Klimastreik-Demo startet um 15 Uhr am Bahnhof

Fridays for Future zeigt Freitag in Hamm auf Fahrrädern Flagge

Die Corona-Pandemie hat die Fridays-for-Future-Bewegung hart ausgebremst. Nach und nach wollen sich die Umweltaktivisten wieder zeigen. Der Neustart in Hamm ist für Freitag geplant - als Teil des internationalen Klimastreiks.

Hamm – Der Wald stirbt. Die Böden trocknen aus. Das Wetter fährt Achterbahn. Das ist nicht der Plot der neuesten Kino-Blockbusters, sondern der Beginn einer Resolution, die die Hammer Gruppe der Fridays-for-Future-Bewegung am Freitag im Rahmen einer Fahrrad-Demonstration (Start ist um 15 Uhr am Willy-Brandt-Platz) den hiesigen Parteien in der Stadt aushändigen wird.

Die letzte Demonstration des Hammer Ablegers der Organisation Fridays for Future (FFF) datiert auf den Dezember 2020 – doch am Freitag zeigen die hiesigen Klimaaktivisten erstmals in 2021 Flagge. „Die nächste Großdemo wird kommen“, hatte Anna-Lena Schrimpf, Pressesprecherin und Wochenplenums-Leiterin der Ortsgruppe Hamm, bereits Anfang Januar versichert, dass sich FFF nicht im Corona-Nebel verfahren hat. Und Wort gehalten: Wenn FFF am Freitag unter dem Motto „#Allefür1Komma5“ zum siebten internationalen Klimastreik aufruft, wird auch in Hamm wieder für die Umsetzung der Beschlüsse des Pariser Klimaabkommens von 2015 protestiert.

Protest im Dezember: Die jungen Demonstranten hatten sich beim letzten Mal vor dem Hammer Rathaus positioniert.

Die Vorbereitung der Aktion, die als Fahrrad-Demo mit Abstand und Maske starten wird, sieht Schrimpf als „relativ routinert“ an, „weil wir ja schon einige Demonstrationen in der Vergangenheit in Hamm angemeldet haben – auch wenn das bei einer Großdemo noch einmal etwas anderes ist.“

Alles wird bewusst ein wenig kleiner gefahren, damit wir nicht zu Pandemietreibern werden.

Anna Lena Schrimpf, Friday for Future Hamm

Fridays for Future in Hamm: Keine Pandemietreiber

Dem Aspekt, die Aktion Corona-konform durchzuführen, haben die Organisatoren Rechnung getragen. „Alles wird bewusst ein wenig kleiner gefahren, damit wir nicht zu Pandemietreibern werden“, versichert Schrimpf. „Deswegen haben wir bewusst die Aktionsform einer Fahrrad-Demo gewählt.“

Von geschätzt rund 25 Protestwilligen, die sich am Hammer Bahnhof einfinden werden, geht Schrimpf aus. Der Begriff Großdemo passe dennoch. Weil sich die Aktion allein in Deutschland zeitgleich flächendeckend über die gesamte Republik von Flensburg bis München zieht.

Auf den Rädern und mit selbst gefertigten Plakaten werden in der etwa einstündigen Aktion in Hamm die Büros der großen politischen Parteien angefahren. Die Nachricht, die symbolisch in Form einer leeren Kiste überbracht werden soll, um an die Politiker zu appellieren, ihre Worte in Taten umzusetzen: #NoMoreEmptyPromises (keine leeren Versprechungen). „Wir wollen Taten sehen – und keine leeren Worte mehr“, sagt die Hammerin.

Anna Lena Schrimpf ist eines der Gesichter von „Fridays for Future“ in Hamm.

Fridays for Future in Hamm: Resolution für die Politik

Bei der Gelegenheit wird den Parteien zudem die eingangs erwähnte Resolution überreicht, die vom Hammer Klimabündnis, von „Hamm gegen Atom“, von der Bürgerinitiative „Stoppt A445“, von „Parents for Future Hamm“, vom Ökozentrum NRW sowie vom Hammer FUgE unterzeichnet wurde. Mit der Forderung, die globale Temperaturerhöhung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen.

Die Parteien wurden schriftlich über den Besuch der Klimaschützer informiert. Vor Ort sollen den politischen Vertretern als symbolisches Statement Toilettenrollen überreicht werden.

Laut Emissions Gap Report (Emissionslücken-Bericht), der im Dezember vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UN) veröffentlicht wurde, ist die Welt immer noch auf dem besten Weg zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf über 3 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts.

Fridays for Future in Hamm: Corona kein Hemmschuh

Dass die Corona-Pandemie den Schutz der Umwelt hemmt, will die 18-Jährige, die mit ihrem Abitur am Galilei-Gymnasium im Sommer 2020 dem Schülerleben entwachsen ist und in Dortmund ein Studium aufgenommen hat, daher nicht gelten lassen. „Corona hat die Aktionsform und die Art des Protests verändert, weil wir diesen verantwortungsvoll ausüben wollen“, sagt sie. „Aber der Klimawandel wartet nicht. Man darf diese beiden Krisen nicht gegeneinander ausspielen. Wir müssen das gleiche Engagement in die Bekämpfung beider Krisen stecken.“

Fridays for Future - Großdemo in Hamm mit 2000 Teilnehmern

Fridays for Future - Großdemo in Hamm mit 2000 Teilnehmern

Mit ihren Plakaten, Bannern und Pressemitteilungen machen die FFF-Klimaschützer daher auch in Zeiten der Pandemie auf die bestehenden Missstände aufmerksam. Der Druck auf die Politik müsse gerade im Wahljahr 2021 erhöht werden, damit die Verfehlung der Klimaziele publik gemacht und bekämpft werden kann. „Die Konzepte liegen vor. Daher ist es sinnvoll, sich in die politischen Prozesse einzubringen“, sagt Schrimpf: „Und 1,5 Grad ist ja nicht ein utopisches Ziel.“

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß (Archiv)

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