprojekt in den Kommunalwahlkampf und stellte bei der Auftaktveranstaltung „Immer wieder Mut zum Aufbruch“ die Ideen für die Entwicklung der Stadt Hamm vor. Und zwar genau an dem Ort, der sich in den kommenden Jahren verändern soll: auf dem WDI-Gelände. „Ja, an diesem Ort bröckeln die Wände und die Kälte zieht unangenehm über den Boden: Aber Veränderung passiert nicht in der Komfortzone. Man muss schon den Mut haben, sich aufzumachen und alte Mauern einzureißen – und genau das wollen wir an dieser Stelle tun“, betonte der OB vor rund 400 Gästen.

WDI zum Verkauf an Stadt bereit

Nach einem Brand in der Beize auf dem WDI-Gelände am Ostermontag 2019 liegt die rund 60.000 Quadratmeter große Fläche brach. Die Geschäftsführung hat die Produktion auf das südliche Firmengelände verlagert. Katja Pampus, geschäftsführende Gesellschafterin der Westfälischen Drahtindustrie (WDI), ist nun bereit, die Fläche an die Stadt zu verkaufen. Finanziert werden soll das neue Viertel durch die zu erwartenden Millionen aus dem Kohleausstieg. Rechnerisch sind 130 Millionen Euro möglich, die nach Hamm fließen. Zudem rechnet Hunsteger mit Fördersummen aus Bund und Land.

„Wir haben durch die letzten Projekte mehr als 17 Millionen Euro direkt in den Hammer Westen investiert“, sagte der Oberbürgermeister. Gleichzeitig sei der Bereich rund um den Hauptbahnhof massiv aufgewertet worden. Bebaut werde der Platz vor dem Gesundheitszentrum ebenso wie die Fläche hinter dem B&B-Hotel. Die Aufwertung des Westens bezeichnete der OB als den nächsten logischen Schritt.

CDU-Wahlkampfauftakt, "Immer wieder Mut zum Aufbruch", in der Beize der Westfälischen Drahtindustrie

CDU-Wahlkampfauftakt, "Immer wieder Mut zum Aufbruch", in der Beize der Westfälischen Drahtindustrie

"An alte Glanzzeiten anschließen"

Die weiteren Teile des neuen Stadtteils sollen das ehemalige Thyssen-Gelände und der Rangierbahnhof bilden. Hunsteger: „Wir wollen hier an alte Glanzzeiten anschließen und den Rangierbahnhof wieder zu einem zentralen Umschlagplatz im europäischen Güterverkehr gestalten: Mit Blick auf den Klima-Wandel ist es unumgänglich, dass wir mehr Waren auf die Schiene bringen.“

Gleichzeitig erklärte Hunsteger-Petermann, dass er mit der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft ebenso schon gesprochen habe wie mit der Deutschen Bahn. Die Signale seien positiv gewesen. Über die B63n müsse eine schnelle Anbindung an den Hafen geschaffen werden. „Wenn uns das gelingt, dann haben wir alle Komponenten zusammen, die für einen hochmodernen Güterumschlagplatz wichtig sind.“

Unterstützung für die Vorschläge erhielten Hunsteger-Petermann und die CDU gestern Abend von Professor Dr. Klaus Zeppenfeld, Präsident der Hochschule Hamm Lippstadt. Die HSHL habe sich in den vergangenen zehn Jahren gut entwickelt, nun sei es Zeit für die Zündung einer zweiten Rakete. Dem „Innovationszentrum XXL“ auf dem Draht-Campus sagt er seine Unterstützung zu.

CDU will Sicherheit und Klimaschutz

Weitere Themen des CDU-Wahlkampfauftakts waren die weitere Aufwertung der Innenstadt und die Digitalisierung. Hunsteger-Petermann forderte eine möglichst flächendeckende 5G-Versorgung. Es ging auch um den Umwelt- und Klimaschutz, also etwa ein Programm zur Aufforstung, dem Ausbau der Radwege und den Umstieg der Stadtwerke-Busse auf Wasserstoff und Elektro.

Weiteres Thema war die Diskriminierung: „Wir werden Ausgrenzung verhindern und das Miteinander weiter fördern wollen“, betonte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Bei aller Notwendigkeit zum Wandel bleibe die CDU die Heimat für alle Menschen, die sich Stabilität und Sicherheit wünschen – das gelte insbesondere für ältere Menschen, die in ihrem gewohnten Umfeld so lange wie möglich selbstbestimmt leben möchten.

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