Im Kurpark

Kleines Paradies fertig: Neuer Gradierwerksgarten nach historischem Vorbild als Ort der Entspannung

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Der neue Gradierwerksgarten ist für die Besucher geöffnet. Er ist nach dem Vorbild mittelalterlicher Klostergärten angelegt. Finanziert wurde der Garten zum größten Teil aus Bundesmitteln, den zentralen Brunnen spendete der Lions Club Hamm.

Hamm – Er ist ein Ort der Ruhe und der Blütenpracht: der neue Gradierwerksgarten im Hammer Kurpark. Jetzt wurde das rund 1.000 Quadratmeter große Schmuckstück in einer Corona angemessenen kleinen Zeremonie von Vertretern der Stadt, der Politik und des Lions Clubs Hamm offiziell eingeweiht.

Die Idee für einen Garten im Park nach Vorbild mittelalterlicher Klostergärten war bei dem Leiter der städtischen Grünflächenabteilung, Marcus Bijan, bereits vor sechs Jahren aufgekommen und ist im Rathaus auf positive Resonanz gestoßen.

Allerdings fehlten damals die Finanzierungsmöglichkeiten für das 400.000 Euro teure Projekt. Über eine 80-prozentige Förderung des Bundes und durch die Unterstützung der Lions wurde genau diese jetzt möglich. Ein zentraler Brunnen war von Beginn an Teil des Konzepts. Dafür, dass im Garten jetzt Wasser sprudelt, sind die Lions verantwortlich, denn sie finanzierten diesen Baustein mit 30.000 Euro, die bei ihren Aktivitäten – unter anderem dem Büchermarkt im Allee-Center – gesammelt worden waren.

Ideale Ergänzung zum Gradierwerk

Bijan sieht in dem räumlich abgeschlossenen Garten die ideale Ergänzung zum Gradierwerk. Durch das Gradierwerk sei dieser Parkteil deutlich stärker besucht, nun komme wenige Meter entfernt ein weiterer Anziehungspunkt hinzu.

„Gäste können sich hier zurückziehen und ungestört ausruhen“, sagt der Mann aus der Grünflächenabteilung. Und das in einer prächtigen Naturkulisse, denn bewusst wurden hier auch farblich optische Gegensätze zu der über Jahrzehnte gewachsenen Parkumgebung gesetzt.

Die Landschaftsarchitekten, mit denen das Grünflächenamt zusammengearbeitet hat, ließen sich vom Leitgedanken historischer Klostergärten inspirieren: mit einer umlaufenden Buchen- und Eibenhecke, mit Spalier- und säulenförmigen Gehölzen, mit symmetrisch angeordneten Beeten, mit Ruhebänken und Zwischen- und Rundwegen.

Stroh gegen das Unkraut

Nach altem Vorbild sind die Böden in den Pflanzbeeten mit Stroh abgedeckt, damit das Unkraut nicht die Oberhand gewinnt. „Denn die Pflege ist intensiv“, sagt Harald Kientopf vom Grünflächenamt, der mit seinem Team dafür verantwortlich ist. Zur Gießkanne greifen müssen die Mitarbeiter nicht, denn im Untergrund ist das Mittelalter ein Hightech-Betrieb.

Über das gleiche Leitungssystem, das den Brunnen speist, wird auch die Tröpfchenbewässerung in den Beeten mit Wasser versorgt – je nach Bedarf programmierbar.

Im kleinen Kreis wurde der Gradierwerksgarten eingeweiht.

Begonnen worden waren die Arbeiten im vergangenen Herbst. Blühen soll es hier im Wechsel durchgängig von Januar bis November. Noch sind viele Pflanzen nicht bei ihrer vollen Ausdehnung angekommen. Bis der Garten seine volle Schönheit entfaltet, rechnet Marcus Bijan mit drei bis vier Jahren.

„Denn jeder Garten braucht Zeit, um vollends heranzureifen“, sagt er. Außerhalb westlich und südlich umgeben ist er zudem von zwei Blumenwiesen, die gerade angelegt wurden.

Daten und Details

Der Gradierwerksgarten ist auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern angelegt. Er wird durch einen einzigen Ein- und Ausgang erschlossen. „Um das Erleben bewusster zu machen“, sagt Grünflächenamtsleiter Marcus Bijan. Im Inneren befinden sich 16 unterschiedlich bepflanzte Beete, die alle von einer Ilexhecke als Alternative zum Buchsbaum umgeben sind.

Mehr als 12.600 Pflanzen wurden in den Boden gebracht, darunter Rosen in verschiedenen Größen, Stauden wie weißer Rittersporn, dunkelrote Pfingstrosen oder kräftig blauer Fingerhut. Hinzu kommen Lavendel, Farne, immergrüne Bodendecker, Lilien, Krokusse und Thymian. Der zentrale Brunnen ist ein Granitbecken mit 2,15 Meter Durchmesser.

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