Tristesse am Kirmespark

Harter Schlag für Schausteller: Corona-Aus kostet viel Geld – und sorgt für Frust

Der Spaß ist aus: Rudi Isken (Auto Scooter, von links), Andi Sperlich (Jetlag), Uwe Röhrig (Spielstände) und Mario Weber (Imbiss-Betriebe) mussten den Kirmes-Park in Hamm schließen.
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Der Spaß ist aus: Rudi Isken (Auto Scooter, von links), Andi Sperlich (Jetlag), Uwe Röhrig (Spielstände) und Mario Weber (Imbiss-Betriebe) mussten den Park schließen.

Es war ein Höhepunkt für die Besucher wie für die Schausteller: Der Kirmes-Park vor den Zentralhallen bot Spaß, Genuss und schöne Stunden. Doch seit Hamm zum Corona-Hotspot im Land wurde, stehen die Karussells still und die Buden bleiben zu. Nun ist der Kirmes-Park komplett abgesagt.

Hamm – In den Zeiten der Corona-Krise war der Kirmes-Park für die Schausteller eine Möglichkeit, die Verluste durch die zahlreichen Veranstaltungs-Absagen im ganzen Land ein wenig aufzufangen. Uwe Röhrig, Vorsitzender des Schaustellervereins „Hand in Hand Hamm“, sowie seine Mitstreiter Mario Weber, Andi Sperlich und Rudi Isken zeigen sich am Mittwochmittag, 23.September betroffen: „Die Besucher waren echt dankbar und glücklich“, sagt Weber im Rückblick auf das Wochenende.

Auch für die Schausteller-Seele sei der Kirmes-Park echter Balsam gewesen, erklärt Isken. „Wir haben ja wirklich ein umfassendes Hygiene-Konzept, sowohl für den gesamten Park wie für jedes einzelne Geschäft vorgelegt. Wir haben es genehmigt bekommen und eins zu eins umgesetzt“, ergänzt Röhrig. Der Publikumszuspruch habe ihnen dann auch recht gegeben.

Schausteller haben keine Mühen gescheut

Schon zur Eröffnung am Freitag, 18.September kamen rund 3000 Besucher, am Samstag 4800 und am Sonntag noch einmal 4500. „Selbst der Montag war mit 1500 Besuchern durchaus in Ordnung“, so Röhrig. Die Gäste hätten sich auch durchweg gut benommen, sodass der engagierte Sicherheitsdienst nichts zu tun hatte. „Da dachten wir wirklich, die Investitionen haben sich gelohnt“, so Röhrig. Um die Veranstaltung so sicher wie möglich zu gestalten, hatten die Schausteller viel Geld in die Hand genommen: Hinweisschilder, Desinfektions-Spender, Absperrungen und Banner mit Hinweisen sowie sechs riesige Toiletten-Container wurden angeschafft oder gemietet.

„Selbst das Tragen der Mund-Nase-Maske in den Fahrgeschäften wurde anstandslos befolgt“, sagt Andi Sperlich, der mit seinem erst ein Jahr alten „Jetlag“-Karussell vor Ort ist. „Das ist wirtschaftlich natürlich eine Katastrophe“, sagt Röhrig, der zahlreiche Spielgeräte aufgebaut hatte.

Sein Sohn hatte direkt zu Saisonbeginn Anfang März seinen Stand auf einem Volksfest aufgebaut, Ware für 4000 Euro besorgt, die Standgebühr bezahlt und dann kam der Shutdown. Keine Einnahmen trotz laufender Kosten, dann der Lichtblick durch den Kirmes-Park und nun wieder das Aus. „Da möchte man schon die Verursacher, die Veranstalter der großen Hochzeit, zur Rechenschaft ziehen“, sagt Sperling.

Luftbilder vom Hammer Kirmes-Park an den Zentralhallen

Luftbilder vom Hammer Kirmes-Park an den Zentralhallen

Ärger über die gestoppte Kirmes

Wenn auch noch die Weihnachtsmärkte ausfallen, geht es direkt ohne Einnahmen in das Winterlager. „Dann steht alles still und wir buchen normalerweise die Standplätze, zahlen diese an und führen aufwändige Wartungs- und Renovierungsarbeiten durch“, so Röhrig.

Am ärgerlichsten sei, dass durch alle festen Kirmes-Ausweichveranstaltungen keinerlei Erhöhung der Corona-Fallzahlen vermerkt wurde. „Wir machen alles richtig, geben den Menschen Freude, sichern unsere Existenz so gut es geht und nun geht alles den Bach wegen einiger unbelehrbarer Leute runter“, so Röhrig.

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