Stellensituation in Hamm

Kitas haben Probleme und Erzieherinnen die freie Wahl

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Erzieherinnen und Erziehern fällt es derzeit leicht, eine neue Stelle zu finden. Für Hammer Kindergärten, Offene Ganztagsschulen und Wohngruppen wird es dagegen immer schwieriger, Stellen zu besetzen.

Hamm – Nach Angaben der Arbeitsagentur sind derzeit ungewöhnlich viele freie Stellen gemeldet. Die großen Kita-Betreiber bestätigen entsprechende Probleme, sehen die Versorgung aber nicht gefährdet.

60 Stellen sind bei der Hammer Arbeitsagentur derzeit ausgeschrieben, 14 davon in Hamm, 46 im Kreis Unna. Perspektivisch werde die Zahl wegen des Ausscheidens älterer Mitarbeiter steigen, teilte die Agentur mit. Hinzu komme, dass der Bund bis 2025 den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung umsetzen wolle.

Einen genauen Überblick über die Beschäftigungslage in allen knapp 100 Kindertageseinrichtungen hat die Stadt einem Sprecher zufolge zwar nicht, aus Gesprächen mit den Trägern wisse man aber über die angespannte Lage auf dem Personalmarkt. In der Summe fallen die Vakanzen zwar noch nicht ins Gewicht: Beim Evangelischen Kirchenkreis sind von 550 Kita-Stellen weniger als zehn vakant, bei der Stadt von 90 Stellen keine. Aber die Tendenz wird auf Trägerebene durchaus wahrgenommen und diskutiert.

Stadt: Jedes Kita-Kind versorgt - Neue Kitas kommen

Mangel an erfahrenen Kräften

Zu Beginn eines Kindergartenjahres am 1. August sei es noch möglich, alle Stellen zu besetzen, berichten Jutta Heinert vom Kirchenkreis und Anne Krause-Kirchoff vom Caritas-Verband übereinstimmend. Dann steigen nämlich die Absolventen der Fachschulen ins Berufsleben ein. Doch im weiteren Lauf des Kindergartenjahres werde es dann schwierig. Insbesondere erfahrene Mitarbeiter seien kaum zu bekommen.

Heinert spricht von hoher Fluktuation in einem traditionell weiblich geprägten Arbeitsbereich, Krause-Kirchhoff von den Schwierigkeiten, das Betreuungsangebot und die Elternnachfrage zusammenzubringen: In den Kitas sei ein Randzeitenangebot am frühen Morgen und späten Nachmittag gewünscht, für das nur schwer Personal zu bekommen sei. Ähnlich sei es in den Offenen Ganztagsschulen: Die 19,5-Stunden-Teilzeitstellen für die Nachmittagsbetreuung seien derzeit kaum zu besetzen.

Drei Fachschulen für Erzieher

Der Kirchenkreis versuche, Mitarbeiter beispielsweise durch Gesundheitsmanagement an sich zu binden, sagt Heinert. Bei der Stadt setzt man auf zwölf neue Auszubildende, die am 1. August in den städtischen Kindergärten anfangen sollen.

Immerhin gebe es in Hamm drei Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher, sagt der Stadtsprecher: Elisabeth-Lüders-, LWL- und St.-Franziskus-Berufskolleg. Das sei ein kleiner Standortvorteil, weil die Auszubildenden ihre Praxisphasen vor Ort absolvieren, Kontakte knüpfen und dann ihre erste Stelle hier antreten.

Seit die Erzieher-Ausbildung an die Fachhochschulreife gekoppelt ist, schlössen viele Fachschulabsolventen ein Studium an, sagt Krause-Kirchhoff. Man diskutiere den Fachkräftemangel inzwischen auf Trägerebene und mit den Fachschulen.

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