Trampoline und Swimmingpools in Schrebergärten unerwünscht?

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Wenn Kinder wie hier Benjamin und Tim auf Trampolinen hüpfen, kann es schon mal lauter werden.

Hamm - Kinder, die um die Wette hüpfen: Trampoline sind für junge Familien und ihre Kinder der perfekte Freizeitspaß. In den 118 Kleingartenanlagen in Dortmund aber ist die Laune bei den Familien im Keller.

Der Stadtverband der Dortmunder Gartenvereine hat beschlossen, Trampoline, Fußballspielen und „übergroße Schwimmbecken“ in sämtlichen Schrebergärten der Stadt zu verbieten. Und auch in Hamm tut man sich an der einen oder anderen Stelle mit den Kinderattraktionen schwer. 

In den Hammer Kleingartenanlagen gibt es zwar kein generelles Verbot – bei Schwimmbecken und Trampolinen aber häufig Einschränkungen. Fast immer kommt der Verweis auf die Größe und Sicherheit der Anlagen, doch nicht die Geräte allein sind das Problem, sondern auch ihre Nutzer. So sind nach Angaben des Vorstands ein Grund für den Verbandsbeschluss in Dortmund zunehmende Beschwerden über die Lärmbelästigung. 

Das ist auch für Gerhard Rohn, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbands Hamm und des Kreises Unna der Kleingärtner, nicht neu. „Auf großen Trampolinen spielen oft nicht nur ein oder zwei Kinder“, erklärt er auf Anfrage des WA. Dadurch entsteht Lärm, der einige Gartenfreunde stört. Dennoch würden in Hamm generelle Verbote nicht vom Verband ausgesprochen. „Die Kleingärtnervereine können darüber autonom entscheiden“, sagt er. 

Keine Trampoline mehr in "Ahsemünde"

Rohn selbst ist Vorsitzender des Kleingärtnervereins „Ahsemünde“ im Hammer Osten – und dort sind größere Trampoline nicht grundsätzlich verboten. „Sie sind allerdings nicht erwünscht“, erklärt er. Diese Vorgabe gelte seit rund vier Jahren, und in dieser Zeit habe man sich mit den betroffenen Gartenfreunden geeinigt. Nach und nach seien die Trampoline abgebaut worden. 

Die meisten Pächter hätten darauf mit Verständnis reagiert, sagt Rohn. Lediglich ein Kleingärtner hätte deshalb seinen Pachtvertrag gekündigt. Komplett verboten sind in „Ahsemünde“ hingegen Schwimmbecken mit einem Durchmesser von mehr als drei Metern. „Das sind feste Bauwerke“, sagt Rohn, „und die sind grundsätzlich verboten.“ Zudem müssten größere Schwimmbecken regelmäßig chemisch gereinigt werden, und das könnte zur Verunreinigung des Grundwassers führen. 

Verbot steht in Rhynern nicht zur Diskussion

Michael Adams, Vorsitzender des Vereins „Zur schönen Aussicht“ in Rhynern, hat kein Verständnis für die Entscheidung des Dortmunder Verbands. „Wir wollen doch Familien mit Kindern in die Gärten holen“, sagt er, „warum sollten wir denen dann Spielgeräte verbieten?“ 

Gartentrampoline finden sich in vielen Kleingartenanlagen. Nicht in allen sind sie erwünscht.

In der Kleingartenanlage, zu der aktuell 48 Parzellen gehören, seien Trampoline jeglicher Art erlaubt. Unter den Kleingärtnern habe es diesbezüglich auch noch nie Probleme oder Diskussionen gegeben. Bei Schwimmbecken halte sich der Verein an die Vorgaben im Kleingartengesetz. „Gewässer dürfen pro Garten eine Fläche von vier Quadratmetern haben“, sagt Adams. „Das gilt für einen Teich genauso wie für einen Swimmingpool.“ 

Ähnlich sieht es in der Anlage „Im Plackengrund“ in Uentrop aus. „Bei uns gibt es kein Trampolinverbot“, sagt Schriftführer Peter Heitmeier. Solche Bauten müssten lediglich innerhalb von 30 Minuten abgebaut werden können. Beschwerden über Lärmbelästigungen durch Kinder auf Trampolinen seien ihm nicht bekannt, wie er sagt. 

Auch in der Bockum-Höveler Anlage „Ontario“ werden den Kleingärtnern kaum Vorschriften gemacht. „Nur Schwimmbecken dürfen nicht mehr Wasser als zwei Kubikmeter fassen“, erklärt Olga Schlottmann, Vorsitzende des Vereins. Das entspricht 2.000 Litern Wasser – „und das ist schon sehr viel“, so Schlottmann. 

"Strikt gegen solche Verbote"

„Ein Kleingarten soll doch eine Oase sein, in der man sich wohlfühlen kann“, sagt sie. Die Kinder nur auf dem Spielplatz spielen zu lassen wäre für sie keine Option. „Ich bin strikt gegen solche Verbote.“ Hans Joachim Petrick, Vorsitzender des Kleingärtnervereins „Schoppenkamp-Langenhövel“ in Heessen, hält ebenfalls nichts von zu vielen Verboten. „Man sollte das nicht übertreiben“, sagt er. „Wer weiß, was sonst noch als nächstes kommt.“ 

Trotz so mancher Einschränkungen seien junge Familien mit Kindern ausdrücklich in den Hammer Gartenanlagen erwünscht, sagt Verbandsvorsitzender Rohn. Er wirbt für Verständnis unter den Gartenfreunden, die sich schnell durch Lärm gestört fühlen: „Viele scheinen zu vergessen, dass sie selbst einmal Kinder waren und gespielt haben“, sagt er.

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