Wie Klimaschutz in Hamm forciert werden soll

Klimabündnis fordert Notstand - und Tempo 30 in der City

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Tempo 30 in der Innenstadt einzuführen, ist eine Forderung des Klimabündnisses.

Hamm - Den Klimanotstand soll die Stadt Hamm baldmöglichst ausrufen. Diesen Antrag der Grünen hat der Ausschuss für Beschwerden und Anregungen bereits durchgewunken. Am heutigen Dienstag soll der Rat entscheiden.

Der Klimaschutz ist ein zentrales Thema der Ratssitzung, die um 16 Uhr im Kurhaus beginnt und zu der viele Bürger erwartet werden. Spätestens seit den Ergebnissen der letzten Europawahl ist den meisten politischen Parteien bewusst geworden, dass im Hinblick auf den immer deutlicher spürbaren Klimawandel der Klimaschutz für die Bürger höchste Priorität besitzt.

Hammer Klimaschutzaktivisten und die Parteien sind sich einig, dass der Klimaschutz mit einer Großinitiative vorangetrieben werden muss. Bündnispartner des Klimabündnisses, die Antragsteller des Bürgerantrags und andere sachkundige Bürger bildeten vor einigen Wochen einen Runden Tisch, um in Arbeitsgruppen Vorschläge und Maßnahmen zum Klimaschutz in Hamm auszuarbeiten.

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Alle Bereiche des Alltags betroffen

Die Ergebnisse des Runden Tisches wurden am vergangenen Freitag vorgestellt. Sie betreffen alle Bereiche des täglichen Lebens von Strom- und Wärmeenergie über die Themen Mobilität, Landwirtschaft, Lebensstil bis hin zum Konsumverhalten. Die Forderung des Klimabündnisses ist die baldige Abkehr von fossilen Energieträgern.

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Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien, der vor Ort erzeugt wird, betrage in Hamm gerade einmal 12,4 Prozent. Über 99 Prozent des Fahrzeugbestands in Hamm werde mit fossilen Brennstoffen betrieben. Deshalb sollten Nah- und Fernwärmenetze und Photovoltaikanlagen auf Dächern und Balkonen fossile Brennstoffe wie Erdgas, Öl und Kohle ablösen. Sonne, Wind und Biomasse sollten dabei die ausschließlichen Energiequellen sein.

Mehr Busse, weniger Autos

Der Individualverkehr müsse zugunsten eines verbesserten und preislich vorteilhafteren ÖPNV aus der Stadt zurückgedrängt werden. Eine Umrüstung der Busflotte auf Elektroantrieb und die Einrichtung einer echten Ringbuslinie werden gefordert. Fuß- und Fahrradwege müssten eine höhere Priorität erhalten. Neben der Optimierung der Wege sollten Falschparker, die die Wege blockieren, deutlich höher bestraft werden. Auch eine generelle Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde in der Innenstadt wird angestrebt.

Regionale Produkte bevorzugen

Beim Thema Landwirtschaft wird eine Verminderung der Düngung auf wissenschaftlich empfohlene Mengen gefordert. Diese müsste per Satzung festgeschrieben und entsprechend kontrolliert werden. Beim Einkauf müsse die Stadt regionale Produkte bevorzugen und auf Produkte aus Massentierhaltung verzichten. Die Stadt solle zudem nicht länger in klimaschädigende Unternehmen investieren.

Jürgen Blümer von „Scientists for Future“ fasste seinen kurzen Vortrag zum Thema Klimaschutz treffend zusammen: „Die Hütte brennt!“ Die Lage sei weitaus ernster, als es den meisten Menschen bewusst sei. Da der Klimawandel nicht vor Hamm haltmache, zähle bereits jeder Einzelne, der ab sofort beginne, den Weg zum klimaneutralen Leben zu beschreiten.

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